Season on the Line? Preview Week 11 Packers at Giants

Zwei ernüchternde Niederlagen liegen hinter uns. Das in den ersten Wochen so gehypte Team um Quarterback Jordan Love liegt am Boden, bei vielen Fans ist die Euphorie nach dem Parsons-Trade längst der Ernüchterung gewichen. Können die Packers das Ruder gegen angeschlagene Giants wieder herumreißen und endlich den nächsten vermeintlichen Underdog klar schlagen? 

Auf dem Papier ist die Sache erneut eindeutig: Green Bay geht mit 7,5 Punkten als Favorit in die Partie. Aber diese Ausgangslage hatten wir in dieser Saison schon mehrfach – und zu oft konnte das Team sie nicht nutzen. Es gilt, durch besseres Playcalling, einer stabileren O-Line und klar verändertes Auftreten zurück in die Saison zu finden – gegen wankende “Giganten”. Wenn nicht jetzt, wann dann? 

Auf einen Blick 

  • Wann? Sonntag, 16. November 2025 / 19:00 Uhr 
  • Wo? Metlife Stadium, East Rutherford (NJ) 
  • Sender/Broadcasting Crew US-Feed: Fox/ Adam Amin, Drew Brees, Kristina Pink (FR) 
  • Sender/Kommentatoren Deutschland: Gamepass by DAZN 
  • Schiedsrichter: Scott Novak 
  • Wetterprognose: bewölkt, ca. 9 Grad, leichter Wind, Regenwahrscheinlichkeit bei 25% 

Wie lief die bisherige Saison der Giants? 

Die Saison hätte für die Giants der große Neustart werden sollen. Mit Jaxson Dart holte man endlich einen jungen Quarterback, auf den man Hoffnungen projizieren konnte – ein Spieler, der New York eine neue Identität geben sollte. Und tatsächlich: Schon nach drei Wochen verdrängte Dart Russell Wilson und brachte mit seiner Mobilität und Energie sofort frischen Wind. 

Doch der Traumstart bekam Risse. Dart spielt spektakulär, aber riskant. Jetzt steckt er im Concussion-Protokoll – und es sieht ganz danach aus, als würde der Rookie ausgerechnet gegen die Packers ausfallen. 

Und so steht New York nach zehn Spielen ernüchternd bei 2–8. Die Enttäuschung ist so groß, dass Headcoach Brian Daboll seinen Job verlor – eine Entscheidung, die bei vielen Fans eher Kopfschütteln als Erleichterung auslöste. Denn die Giants waren zwar erfolglos, aber keineswegs chancenlos: das 34:17 gegen die Eagles, die knappe Overtime-Niederlage in Dallas, das Ein-Punkt-Drama in Denver, das 20:24 in Chicago. Immer wieder war man nahe dran. 

Das Muster ist klar: Die Giants brechen spät ein. Red-Zone-Probleme, unvollendete Drives, verschenkte Führungen. Nur 47 Prozent ihrer Trips in die Red Zone enden mit einem Touchdown – und damit rangiert New York in der Liga fast ganz unten. 

Verletzungen – ein Problem für beide Teams 

Die Probleme der Giants sind auch auf die angespannte Verletzungssituation zurückzuführen. Mit Kicker Graham Gano und Running Back Cam Skattebo stehen zwei wichtige Spieler auf IR. Und auch Jaxson Dart wird das Spiel gegen die Packers verpassen – sein mutiger, risikoreicher Stil hat ihn eine Gehirnerschütterung gekostet, und das Concussion-Protokoll wird er so gut wie sicher nicht rechtzeitig verlassen. 

Dazu kommt eine ganze Reihe von Spielern, die in dieser Woche noch nicht trainieren konnten: Chauncey Golston (DL), Neville Hewitt (LB), Evan Neal (OT), Tyler Nubin (S), Bobby Okereke (LB), Darius Slayton (WR) und Kayvon Thibodeaux (ED) schleppen allesamt Blessuren mit sich herum und sind mindestens fraglich für Woche 11. Paulson Adebo (CB), Daniel Bellinger (TE) und John Michael Schmitz (C) sind weitere Schlüsselspieler, konnten aber nur limitiert trainieren. Mit ihrem Einsatz ist zwar zu rechnen, garantiert ist er aber bei keinem von ihnen. 

