Ein weiterer Turkey-Schenkel für Love – Review Week 13 Packers vs. Lions

Die Packers können es wieder! Sie bauen ihre Thanksgiving Serie aus und verdienen sich zum dritten Mal in Folge einen Truthahnschlägel. Diesmal darf auch Micah Parsons zulangen:

Damit haben die Packers, wie bereits in der Preview angesprochen, in Rodgers/Love-Ära nun sechs von acht Spiele an Thanksgiving gewonnen (Quote: 75%), davon eben die letzten drei Jahre in Folge. Das bringt die Packers in eine komfortable Lage: Mit den Bears ist man weiterhin auf Augenhöhe und hat noch beide direkte Duelle vor sich. Die Lions haben nun zwei Niederlagen mehr als die Packers. Mit den Cowboys und den Rams als nächste Gegner ist da schon ordentlich Druck drauf, um nicht komplett den Anschluss zu verlieren.

Quelle: NFL.com; NFC North Standings; https://www.nfl.com/standings/

Den Lions wird die nächsten Wochen eine Schlüsselfigur fehlen. Amon-Ra St.Brown verletzte sich früh im Spiel mit einer Sprunggelenksverstauchung. Schon in diesem Spiel ist sein Fehlen bereits aufgefallen. Er fällt nun ein paar Wochen aus. Aber auch auf Packers Seite hatte sich Devonte Wyatt verletzt. Er musste mit einem Cart vom Spielfeld gefahren werden. Am Freitag wurde Gewissheit, was befürchtet wurde: Er hat sich einen Knöchelbruch zugezogen und wird aller Voraussicht nach den Rest der Saison verpassen.

Auf einen Blick

  • Sehr starkes Spiel über alle Units hinweg
  • Mit dem Lions Spiel in Woche 1 eines der besten Packers Spiele diese Saison
  • Stars waren Jordan Love (vier Touchdowns) und Micah Parsons (3 Sacks)
  • Aggressivität von Love und Matt LaFleur sehr wichtig
  • 4th Down Conversions waren auf beiden Seiten der entscheidende Faktor
  • Verletzungen auf beiden Seiten (Amon-Ra St.Brown und Devonte Wyatt)

Turbulente erste Hälfte

Die Packers starteten eigentlich sehr gut in die Partie. Im ersten Drive kam man sehr gut das Feld runter und konnte zwei kurze 3rd Downs mit Runs überwinden. Allerdings scheiterte man dann kurz vor der Redzone. In drei Versuchen schafften die Packers allerdings keine Completion. Somit konnte man „nur“ mit drei Punkten in Führung gehen. Die nächsten drei Drives konnten die beiden Teams zusammen nur ein 1st Down erzielen. Die Defenses dominierten diese Phase (Micah Parsons und Kinsgley Enagbare auch mit einem Sack bei einem wichtigen 3rd-Down). Somit endete das 1st Quarter mit 3:0 für die Packers.

In diese Phase fiel auch die bereits angesprochene Verletzung von Star Wide Receiver Amon Ra St.Brown. Ein großer Verlust. In seine Rolle schlüpften Isaac TeSlaa und Tom Kennedy. Tom Kennedy wurde für dieses Spiel vom Pratice Squad hochgezogen und hat in seinen sechs Jahren in den NFL (alle bei den Lions) bisher insgesamt 14 Catches. Er hatte einige (wichtige) Catches für insgesamt 36 Yards. Und für Rookie Wide Receiver Isaac TeSlaa waren das die NFL Catches fünf und sechs und wie schon in Woche 1 war wieder mal ein Touchdown dabei, dazu später mehr.

Kritische Szenen liefen zugunsten der Packers

Nach dem eher zähen Beginn begann das zweite Quarter direkt mit einem Touchdown. Das Team aus Green Bay, dass das gesamte Spiel sehr aggressiv auftrat, verwandelte ein 4&3 zu einem Wicks Touchdown. Doch diese Punkte standen sehr Kritik. Vielleicht etwas Glück, dass die Schiedsrichter hier zugunsten der Packers entschieden haben.

