Ein Sieg trotz verpasster Chancen und viel Wind – Review Week 11 Packers at Giants 

Ein teuer erkaufter Erfolg? 

Erneut gewinnen die Packers ein Spiel mit 27 erzielten Punkten. Am Ende heißt es 27:20, doch dieser Sieg könnte teuer erkauft sein: Josh Jacobs musste schon früh verletzt vom Feld. Stand heute, Montag, wohl nicht season ending. Dennoch voraussichtlich ein Ausfall für einige Wochen. 

Trotz allem setzte man sich nur knapp gegen die Giants durch – obwohl bei New York mit Jameis Winston der Backup vom Backup under center stand. Mehrere verpasste PATs und ganze vier (in Worten: VIER!) verpasste Interceptions machten die Partie jedoch unnötig spannend. 

Auf einen Blick 

  • Jacobs verletzt – Ausfallzeit noch unklar 
  • Winston mit YOLO-Bällen – Packers lassen Chancen liegen 
  • Zu viele Drops in entscheidenden Momenten 
  • Starker Wind erschwert das Kicking-Game 
  • Beide Teams mit überzeugendem Run Game 
  • Am Ende entscheiden Interception und Sack 

Blitzstart der Giants 

Die Vorzeichen waren eigentlich eindeutig: Nach zwei bitteren Niederlagen brauchten die Packers dringend einen Sieg. Und gegen angeschlagene Giants, die mit Jameis Winston den Backup vom Backup starten mussten, schien dieses Vorhaben absolut realistisch. 

Doch die Giants hatten andere Pläne. Mit mutigem Auftreten und aggressivem Playcalling eröffneten sie die Partie und legten einen beeindruckenden ersten Drive aufs Feld. Den Grundstein legte ein starkes Laufspiel über Tyron Tracy. Gleichzeitig zeigte Jameis Winston früh, warum er trotz seiner Fehleranfälligkeit Spiele an sich reißen kann: Zwei präzise 20-Yard-Pässe auf Wan’Dale Robinson und Isaiah Hodgins brachten New York schnell tief in die Packers-Hälfte. Dort vollendete Devin Singletary den Drive mit einem 5-Yard-Touchdown-Lauf. 

Haben die Packers eine Antwort? 

Der Ton war gesetzt, nun mussten die Packers reagieren. Und zunächst sah es durchaus vielversprechend aus: Josh Jacobs gewann mit zwei starken Läufen direkt wichtige Yards. Doch im Passspiel lief am Anfang wenig zusammen. Love fand Doubs unter Druck frei und platzierte den Ball perfekt – doch Doubs ließ ihn fallen. Der erste von mehreren schmerzhaften Drops an diesem Abend beendet den Drive. 

Dank einer bärenstarken Defense schickte Green Bay die Giants jedoch umgehend mit einem Three-and-Out wieder vom Feld. Damit befand man sich bereits im zweiten Viertel – auch weil Jameis Winston tat, was Jameis Winston nun einmal tut: riskante Würfe nehmen. Keisean Nixon bot sich hier die erste große Chance auf eine Interception, die das Momentum hätte drehen können. Doch auch er konnte den Ball nicht festmachen. 

Packers kommen ins Rollen – doch der Preis ist hoch 

Die Packers fanden nun besser in ihre Offense: Jacobs, Love und ein hervorragend designter End-Around von Bo Melton ließen die Giants-Defense zunächst alt aussehen. Doch nach einer 10-Yard-Holding-Strafe wollte Love zu viel. Sein Scramble über vier Yards endete in einem harten Tackle von Demetrius Flannigan-Fowles. Love musste verletzt vom Feld und sogar in die Kabine. Die Entwarnung folgte jedoch schnell: Bereits im nächsten Drive war er zurück. 

Der laufende Drive wurde in der Zwischenzeit von Malik Willis übernommen – und erfolgreich abgeschlossen. Nach mehreren Run- und Pass-Plays fand er Christian Watson in der Endzone. Der Pass war perfekt, der Catch fast noch besser. Watson entwickelt sich zunehmend zum wichtigsten Receiver dieser Offense. Doch der Touchdown hatte seinen Preis: Josh Jacobs musste verletzt raus und kehrte – anders als Love – nicht mehr zurück. Wie schwer die Verletzung ist, bleibt abzuwarten. 

