Ein Nervenkitzel und eine Offensivschlacht ohne Happy End. Die zu erwartende schwächere Cowboys Offense, die ohne drei Starter auskommen musste und der sehr starke Packers Passrush fanden nicht statt. Stattdessen lieferten sich beide Offenses, gerade in der zweiten Hälfte ein Schlagabtausch par excellence. Leider ohne Happy End für die Packers. Kicker Brandon McManus sicherte den Gästen mit auslaufender Uhr das 40 zu 40 Unentschieden.
Auf einen Blick
- Defense wie ausgewechselt
- Gar keine Durchschlagskraft im Pass Rush
- Special Teams, gerade Returnplay katastrophal
- Eine deutlich verbesserte Offense
Ausfälle und mögliche Probleme in der O-Line
Bei den Packers fielen zum Spiel gleich drei Offensive Liner aus. Zwei Starter und ein direkter Backup. Verpasst haben das Spiel Right Tackle Zach Tom, Left Guard Aaron Banks und 2nd Round Rookie Anthony Belton. Das sorgte für einige Umstellungen, sodass die Starting Offensive Line wie folgt von links nach rechts aussah: Rasheed Walker – Jordan Morgan – Elgton Jenkins – Sean Rhyan – Darrian Kinnard.
Dominanter Beginn ins Spiel
Die Cowboys gewannen den Cointoss. Damit starteten die Packers mit der Offense ins Spiel und wollten direkt ein Zeichen setzen. Dies sollte in der Offense auch klappen. Zumindest im Passspiel. Im Running-Game stockte immer noch etwas der Motor zu Beginn. Das Passing-Game war direkt on Point. Zuerst konnte Quarterback Jordan Love seinen Rookie Receiver Matthew Golden tief für 46 Yards bedienen – Wide Receiver Dontayvion Wicks war im selben Play ähnlich weit offen – ehe Love seinen Go-to-Guy Tight End Tucker Kraft für 16 weitere Yards in Szene setzen konnte.
1 Yard vor der Goalline war der Touchdown Pass auf Receiver Romeo Doubs nur noch Formsache. 7-0.
Die Dominanz zeigten die Packers aber auch auf der anderen Seite des Balles, denn nach drei schnellen Runs der Cowboys Offense über ihren Runningback Javonte Williams, war deren Drive schon wieder vorbei.
In der Offense wurde der nächste Drive von einer Holding-Strafe gegen Left Guard Jordan Morgan direkt wieder beendet. Aber die Gastgeber aus Dallas mussten genau so punten, dieses Mal nach 5 Plays.
Als Nächstes kam dann auch das Laufspiel der Packers ins Rollen. Die Runningbacks Emanuel Wilson und Josh Jacobs brachten den Packers 1st Down um 1st Down. Selbst eine Holding-Strafe gegen Right Tackle Darrian Kinnard konnte Runningback Josh Jacobs nicht stoppen, der direkt darauf mit einem 27 Yard Play antworten konnte. Nun stand die Offense um Quarterback Jordan Love wieder an der 1 Yard Line und wieder war Wide Receiver Romeo Doubs zum Touchdown in der Endzone frei.
Kleinere Fehler und Momentum-Switch
Special Teams sind immer noch nicht das Steckenpferd der Packers. Der folgende PAT nach dem zweiten Doubs-Touchdown wurde erneut geblockt. Dieses Mal noch eine Stufe schlimmer, denn Safety Markquese Bell konnte den Ball aufnehmen und für 2 Punkte in die Endzone zurücktragen. 13-2. Nach weiteren Punts auf jeder Seite kam dann auch die Offense des Gastgebers in Bewegung. Mit schnellen Pässen konnte Cowboys Quarterback Prescott seinen Receiver George Pickens in Szene und die Ketten in Bewegung setzen. Auch Runningback Javonte Williams tat sein eigenes dazu bei. Yard um Yard kamen die Cowboys weiter und weiter nach vorne, ehe sie in der Hälfte die tiefe Bombe in Doppel-Coverage warfen und Receiver George Pickens diese auch irgendwie im Feld fangen konnte. An der Goalline war es dann Dak Prescott selbst, der zum Touchdown für die Hausherren laufen konnte.
