Geschichte wiederholt sich, immer und immer wieder: In Woche eins dürften wohl alle Packers-Fans ein Deju-Vu der übelsten Sorte durchlebt haben. Ebenso wie bei beim letztjährigen Aus in der Wildcard-Round bei den Chicago Bears hatten die Green Bay Packers zu Gast bei den Minnesota Vikings über drei Viertel alle Zügel in der Hand, nur um im letzten Viertel komplett zu implodieren. Die 22:38-Schlappe beim Divisionrivalen hinterließ einen bösen Beigeschmack – war sie nun ein übler Ausrutscher oder Vorbote einer frustrierenden Saison? Antworten darauf dürfte das Gastspiel im Big Apple liefern, die Packers sind in Woche zwei bei den New York Jets gefordert.
Auf einen Blick:
Wann? Sonntag, 20.09.2026 / 19 Uhr
Wo? MetLife Stadium in New Jersey
Sender/Kommentatoren US-Feed: Fox / Kenny Albert, Jonathan Vilma
Sender/Kommentatoren Deutschland: Gamepass by DAZN; Sky NFL-Konferenz
Schiedsrichter: Scott Nowak
Wie lief Woche eins für die New York Jets?
Wer hätte das gedacht: Nach der ersten NFL-Woche herrscht bei den sonst so von Unvermögen verfolgten Jets keine Weltuntergangsstimmung. Der 23:10-Auswärtssieg bei den Tennessee Titans dürfte für viele Fans im Big Apple ein echter Brustlöser gewesen sein. Tatsächlich hatte die New Yorker Defensive den offensiven Bemühungen der Titans rund um Quarterback Cam Ward größtenteils den Stecker gezogen, zugleich brachte die Jets-Offense bei der Rückkehr von Geno Smith eine ordentliche Leistung aufs Feld. Der Spielmacher warf zwar keinen Touchdown, brachte dafür aber 19 von 24 Passversuchen an – mit einem Passerrating von 104 ein solides Debüt. Anders als sein Vorgänger Justin Fields scheint Smith der Offensive einen stabilen „Floor“ zu bieten, wie es die Amerikaner sagen würden.
Stärken des Gegners
Na gut, angesichts der frühen (und ehrlich gesagt recht ungefährdeten) Führung konnten die Jets schnell mit ihrem Run-Game in den Verwaltungsmodus schalten. Allerdings dürfte das Laufspiel ohnehin ebenso fester wie großer Bestandteil in den Offensivplänen von Offensive Coordinator Frank Reich sein. Mit Breece Hall, der 22 Laufversuche in 102 Yards inklusive Touchdown ummünzte, hat er dafür das geeignete Werkzeug. Ergänzt von Braelon Allen, der 40 Yards am Boden beisteuerte, und einen Rushing Score vom diesjährigen First-Round-Tight-End Kenyon Sadiq konnte sich die Offense gut übers Spielfeld bewegen. Und wenn am Boden nichts geht, wäre da ja noch Garrett Wilson. Der Wide-Receiver-Superstar der Jets steuerte beim Sieg in Tennessee immerhin sechs Catches für 79 Yards bei – dass er ein Unterschiedsspieler sein kann, hat Wilson in der Vergangenheit am laufenden Fließband bewiesen. Ihm gilt im Corner-Room der Packers ein ganz besonderes Augenmerk.
Schwächen des Gegners
So passabel, wie der Sieg bei den Titans auch aussah, dürften die Jets dennoch einer der weniger gefährlichen Gegner im Green-Bay-Saisonprogramm darstellen. Quarterback Smith ist in New York allenfalls eine Übergangslösung, hatte bei den Las Vegas Raiders im vergangenen Jahr immer wieder katastrophale Auftritte hingelegt – nicht umsonst hatten die Raiders den ersten Pick im diesjährigen Draft. Auch die Defense strotzt nicht unbedingt vor Star-Power. Die Unit sollten die Packers mit ihren Playmakern gut bespielen können, wäre da nicht…
Key Matchups
Packers Offensive Line vs. sich selbst?
Bereits im Vorfeld galt die Offensive Line der Packers als die schwächste in der bisherigen Ära von Head Coach Matt LaFleur. Was diese dann allerdings besonders in der Schlussphase gegen die Vikings aufs Feld „zauberte“, war absolut unterirdisch. Quarterback Jordan Love musste immer wieder um sein Leben rennen, gegen die Blitz-Pakete von Brian Flores und ganz besonders gegen Edge Dallas Turner fand man schlichtweg keine Lösung. Muss Love auch in New York erneut derartig viele Hits einstecken, dann kann sich sein Backup Tyrod Taylor schonmal bereitmachen. Wollen wir hoffen, dass die Offensive Line mindestens einen Schritt, besser noch zwei, nach vorne macht.
Run Game gegen Jets-Defensive-Front
Viele Räume bekam er nicht. Auch die Stats von MarShawn Lloyd sehen mit 37 Yards aus 13 Läufen auf dem Papier alles andere als gut aus. Dennoch zeigte der ehemalige Drittrundenpick, warum die Packers ihn 2024 drafteten. Die schnellen Richtungswechsel des bis dato verletzungsgeplagten Lloyd waren in Minnesota bereits erkennbar. Gut möglich, dass der Josh-Jacobs-Ersatz in New York den Ball noch öfter in die Hand bekommen wird. Ein gutes Run-Game, um die Führung nach Hause zu bringen, hatte den Packers noch bei den Vikings gefehlt. Entsprechend sah die Offense trotz zwischenzeitlicher Wahnsinnswürfe von Jordan Love eher unrund aus. Bekommen sie den Lauf besser ins Spiel, kann der Quarterback seine Waffen wie Christian Watson, Tucker Kraft, Matthew Golden oder Jayden Reed über das Playaction-Spiel noch besser Szene setzen.
Summa summarum: Es ist Wiedergutmachung angesagt. Ich glaube daran, dass diese gelingt.
Mein Tipp: 31:17 Packers