Die Lions antworten direkt mit einem guten Drive und langen BigPlays. Sie bauten auch ein Trickplay ein und stellten David Montgomery in die Wildcat Formation und Quarterback Jared Goff als Receiver auf. Den Versuch verwandelte Montgomery zum 10:7. Doch die Packers ließen das nicht auf sich sitzen und antworteten ebenfalls direkt. Mit langen Pässen auf Dontayvion Wicks und Luke Musgrave kam man das Feld herunter.

Wieder bei 4th Down in der Redzone ein aus neutraler Sicht kritische Szene. Bei 4th&2 wollte Matt LaFleur den Versuch ausspielen. In der Offensive Line gab es aber ein False Start, was ein 4th&7 und vermutlich ein Field Goal Versuch bedeutet hätte. LaFleur wollte aber wohl vor dem False Start ein Timeout nehmen, was die Strafe zurücknehmen würde. Wäre das Timeout nach dem Play gekommen, wäre es zu spät gewesen. Das Timing ist hier nicht aufzulösen. Die Schiedsrichter entschieden auch hier für die Packers (und bestätigten diese Entscheidung auch nach dem Spiel). Das Timeout wurde genommen, die Strafe war hinfällig und Jordan Love fand Romeo Doubs in der Endzone zum 17:7.

Der Schlagabtausch sollte nicht anhalten

Im letzten großen Drive vor der Halbzeit konnte vor allem Jameson Williams groß auftrumpfen. Beim ersten BigPlay war er einfach viel schneller als Carrington Valentine. Beim Touchdown (ein 3rd&3 Versuch) positionierte sich Williams im Backfield. Hier kam Valentine angeschossen und hatte ihn fast schon für negative Yards getackled. Aber er ging mit der falschen Schulter zum Tackle und prallte ab. Anschließend waren zwar genug Defender in der Nähe, um das Tackle zu machen, aber keiner kam an ihn heran und so rennte er die restlichen 20 Yards in die Endzone.

Eine Szene, die definitiv vermeidbar war. Die restlichen Sekunden bis zur Halbzeit reichten nicht aus, um nochmal Punkte aufs Board zu bringen. Es ging mit 17:14 in die Halbzeit. Eine knappe Führung, aber durchaus verdient. Für neutrale Beobachter war dies bis dahin auf jeden Fall ein spannender Schlagabtausch.

Eine Halbzeit zum Durchschnaufen

Im dritten Quarter ging es (fast ununterbrochen) fröhlich weiter mit den Punkten. Die Packers konnten zunächst die Lions bei einem 4th&3 an der Mittellinie stoppen. Wieder einmal war es Micah Parsons, der sich schnell vom Tackle lösen konnte und zusammen mit Isaiah McDuffie Jahmyr Gibbs stoppen konnte. Eine Chance für die Packers nun davon zu ziehen. Und das passierte auch: Love fand Watson für tief einen 51 Yard Touchdown. Er sagte später, dass man die Lions auch tief attackieren wollte. Vor allem nach dem wichtigen Stop davor.

Auf der anderen Seite konnten die Lions in drei Minuten ebenfalls einen Touchdown erzielen. Wie im Hinspiel war es wieder Isaac TeSlaa, der ein 17 Yard Pass von Goff in der Endzone herunterfischte. Da passte die Zonenverteidigung nicht. Nixon und McKinney verteidigten niemanden auf der rechten Seite der Endzone. Während ein Packers Verteidiger Man Coverage auf Jameson Williams gespielt hat, wirkte Evan Williams davon verwirrt und ging zu spät TeSlaa hinterher.

Den Abschluss der Serie markierte ein super Drive von Wicks und Love. Nach einem 30 Yard Pass auf Wicks und mehreren gute Runs befand man sich in der Redzone. Dann hatten die Packers zweimal etwas Glück. Nach einem Pass auf Doubs, verloren die Packers für einige Sekunden den Ball, bevor sich Rasheed Walker den Ball aus der Luft greifen konnte. Beim anschließenden 3rd&1 konnten die Lions viel Druck machen – Love musste den Ball wegwerfen. Allerdings griff Jack Campbell, der Lions Linebacker, Josh Whyle in das Gesichtsgitter. Diese Personal-Foul-Strafe sorgte für neue Versuche. Ein Jacobs Run war noch knapp zu kurz. Der nächste Versuch saß. Love mit einem nicht idealen Pass, aber Wicks kontrollierte den Ball und streckte sich in die Endzone. 31:21.