Bei noch 41 Sekunden und einer Timeout kam die Offense der Packers um Quarterback Jordan Love nochmal aufs Feld. Zum schnellen 1st Down fand er auch seinen Tight End Tucker Kraft, doch als Love im nächsten Play zum tiefen Pass ansetzen wollte, konnte Cowboys Pass-Rusher James Houston den Ball zum Fumble frei schlagen und auch zum Turnover sichern. Dieses Momentum wusste Dak Prescott auch direkt auszunutzen und fand erneut seinen Wide Receiver George Pickens völlig frei in der Endzone der Packers zur 13-16 Halbzeitführung für Dallas. Innerhalb von 32 Sekunden haben die Packers aus einem 13-2 ein 13-16 zugelassen.
Offensive Power in Halbzeit 2
Die Packers Defense konnte sich nun wieder finden, allerdings mit einem schweren Verlust. Defensive Tackle Devonte Wyatt hatte sich am Knie verletzt und fiel für den Rest des Spieles aus. Dennoch konnte die Defense den Drive nach nur 5 Plays stoppen.
Die Offense zeigt auch wieder ein konstanteres Bild in der zweiten Hälfte auch Dank einer Facemask Strafe gegen Dallas. Diese brachte die Offense der Packers in die Hälfte der Cowboys. Dort konnte Runningback Josh Jacobs seine Zahlen weiter nach oben schrauben. Erst mit einem 19 Yard Run, und kurze Zeit später mit einem Lauf zum nächsten Touchdown für die Packers.
Die Cowboys wussten aber auch, wie man den Ball und die Ketten bewegt. In diesem Drive konnten gleich mehrere Spieler Bälle für die Cowboys fangen. Seien es Pässe auf Receiver KaVontae Turpin, Tight End Jake Ferguson, Receiver Ryan Flournoy, alles schien für die Cowboys zu gelingen. Sicherlich hatte auch der fehlende Packers Pass Rusher Micah Parsons seinen Anteil, er befand sich in diesem Drive in Behandlung im Untersuchungszelt. Er kam später wieder zurück. Letztendlich war es Tight End Ferguson, der aus 8 Yards den Ball in der Endzone fangen konnte.
Die Packers Offense nahm den Schwung aber mit. Quarterback Jordan Love konnte selbst das erste Mal zeigen, dass er auch was in den Beinen hat. 25 Yards Raumgewinn! Ein Pass auf Tight End Tucker Kraft und ein 18 Yard Run von Runningback Josh Jacobs und die Packers waren wieder in Front. Die Offense der Packers konnte hier in 8 Plays und weniger als 4 Minuten das gesamte Feld herunter marschieren.
Hin und Her bis zum Ende
Selbiges taten aber auch die Cowboys. Nur nicht ganz so schnell. Die Defense der Packers bekam absolut keinen Zugriff mehr. Gegen die schnellen Würfe von Quarterback Dak Prescott und die Flexibilität der Cowboys Offense wusste Defensive Coordinator Jeff Hafley keine Antwort. Tight End Luke Schoonmaker, Wide Receiver KaVontae Turpin, Receiver George Pickens und Runningback Javonte Williams, der am Ende auch den Touchdown zur erneuten Cowboys-Führung erlaufen konnte. 27-30.
Bei noch knapp 5 Minuten auf der Uhr, musste Quarterback Jordan Love es nun etwas temporeicher angehen. Ein 18 Yard-Pass auf Receiver Romeo Doubs, ein 13 Yard-Pass auf Runningback Emanuel Wilson, ein 14-Yard-Lauf von Josh Jacobs und ein 15 Yard-Touchdown-Pass erneut auf Receiver Romeo Doubs brachten nach 3 Minuten die erneute Führung der Packers.
Aber die Rechnung wurde ohne das Packers Special Teams gemacht. Denn das Kickoff Return Team ließ einen 46 Yard-Return von KaVontae Turpin zu. Nach drei weiteren blitzschnellen Pässen von Cowboys Quarterback Dak Prescott auf Receiver Tolbert, Tight End Ferguson und Receiver Pickens waren innerhalb von 62 Sekunden die nächsten Punkte auf dem Scoreboard und die Cowboys gingen mit einem Offensiv-Festival wieder einmal in Führung.
