Woche 1 hält gleich den ersten echten Härtetest bereit: Auswärts beim Divisionsrivalen aus Minnesota. Auch die Packers gehen nicht bei 100 Prozent in die Saison. Der wichtigste Spieler des Teams neben Jordan Love, Micah Parsons, wird noch mehrere Wochen fehlen – vermutlich bis Woche 5 oder 6. Nach dem ganzen Trubel um Josh Jacobs steht auch er nicht zur Verfügung. Auf der Kippe stehen zudem Right Tackle Zach Bako-Bewele (ehemals Zach Tom) und Left Guard Aaron Banks.
Die Ausgangslage ist also nicht gerade ideal. Doch die Packers hatten den ganzen Sommer Zeit, sich darauf einzustellen, und mit fittem Jordan Love und fitten Receivern fehlt es nicht an Feuerkraft. Besonders gespannt darf man auf Mar’Shawn Lloyd sein: Der Ersatz-Running-Back überzeugte im Training Camp erneut und wirkt endlich bereit für seinen Durchbruch in der NFL.
Auf einen Blick
Embed from Getty Images- Wann? Sonntag, 13.09.2026 / 22:25 Uhr
- Wo? U.S. Bank Stadium, Minneapolis, Minnesota
- Sender/Kommentatoren US-Feed: CBS / Jim Nantz, J.J. Watt, Tracy Wolfson (FR)
- Sender/Kommentatoren Deutschland: Gamepass by DAZN; Sky Sport (Abo / Frederick Schulz, Adrian Franke); Sky NFL-Konferenz (Abo oder RTL Nitro)
- Schiedsrichter: Shawn Hochuli
Wie lief die Offseason der Vikings
Nach einer durchwachsenen Saison mit mehr Tiefs als Höhen war Platz 3 in der Division zwar ein versöhnlicher Abschluss, doch klar war: Es musste sich etwas ändern. Das größte Problem blieb die Quarterback-Position, an der sowohl J.J. McCarthy als auch sein Backup Carson Wentz zu kämpfen hatten. Als sich in der Offseason die Gelegenheit bot, Kyler Murray für ein Schnäppchen zu verpflichten, griffen die Vikings sofort zu.
Auch abseits des Quarterbacks gab es einen tiefgreifenden Umbruch. General Manager Kwesi Adofo-Mensah musste gehen, ebenso einige Positionscoaches. Auf Spielerseite verließen vor allem Wide Receiver Jalen Nailor sowie die Pass-Rusher Jonathan Allen, Javon Hargrave und Jonathan Greenard das Team. Center Ryan Kelly beendete seine Karriere, ebenso Fullback C.J. Ham, der seine gesamten zehn Profijahre bei den Vikings verbracht hatte. Harrison Smith wurde zwischenzeitlich sogar entlassen, ist inzwischen aber wieder Teil des Kaders.
Da sich das Team mitten im Rebuild befindet, lag der Fokus darauf, den Kader zu verjüngen und auf einigen Positionen günstiger aufzustellen. Große Verträge blieben entsprechend aus, stattdessen wurde gezielt und kosteneffizient nachgerüstet. Die prominentesten Neuzugänge: Wide Receiver Jauan Jennings (zuvor 49ers) und Safety Jamal Adams (zuvor Raiders). Im Draft lag der Fokus klar auf der Defensive. Die interessantesten Namen: Defensive End Caleb Banks, Nose Tackle Dominique Orange, Linebacker Jake Golday, Strong Safety Jakobe Thomas und Right Tackle Caleb Tiernan
Stärken des Gegners
Die Playmaker-Riege um Justin Jefferson und Jordan Addison sorgt auch in dieser Saison für einen hohen Floor. Mit Jennings gewinnen die Vikings einen interessanten Nummer-3-Receiver hinzu, der zwar – anders als Nailor – vertikal keine große Gefahr darstellt, dafür aber in 3rd-Down-Situationen und im Eins-gegen-eins ein wichtiger Anspielpartner werden könnte. Das Receiver-Trio zählt weiterhin zu den besten der Liga. Mit Christian Darrisaw und Brian O’Neill verfügen die Vikings zudem über eines der stärksten Tackle-Duos der NFL.
