Blockbuster-Trade: Die Packers holen Micah Parsons 

Schon seit Tagen brodelte die Gerüchteküche auf Social Media. Die Dallas Cowboys und Micah Parsons konnten sich nicht über einen neuen Vertrag verständigen und als Top-Ziel für einen Trade war schnell Green Bay im Gespräch.

Am späten Donnerstagabend war es dann so weit: Die Green Bay Packers traden für Micah Parsons! Ein Deal, den viele erhofft, aber wohl die allermeisten nicht für möglich gehalten hatten. Aus Cowboys-Sicht ein Debakel, die Packers machen damit klar: In der Saison 2025/26 geht man All-In und will die Lombardi-Trophy endlich wieder nach Hause holen. 

Eckdaten des Trades 

Die Packers erhalten Micah Parsons und geben dafür Defensive Tackle Kenny Clark sowie die Erstrundenpicks 2026 und 2027 ab.

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Noch unbestätigt sind die Rahmendaten des Vertrags, nach ersten Berichten wird Micah Parsons aber der bestbezahlte Non-Quarterback in der Historie der NFL: Er erhält eine 4-Jahres-Verlängerung über insgesamt 188 Mio. Dollar, das entspricht einem Jahres-Durchschnitt von 47 Mio. Dollar. Die Garantien belaufen sich auf 136 Mio. Dollar. Sollten diese Berichte zutreffen, wird auch Parsons 5th-Year-Option mit in die Vertragsstruktur einfliessen. 

Die Auswirkungen auf den Cap-Space der Packers sind noch unklar, man spricht derzeit von etwa 24 Mio. Dollar für Parsons diese Saison. Der Weggang von Kenny Clark macht gleichzeitig nur rund 2,3 Mio. Dollar Cap-Space frei. Für die Saison 2026 entsteht eine Dead-Money-Last in Höhe von etwa 17 Mio. Dollar. 

Sind die Packers jetzt Contender? 

Die kurze Antwort lautet: Ja!
Aber das ist natürlich – wie immer – zu einfach. Brian Gutekunst selbst fragt: “You’re never one player away, right?”. Frei übersetzt: Man ist nie nur einen Spieler entfernt, das Top-Team zu werden. Aber manchmal bringt dieser eine Superstar ein sowieso schon gutes Team vielleicht doch so weit voran, dass es zum Top-Favoriten wird. In meiner Einschätzung leistet der Parsons-Trade genau das für Green and Gold. 

Die Defense war letzte Saison bereits gut bis sehr gut, aber mit einer herausstechenden Schwäche: Der Pass-Rush. Genau der dürfte aber mit Parsons jetzt zum Prunkstück der Packers werden. Parsons selbst ist einer der, wenn nicht sogar der beste Pass-Rusher der NFL. In den ersten 4 Saisons seiner Karriere erzielte er jeweils mindestens 12 Sacks. Das ist vorher nur einem einzigen anderen Spieler gelungen: Reggie White. 

Dazu hat Gutekunst es irgendwie geschafft, auch Rashan Gary und Lukas van Ness nicht im Gegenzug nach Dallas zu schicken. Insbesondere für Gary dürfte Parsons förmlich eine Befreiung darstellen. Die Double-Teams, die Gary bislang auf sich zog, sollten zukünftig jedenfalls eher Parsons ins Visier nehmen. Dahinter scheint van Ness im Training Camp endlich zu zeigen, warum er in Runde 1 vom Board gegangen ist. 

Der Pass-Rush also wandelt sich vom Sorgenkind zum Aushängeschild. Und was ist mit dem Rest der Defense? Bereits letzte Saison hat das Front Office mit Xavier McKinney einen Superstar Safety verpflichtet, der gleich in der ersten Saison für Furore sorgte. Mit Edgerrin Cooper konnte letzte Saison ein Rookie-Linebacker ebenfalls mehr als überzeugen. Bleibt einzig das Cornerback-Corps, das weder einen Superstar hat noch in der Breite vollständig überzeugt. Aber eine Schwäche hat wohl jede Defense. 

Und die Offense? Ein unverletzter Jordan Love, der hoffentlich an die starken Leistungen aus der Saison 2023/24 anknüpfen kann, ist natürlich die Voraussetzung für eine funktionierende Einheit. Wenn das aber gelingt, wird auch diese Seite des Balles für jeden Gegner zur Herausforderung. 

Das Laufspiel mit Josh Jacobs ist schon herausragend besetzt. Die Verpflichtung von Matthew Golden im vergangenen Draft kann auch die Pass-Empfänger auf ein neues Level heben. Das Training Camp lässt jedenfalls einiges hoffen. Und Tucker Kraft sowie Luke Musgrave sind zwei Tight Ends, die sich manch anderes Team wünscht. 

Wer kann Green Bay stoppen? 

Das klingt alles zu gut, um wahr zu sein? Dann gieße ich doch noch ein wenig Wasser in den Wein: Die oben angesprochenen Punkte müssen natürlich erstmal so zusammenpassen. Jordan Love muss fit bleiben. Die Cornerback-Gruppe muss als Gemeinschaft auffangen, dass kein Top-Spieler dabei ist. Und natürlich muss Kenny Clark ersetzt werden! 

Vielleicht gelingt das durch die ebenfalls vor einigen Wochen getätigte Verpflichtung von Nazir Stackhouse. Wie so oft bediente man sich hier bei den Georgia Bulldogs. Mit seiner Physis (148 kg!) könnte er die Lücke von Clark im wahrsten Sinne des Wortes stopfen. 

Insgesamt gibt es in der NFL einfach keine Selbstläufer – jede Saison beginnt bei null, die Konkurrenz ist enorm. 31 andere Teams haben exakt das selbe Ziel: den Super Bowl zu erreichen und Green Bay davon abzuhalten. Verletzungen, Formschwankungen, Tagesform, unglückliche Umstände und die berüchtigte “Any Given Sunday”-Mentalität machen den Weg dorthin zu einem der härtesten Unterfangen im Profisport. Wer am Ende die Vince Lombardi Trophy in den Himmel stemmen will, muss nicht nur individuell stark besetzt sein, sondern auch über Monate hinweg Konstanz, Gesundheit und Nervenstärke beweisen. 

Bei aller Skepsis bleibt aber das Fazit ganz klar: Das ist ein All-In Move und die Packers sind damit vielleicht das stärkste Team der NFC – zumindest auf dem Papier. Diese Saison könnte Green Bay dem traditionsreichen Beinamen “Title Town” endlich wieder gerecht werden! 

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