Auch auf Seiten der Packers sieht es nicht viel besser aus. Auf Injured Reserve tummeln sich mittlerweile Tucker Kraft (TE), Jayden Reed (WR), Brenton Cox (DL), MarShawn Lloyd (RB), Collin Oliver (LB) und John Williams (OG). Neu dazu gekommen ist im Spiel gegen die Eagles Center Elgton Jenkins, der sich das Bein gebrochen hat. Fraglich sind darüber hinaus Lukas Van Ness (DL), Nate Hobbs (CB), Edgerrin Cooper (LB), Quay Walker (LB) und Matthew Golden (WR) – wobei die letzten drei gute Chancen haben, rechtzeitig fit zu werden. 

Stärken des Gegners 

Die größte Stärke der Giants-Offense ist ganz klar das Run Game. Nicht zuletzt wegen der Gefahr, die Jaxson Dart als Dual Threat mitbringt, findet sich New York in vielen Rushing-Statistiken im oberen Bereich wieder. Mit 1.230 Rushing Yards belegt man Platz 10, 13 Rushing Touchdowns bedeuten sogar Platz 3 in der Liga. Dabei ist man mit 4,3 Yards pro Attempt zwar nur im Liga-Mittelfeld – doch die Offense schafft es am Boden konstant Raumgewinn zu erzielen und damit Drives am Leben zu halten. 

Auch die Passing Offense ist besser, als man bei einem 2–8-Team erwarten würde. 2.099 Passing Yards stehen zu Buche – Platz 11 in der Liga. Dass daraus jedoch nur 13 Passing Touchdowns (Platz 22) entstanden sind, erklärt die Red-Zone-Schwäche der Giants zumindest in Teilen: Yards sind da – die Punkte fehlen. 

Ein besonderes Augenmerk sollte man auch auf die Kick Returns legen. Hier glänzt vor allem Gunner Olszewski im Special Team. 476 Yards in 17 Returns – ein starker Schnitt von 28 Yards pro Versuch. Aber auch die übrigen Returner leisten solide Arbeit: Insgesamt hat New York bereits 1.166 Return-Yards nach Kickoffs produziert. Das Special Team gehört damit zu den gefährlicheren Einheiten der Liga. 

Ein Blick auf die Defense verrät allerdings schnell: Auf dieser Seite des Balls liegen die Stärken der Giants nicht. Wenn man etwas positives hervorheben möchte, dann sind es individuelle Big Plays – und damit immer wieder Abdul Carter und vor allem Brian Burns. Das Edge-Rush-Duo ist der eine echte Lichtblick in einer sonst unterdurchschnittlichen Defensive. Insbesondere in 1-gegen-1-Duellen zeigen sowohl Burns als auch Carter regelmäßig ihre Klasse und stellen Gegner mit schwächeren O-Lines immer wieder vor Probleme. 

Schwächen des Gegners 

Der Rest der Defense ist klar die größte Baustelle der Giants. Die Zahlen sprechen für sich: Platz 28 in Yards per Play und in den zugelassenen Passing Yards, Platz 32 in Yards pro Lauf und in den gesamten Rushing Yards, dazu Platz 31 bei den Rushing Touchdowns. Insgesamt gehört die Giants-Defense damit zu den anfälligsten Einheiten der Liga. Auch in Sachen Takeaways sieht es düster aus: Die Giants teilen sich Platz 29 mit den Packers – nur sechs erzwungene Turnovers, obwohl New York sogar ein Spiel mehr absolviert hat. 

Ein weiterer Schwachpunkt, den man als Packers-Fan nur allzu gut kennt, ist die Disziplin. Die Giants führen die Liga in defensiven Penalties an: 83 Strafen für 692 Yards und stolze 28 geschenkte First Downs für den Gegner. Diese Fehler tragen maßgeblich dazu bei, dass New York enge Spiele immer wieder aus der Hand gibt. 

Dazu kommen die Red-Zone-Probleme und mehrere Partien, in denen die Giants erst spät den Faden verloren haben. 

Unterm Strich lässt sich sagen: Die Giants können oft mithalten – aber ihnen fehlt die Stabilität, um Spiele in den entscheidenden Momenten auch nach Hause zu bringen. 

Key-Matchups 

Hält die Packers O-Line dieses Mal? 

In den letzten beiden Spielen wurde sehr deutlich, dass die Packers-Offense maßgeblich davon abhängt, wie gut die O-Line funktioniert. Die Probleme der Offense sind vielschichtig – und es wäre zu einfach, die Hauptschuld ausschließlich bei Jordan Love oder Matt LaFleur zu suchen. Die Line ist nun einmal eine der tragenden Säulen, im Run Game ebenso wie im Passing Game. 