4.Quarter: Fehler der Lions und Micah Parsons beenden die Partie

Das letzte Quarter war geprägt von Fehlern. Die Lions konnten einen guten Drive nicht beenden. Beim wichtigen 4th Versuch dropte Jameson Williams, der bis dahin ein tolles Spiel hatte, komplett unbedrängt den Ball. Einem Amon-Ra St.Brown, wäre das vermutlich nicht passiert. Im folgenden Drive wurde eine klare Pass Interference Strafe gegen Robertson, Cornerback Lions, nicht gegeben, dadurch mussten die Packers punten. Bei neun Minuten noch genügend Zeit für die Lions.

Dieser „finale“ Drive zog sich allerdings. Parsons sackte Goff, nachdem er 1:1 Taylor Decker überrannte. Durch eine fragwürdige Strafe gegen Keisean Nixon konnten sich die Lions allerdings aus der Situation befreien. Beim 44 Yard Catch und Run von Jameson Williams, war dieser sträflich frei. Evan Williams verpasste hier zusätzlich noch ein wichtiges Tackle. Die Lions kamen über mehrere Plays an die 4 Yard Linie der Packers. Bei 3&4 kam dann ein letztes Mal Micah Parsons durch. Er kam an seinen Gegenspielern nicht vorbei und nahm die freie Lücke neben dem Center und traf Goff vollkommen überraschend. Die Lions kickten ein Field Goal.

Der letzte Drive hatte vor allem den Sinn, möglichst viel Zeit von der Uhr zu nehmen. Nach dem 2-Minute-Warning entschied sich Matt LaFleur für ein Passing Call bei 3&3. Watson konnte den Ball nicht festhalten. Es war nun die Frage spielen die Packers den Versuch nahe der Mittelinie aus, mit dem Risiko den Lions ein kürzeres Feld mit zwei Minuten zu geben oder für einen Punt und der Defense vertrauen. Man vertraute auf das Ausspielen. Love fand unter Druck Wicks. Drittes 4th Down geschafft. Spiel gewonnen.

Fazit

Die Packers spielten auf beiden Seiten ein starkes Spiel. Und das gegen ein Lions-Team, das sich nie aufgegeben hat und trotz der Verletzungen in der Offensive Line, auf Tight End und eben St.Brown eine große Gefahr war. Defensiv überragte Micah Parsons mit 2,5 bis 3 Sacks (je nach Zählweise) plus wichtigen Stops. Er bügelte ein paar Fehler der Defensive Backs aus. Ebenso konnten Kingsley Enagbare und Isaiah McDuffie (in der Abwesenheit von Walker) auftrumpfen. Rashan Gary blieb dagegen mal wieder sehr blass. Die Special Teams waren sauber und machten zumindest keine Fehler.

Das größte Faustpfand war aber Matt LaFleur und die Offensive. Das offensive Playcalling erinnerte endlich wieder mehr an die letzten Jahre. Kreative Runs mit Bo Melton, tiefe Bälle und Einbindung des gesamten Arsenals. Auch die Runs wirkten wieder überlegter und zielführender. Die 4th Downs Entscheidungen (drei von drei) waren sehr mutig, aber wichtig. Konservative Entscheidungen hätten dir dieses Spiel hier verlieren können. Die ebenso mutigen Lions hatten hier allerdings weniger Erfolg (null von zwei).

Und dann sind da noch Jordan Love und Dontayvion Wicks. Love zeigte in wichtigen Momenten seine Playmaking Qualitäten. Wieder ein nahezu fehlerloses Spiel – Er wurde verdient MVP dieses Spiels. Wicks wiederum mit starken Catches, keine Drop Probleme. Er hatte einige wichtige Szenen und spielte sein bestes NFL Spiel. In der Form ist er ein enormer Boost für das Team und sorgt mit den anderen Receivern für eine Unberechenbarkeit für den Gegner.

Trotz des Ausfalls von Devonte Wyatt gibt das Spiel Hoffnung und zeigt das mit den Packers zu rechnen ist. Jetzt gilt es in den Games gegen die Bears die Division klar zu machen. Jetzt erstmal ein entspanntes Wochenende!

Spieler des Spiels

Offense: Jordan Love: 18 von 30 angebrachten Pässen für 234 Yards und 4 Touchdowns

Defense: Micah Parsons: 3 Sacks

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