Zum Ausgleich fehlte nun nur noch der Extra-Punkt von Lukas Havrisik, der den verletzten McManus ersetzte. Doch der Versuch segelte weit rechts am Pfosten vorbei – so weit, dass eigentlich nur der heftige Wind im MetLife Stadium als Erklärung herhalten kann.

Die Packers-Defense stand anschließend wieder auf dem Feld und machte einmal mehr kurzen Prozess: Three and out – danke, wiedersehen! 

Emanuel Wilson übernimmt 

Jordan Love knüpfte nahtlos an den zuvor von Malik Willis angeführten Drive an und konnte sich im Run Game nun auf Emanuel Wilson stützen, der den verletzten Jacobs als Lead Back ersetzte und seine Aufgabe solide erfüllte. Trotz eines weiteren bitteren Drops von Romeo Doubs bewegte Love den Ball kontinuierlich nach vorn – mit kräftiger Unterstützung von Christian Watson (12 Yards), Matthew Golden (24 Yards) und schließlich doch noch zweimal Doubs (8 und 22 Yards). 

Die Belohnung folgte prompt: Emanuel Wilson vollendete den Drive mit einem starken 11-Yard-Touchdown-Lauf. Und diesmal verwandelte Havrisik auch den Extra-Punkt. 

Defense belohnt sich einfach nicht 

Nun war wieder Jameis Winston am Zug – und die bis dato stark aufspielende Packers-Defense wollte den knappen Vorsprung mit in die Halbzeit nehmen. Bereits wenige Plays später bot sich die große Chance dazu: Bei 3rd & 12 spielte Winston einen Screenpass zu Tyron Tracy, und Edgerrin Cooper war noch hinter der Line of Scrimmage sofort zur Stelle. Doch es gelang ihm nicht, den wendigen Running Back zu Boden zu bringen. Statt eines erzwungenen Punts stand ein neues First Down für die Giants auf dem Board. 

Einige erfolgreiche Plays später – unterstützt durch eine Defensive Pass Interference in der Endzone – standen die Giants direkt vor der Goalline. Devin Singletary vollendete den Drive mit einem Touchdown zum Ausgleich. Der anschließende Extrapunkt von Younghoe Koo traf zwar zunächst die Mitte, musste aber wegen einer Strafe wiederholt werden. Aus größerer Distanz hatte dann auch er mit dem starken Wind zu kämpfen und verzog den Versuch nach links. 

Die verbleibenden 71 Sekunden vor der Pause konnten die Packers nicht mehr produktiv nutzen – mit einem 13:13 ging es in die Kabinen. 

Offense macht weiter, wo sie aufgehört hat 

Nach der Pause bekamen die Packers den Ball – und Jordan Love knüpfte direkt an seine starke Phase vor der Halbzeit an. Präzise Pässe auf Dontayvion Wicks und Christian Watson brachten schnell gute Feldposition. Ein tiefer Ball auf Matthew Golden hätte sogar noch mehr Raumgewinn gebracht, wurde aber durch eine klare Pass Interference an der 3-Yard-Linie verhindert. 

Den Touchdown erzielte anschließend Josh Whyle – erst vor dem Philadelphia-Spiel verpflichtet und in dieser Szene so sträflich allein in der Endzone gelassen, als hätten die Giants ihn schlicht vergessen. Der Extrapunkt fiel jedoch erneut dem Wind zum Opfer und segelte weit links vorbei. 

Defense kriegt den Deckel nicht drauf 

Nun sollte die Defense den Weg Richtung Sieg ebnen. Und Möglichkeiten gab es reichlich: Zweimal spielten die Giants einen vierten Versuch erfolgreich aus, und zweimal rauschten Packers-Verteidiger nur Zentimeter an riskanten Winston-Pässen vorbei. Als Zuschauer bekam man immer mehr das Gefühl: Das könnte wieder so ein Spiel werden, das unnötig kippt. Doch schließlich – bei einem weiteren ausgespielten 4th Down – gelang der erlösende Sack. Turnover on downs. 