Gegen den starken Pass-Rush rund um Brian Burns und Abdul Carter muss Green Bay am Sonntag deutlich mehr zeigen als zuletzt. Gerade gegen die schlechteste Run-Defense der Liga könnte eine stabile Line der Schlüssel sein, damit sich Josh Jacobs als Motor der Offense etablieren kann. Gelingt das, dürfte auch das Passing Game wieder flüssiger laufen. 

Turnover-Battle auf höchstem Niveau 

Beide Teams konnten bisher kaum in dieser Kategorie glänzen und stehen am Ende der Turnover-Tabelle. Genau deshalb könnte ausgerechnet dieses Duell am Sonntag den Ausschlag geben: Wer hier gewinnt, hat beste Karten auf den Sieg. 

Die Vorzeichen dafür könnten aus Packers-Sicht kaum besser sein: Anstelle von Jaxson Dart wird nicht etwa Russell Wilson starten, sondern Jameis Winston. Mike Kafka hat diese Entscheidung bereits offiziell bestätigt. Winston ist ein klassischer Gunslinger – risikofreudig, aggressiv, immer für ein Big Play gut, aber genauso für Interceptions. 

Schafft es der Pass-Rush um Micah Parsons erneut konstant Druck aufzubauen, wird Winston häufiger zu schnellen oder riskanten Entscheidungen gezwungen sein. Das öffnet Türen für Keisean Nixon, Xavier McKinney und Co. – vielleicht sogar endlich für den lang ersehnten Pick Six? 

Wiederbelebung des Pass-Spiels incoming? 

Das Receiver-Corps der Packers ist dezimiert. Der Ausfall von Tucker Kraft und Jayden Reed wiegt schwer, doch das verbliebene Personal ist deutlich besser, als es auf den ersten Blick wirkt: Romeo Doubs, Christian Watson, Dontayvion Wicks, Luke Musgrave – alles Spieler mit Big-Play-Potenzial. 

Die Giants-Secondary hingegen ist angeschlagen, inkonstant und in dieser Saison immer wieder anfällig für tiefe Plays. Eine große Chance für Green Bay, dem eigenen Passspiel neues Leben einzuhauchen und dem Receiving Corps dringend benötigte Erfolgserlebnisse zu verschaffen. Ist dies das Spiel, dass das Ruder herumreißt? 

Kein X-Faktor: Das Play-Calling 

Es wurde viel darüber diskutiert, welchen Anteil das Playcalling an der aktuellen Misere der Packers hat. Und natürlich trägt auch Matt LaFleur seinen Teil dazu bei. Aber – wie oben bereits erwähnt – die Lage ist deutlich komplexer. Es gibt nicht den einen Schuldigen, auf den man alles herunterbrechen kann. 

Nur einige Beispiele: Jordan Love spielt nicht auf dem Niveau, das man sich erhofft hatte; die O-Line wirkt lückenhaft und kollabiert zeitweise völlig; die Receiver lassen Bälle fallen oder laufen fragwürdige Routen; und das Run Game besteht oft nur aus Josh Jacobs – und wenig mehr dahinter. 

Und ja: Auch das Playcalling darf nicht aus der Kritik herausgenommen werden. Wer sich mit den verschiedenen Baustellen intensiver befassen möchte, dem empfehle ich unser neues YouTube-Format „Green 18“. Jo zeigt dort anhand verschiedener Spielsituationen, wo die Probleme liegen – aber auch, was längst nicht so schlecht ist, wie viele denken. Für mich ein absolutes Must-Watch für Packers-Fans! 

Prognose 

Angeschlagene Boxer sind am gefährlichsten. Ich habe die Hoffnung für die Saison noch nicht aufgegeben und glaube fest daran, dass die Packers ihr volles Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft haben. Ich bin überzeugt, dass man die aktuellen Probleme vielleicht nicht vollständig abstellen kann, aber mit ein paar gezielten Stellschrauben so weit korrigieren, dass dieses Team wieder ein anderes Gesicht auf dem Platz zeigt. 

Die New York Giants könnten genau das richtige Team zur richtigen Zeit sein, um der Saison neuen Schwung zu geben. Noch stehen wir mit 5–3–1 in der NFC North stabil genug da, um die Playoffs weiter im Blick zu behalten. 

Tipp: 24:7 Packers 

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