Schwächen des Gegners
Beide Seiten der Interior Line sind Schwachstellen, die sich die Packers zunutze machen könnten. Center Blake Brandel wurde bislang flexibel auf mehreren O-Line-Positionen eingesetzt, am häufigsten jedoch auf Center – dabei kassierte er überdurchschnittlich viele Pressures. Ähnlich sieht es bei den Guards aus: Will Fries konnte an seine starke Colts-Zeit bisher nicht anknüpfen, und auch Vorjahres-Rookie Donovan Jackson tat sich schwer.
Auf der defensiven Seite fehlen mit Allen und Hargrave zwei erfahrene Kräfte in der Interior-Defensive-Line, mit Jonathan Greenard zudem der beste Edge-Rusher des Teams. Ersetzt werden sollen sie in erster Linie durch die genannten Draftpicks – zumindest zu Saisonbeginn dürfte also eher die zweite und dritte Reihe des Vorjahres den Ton angeben. Jalen Redmond stand davon letzte Saison am häufigsten auf dem Feld, gilt aber vor allem als solider Run Defender. Seine Win-Rate von 6,9 Prozent bei 278 Pass-Rush-Snaps reichte nur für Platz 52 von 65 unter den Defensive Interior Linemen. Tyrion Ingram-Dawkins und Levi Drake Rodriguez spielten so wenige Snaps, dass sich ihre Leistung kaum seriös bewerten lässt.
Key Matchups
Packers Offensive Line vs. Vikings Defensive Coordinator Brian Flores
Es ist davon auszugehen, dass sich Defensive Coordinator Brian Flores wieder kreative Wege einfallen lässt, um zum Quarterback durchzudringen. Seine wechselnden Defensivfronten stellen jeden gegnerischen Quarterback vor eine kniffelige Aufgabe – und verlangen von der Offensive Line athletische Qualität, Erfahrung und eingespielte Abstimmung. Angesichts der Fragezeichen um Bako-Bewele und Banks, der ungeklärten Situation bei Monk und Rhyan sowie des endgültigen Wechsels von Jordan Morgan auf Left Tackle wird das eine enorme Herausforderung.
Die gute Nachricht: Im Hinspiel der vergangenen Saison stand Jordan Love vergleichsweise wenig unter Druck – nur zehn Pressures und ein Sack standen zu Buche. Allerdings ging die Hälfte davon auf das Konto von Sean Rhyan, der damals in Woche 12 sein schwächstes Saisonspiel ablieferte.
Packers Defensive Backs vs. Justin Jefferson
In den vergangenen vier direkten Duellen kam Justin Jefferson auf folgende Werte:
Woche 4, 2024: 8 Targets, 6 Receptions, 85 Yards, 4 First Downs, 1 Touchdown
Woche 17, 2024: 10 Targets, 8 Receptions, 92 Yards, 2 First Downs, 0 Touchdown
Woche 12, 2025: 6 Targets, 4 Receptions, 48 Yards, 2 First Downs, 0 Touchdown
Woche 18, 2024: 10 Targets, 8 Receptions, 101 Yards, 5 First Downs, 0 Touchdown
Zahlen, die aus Packers-Sicht keine Angst machen sollten. Unter Jeff Hafley bekamen sie Jefferson einigermaßen in den Griff – selbst Woche 18 sieht bei genauerem Hinsehen gar nicht so schlecht aus, bedenkt man, dass 4 Receptions, 4 First Downs und 55 Yards gegen Ersatzleute wie Jamon Johnson und Jaylin Simpson zustande kamen, die inzwischen ohnehin nicht mehr im Kader stehen und kaum dafür geeignet sind, einen der besten Receiver der Liga zu decken.
Spannend wird, wie sich das Ganze unter dem neuen Defensive Coordinator Jonathan Gannon entwickelt. Jefferson hat mit Kyler Murray jedenfalls ein massives Upgrade an der Quarterback-Position bekommen und dürfte heiß darauf sein, den Packers endlich wieder einen Touchdown einzuschenken.
So oder so geht die Saison für die Packers mit einem spannenden Aufeinandertreffen gegen die Vikings los und gibt die Richtung für die Saison vor.
Tipp: 30:28 Packers
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