Wer nun dachte, die Packers würden den folgenden Drive nutzen, um „den Sack zuzumachen“, wurde bitter enttäuscht: Drei Plays, acht Yards, Punt – und die Giants-Offense stand erneut auf dem Feld. 

Das Narrativ blieb unverändert: Chancen auf Big Plays wurden nicht genutzt. Zuerst ließ Javon Bullard eine beinahe sichere Interception fallen. Danach durfte Tyron Tracy einen kurzen Pass über 20 Yards nach vorn tragen. Und schließlich landete ein weiterer riskanter Wurf von Winston direkt in den offenen Armen von Keisean Nixon – der zum dritten Mal in diesem Spiel die Interception nicht festhalten konnte. 

Wer solche Gelegenheiten nicht nutzt, muss sich nicht wundern, wenn der Gegner weiter mutig bleibt. Wieder spielten die Giants einen vierten Versuch aus – und diesmal belohnte sich Jameis Winston selbst mit einem Quarterback Sneak in die Endzone. Der verwandelte Extrapunkt bedeutete zu diesem Zeitpunkt sogar die Führung für New York. 

Starkes Passspiel dreht das Momentum 

Ausgerechnet die Unit, die in den vergangenen Wochen kaum Akzente setzen konnte, spielte nun groß auf. Über das Passspiel überbrückte Jordan Love in nur 3:20 Minuten ganze 65 Yards. Besonders herausragend: zwei tiefe Würfe – ein 33-Yard-Pass auf Rookie Savion Williams und ein 17-Yard-Pass auf Christian Watson. Beide Male fingen die Receiver den Ball trotz enger Coverage sauber ab. Genau diese Plays hat man in dieser Saison so lange vermisst. Co-Kommentator Drew Brees brachte es auf den Punkt: „There is no defense for a perfectly thrown ball.“ – Einen perfekt geworfenen Ball verteidigst du nicht. 

LaFleur zeigte darüber hinaus Vertrauen in seinen Quarterback: Die anschließende Two-Point-Conversion – erneut ein Pass – vollendete Emanuel Wilson erfolgreich. 

Zittern bis zum Schluss 

Doch noch waren über vier Minuten auf der Uhr. Und Jameis Winston dachte gar nicht daran, sein Vorgehen zu ändern. Chunk Play um Chunk Play marschierten die Giants das Feld hinunter – mal per Lauf, mal durch die Luft. Vor dem Fernseher wusste man längst, worauf diese Sequenz wohl hinauslaufen würde. 

Doch dann die Erlösung: Winston versuchte erneut einen riskanten Wurf in die Endzone. Diesmal jedoch stand Evan Williams goldrichtig – und hielt den Ball endlich fest. Interception. Turnover. Game over. 

Takeaways 

Dieses Packers-Team bleibt weiterhin schwer zu greifen. Von Woche zu Woche wechseln sich Licht und Schatten ab, oft in völlig unterschiedlichen Bereichen. Gegen die Giants zeigte das Passing Game endlich wieder Stabilität – teils sogar Explosivität. Und ohne die unnötigen Drops wäre diese Partie wohl deutlich weniger nervenaufreibend geworden. 

Auf der anderen Seite erwischte die Defense keinen ihrer besseren Tage. Gleich mehrere potenzielle Interceptions blieben ungenutzt, das Run Game der Giants bereitete durchgehend Probleme und einige Strafen kosteten zusätzlich Momentum. Der Aufwand, den die Defense betreiben musste, um Drives zu stoppen, war schlicht zu hoch – ein ungewohntes Bild in einer Saison, in der die Unit bisher meist Stabilität gezeigt hat. 

Was bleibt, ist ein vertrautes Muster: Die Packers schaffen es selten, dass alle Units gleichzeitig auf hohem Niveau performen. Mal trägt die Offense das Team, mal die Defense, mal die Special Teams – aber selten bilden sie gemeinsam ein geschlossenes, dominantes Gesamtpaket. Sollte es irgendwann gelingen, dieses Level konsistent abzurufen, könnten die Packers ganz anders auftreten. Doch Stand heute bleibt es eine Mannschaft, die sich Siege oft schwerer macht, als es nötig wäre. 

Spieler des Spiels 

Offense: Christian Watson 
Defense: keiner 

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