43 Sekunden und 3 Timeouts. Ähnliches ging kurz vor der Halbzeitpause für die Packers in die Hose. Dieses Mal fing es besser an. Runningback Josh Jacobs konnte einen Ball für 25 Yards fangen. Wide Receiver Malik Heath anschließend für 9 weitere. Doch dann war nach zwei kürzen Runs der Drive beendet und Kicker Brandon McManus trat zum 53 Yard Field Goal an. Dieses Mal kein Block, kein Tipp … Kerzengerade verwandelt zur Overtime.
Embed from Getty ImagesNervenkitzel und Overtime
Die Cowboys bekamen zuerst den Ball. Returner Turpin durfte schon wieder für 41 Yards returnen, doch dieses Mal minderte eine Holding-Strafe das gute Ergebnis des Returns. Nichtsdestotrotz konnte Dallas mit der Uhr und mit der Packers Defense Katz-und-Maus spielen. Run von Runningback Williams für 11 Yards, Pässe auf Receiver Pickens für 4 und für 22 Yards, Pass auf Tight End Schoonmaker für 3 Yards. Bei 2nd & 7 und nun etwas mehr Druck kam schon etwas Positiveres für die Packers Defense auf, doch dann warf Dak Prescott eine tiefe Bogenlampe auf seinen Receiver Jalen Tolbert. Dieser konnte den Ball so gerade eben noch mit beiden Füßen im Feld für 34 Yards fangen.
Wenigstens die Goalline Defense der Packers hatte im Anschluss standgehalten. Hierbei profitierte man auch vom ersten und einzigen Sack der Packers im gesamten Spiel, von Pass-Rusher Micah Parsons. Cowboys Kicker Brandon Aubrey verwandelte aus 22 Yards sicher.
Nach einem kurzen Pass auf Wicks und einer Incompletion hatte Quarterback Jordan Love seinen Receiver Dontayvion Wicks im 1 gegen 1 frei gesehen. Doch Wicks wurde beim Catch deutlich behindert, aber die Schiedsrichter wollten hier keine Flagge wegen Defensive Pass Interference werfen. 4th Down & 6 und die Niederlage im Rücken. Love auf Golden. 1st Down 9 Yards für Runningback Wilson, noch einmal 13 Yards für Runningback Wilson, weitere 15 Yards für Receiver Wicks und 6 Yards für Receiver Doubs. Schon standen die Packers in der Redzone der Cowboys und jetzt war wieder der Sieg zum Greifen nahe. Die nächsten beiden Screens waren sehr offensichtlich vorherzusehen, sodass beide jeweils in einem Yardverlust endeten. Bei noch 6 Sekunden auf der Uhr warf Love noch einmal vergeblich auf Golden in die Endzone, sodass bei einer Sekunde Kicker Brandon McManus zum 34 Yard Field-Goal-Versuch antreten musste. Dieser hatte Nerven wie Drahtseile und verwandelte zum 40-40 Unentschieden.
Fazit
Ja, ein 40 zu 40 Unentschieden. Nicht verloren, aber so irgendwie doch. Damit können und dürfen die Packers nicht zufrieden sein. Mit der Defense kann man nicht zufrieden sein, gerade mit dem Pass-Rush oder eher dem nicht vorhandenen Pass Rush nicht. Mit den Special Teams nicht. Es wurde wieder ein Field Goal geblockt. Es wurden Kickoffs für 175 Yards zurück getragen – Ein No Go!
Aber nicht alles war schlecht. Die Offense war deutlich verbessert, aber auch das gegen eine auf dem Papier sehr sehr schlechte Defense. Hier sind auf jeden Fall Runningback Josh Jacobs (2 Touchdowns) und Wide Receiver Romeo Doubs (3 Touchdowns) hervorzuheben, auch Quarterback Jordan Love – seinen Fumble einmal ausgenommen – spielte ein durchaus gutes Spiel.
Jetzt gilt es in der Bye-Week die richtigen Schlüsse zu ziehen (wo auch immer die liegen mögen, warum auch immer die Defense so von der Rolle war) und für die verletzten Spieler (Tom, Banks, Belton, Wyatt, Jacobs, Parsons etc.) sich auszukurieren. Die Saison ist noch lang genug und sie wurde in den ersten vier Wochen niemals gewonnen.
Die Packers stehen mit einem positiven Record nach vier Wochen in den Büchern und darauf gilt es aufzubauen.
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