Packers erobern NFC North Spitze zurück – Review Week 14: Packers vs. Bears

Was eine Achterbahn… Mit 28:21 schlagen die Green Bay Packers im heimischen Lambeau Field die Chicago Bears und stehen damit wieder an der Spitze der NFC North. Was in der ersten Halbzeit noch nach einem möglicherweise einfachen Spiel für die Packers aussah, wurde zu einer wahren NFC-North Schlacht am Ende, mit dem besseren Ende für die Packers. Zwei Halbzeiten, die kaum unterschiedlicher sein konnten, aber das ist erstmal egal. Mit dem Sieg sichern die Packers die besten Aussichten auf den Division-Titel, denn immerhin steht man in der eigenen Division nun bei 4-0 bei einem Gesamtrecord von 9-3-1.

Im Überblick

  • Jayden Reed feiert sein Comeback nach knapp dreimonatiger Verletzungspause
  • Hafley mit anderem defensiven Ansatz —> Blitz
  • Zugriff auf die Line of Scrimmage in der 2. Halbzeit verloren
  • Keisean Nixon: From Zero to Hero in diesem Spiel

Wilder Start auf beiden Seiten

Die Green Bay Packers erwischten im Duell mit den Chicago Bears einen starken Start in die Partie und setzten bereits früh das erste defensive Ausrufezeichen. Chicago begann mit der Offense, kam jedoch kaum ins Rollen: Ein druckvoller erster Defensiveinsatz der Packers endete direkt in einem schnellen 3-and-Out und zeigte, in welche Richtung sich dieses Spiel vor allem in der ersten Halbzeit entwickeln sollte.

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In der Offense feierte Jayden Reed sein Comeback nach dreimonatiger Pause aufgrund eines Schlüsselbeinbruchs und war im ersten Drive sofort sichtbar eingebunden. Green Bay präsentierte sich zunächst strukturiert und gut geschemed, bewegte den Ball kontrolliert über das Feld. Doch anstatt den vielversprechenden Start mit Punkten zu krönen, hielt Jordan Love den Ball bei einem Dropback einen Tick zu lange – Sack durch Montez Sweat. Noch bitterer: Beim folgenden 3rd Down zwang der Druck Love zu einem riskanten Pass, der direkt in die Hände von CJ Gardner-Johnson segelte – Interception.

Die Bears starteten ihren Drive nach dem Ballgewinn bereits an der Packers-36-Yard-Line – doch auch dieses Geschenk wusste Chicago nicht zu nutzen. Ein kurioses Play sorgte dabei für zusätzlichen Gesprächsstoff: Tight End Colston Loveland fing einen Pass, verlor dabei jedoch scheinbar den Ball, den Evan Williams sicherte. Auf dem Feld wurde zunächst Fumble und Bears-Ball entschieden, doch Head Coach Matt LaFleur warf direkt die Challenge-Flagge. Nach Review änderten die Schiedsrichter die Entscheidung auf Incomplete Pass. Die Bears blieben auch anschließend harmlos und mussten punten – die Packers-Defense hatte erneut geliefert.

Blitz gegen Jordan Love? Keine gute Idee

Green Bays nächster Offense-Drive kam ebenfalls schnell zum Erliegen: Luke Musgrave ließ einen möglichen wichtigen Catch fallen und eine Facemask-Strafe gegen Banks brachte zusätzliche Yards zurück. Insgesamt wirkte die Partie auf beiden Seiten noch etwas rostig, was ein weiterer defensiver Stopp der Packers unterstrich: Chicago kam auch im nächsten Drive kaum von der Stelle.

Während das erste Viertel punktlos blieb, nahm die Packers-Offense im zweiten Abschnitt sichtbar Fahrt auf. Über den Lauf sowie effektive Anspiele auf die Tight Ends marschierte Green Bay konsequent in die Red Zone. Dort zeigte Love in einer Schlüsselszene Nervenstärke: Bei 3rd & 10 fand er Christian Watson, der seinen Gegenspieler abschüttelte und unbedrängt zum Touchdown in die Endzone ging. Der Extrapunkt saß – 7:0 Packers.

Keisean Nixon schenkt Bears quasi Punkte

Die Defense blieb weiterhin dominant, leistete sich jedoch unnötige Disziplinlosigkeiten. Keisean Nixon ermöglichte den Bears durch gleich zwei Personal-Foul-Strafen satte 30 zusätzliche Yards. Chicago nutzte diese geschenkten Räume zumindest zu einem Field Goal durch Cairo Santos – nur noch 7:3 aus Packers-Sicht. Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass Keisean Nixon damit auffiel. Entsprechend bekam der Cornerback auch eine Ansage von Matt LaFleur

Kurz vor der Pause bot sich Green Bay dann die Möglichkeit zur direkten Antwort. Ein misslungener Kickoff der Bears brachte die Packers bereits an der eigenen 40-Yard-Line in Ballbesitz. Love agierte entschlossen und bestrafte die hervorragende Feldposition wenig später mit einem sehenswerten Big Play: Ein tiefer Pass auf Bo Melton, der eine schöne Post Route lief, schlug perfekt ein – Touchdown! Mit nur noch rund 30 Sekunden auf der Uhr erhöhten die Packers auf 14:3.

Mit dieser komfortablen Führung ging Green Bay nicht nur verdient in die Pause – zusätzlich wartete nun zu Beginn der zweiten Halbzeit der eigene Ballbesitz. Die Vorzeichen standen bestens, die Weichen für einen erfolgreichen Rivalry-Nachmittag im Lambeau Field waren zur Pause gestellt.

Bears drehen auf

Die Packers-Offense kam zunächst wirkungslos aus der Kabine. Jordan Love wirkte bei einem Play etwas fahrig und nur ein aufmerksames Play von Receiver Bo Melton verhinderte bei einem riskanten Passversuch eine weitere Interception. Chicago dagegen zeigte, dass man die schwache erste Hälfte nicht einfach hinnehmen wollte. Caleb Williams übernahm zunehmend Verantwortung, attackierte die Coverage der Packers aggressiv und führte sein Team mit mehreren gut kreierten Big Plays zügig in die Redzone. Dort fand er Olamide Zaccheaus mit einem präzisen Wurf in der Endzone. Nach erfolgreicher Two-Point-Conversion verkürzten die Bears auf 11:14.

Doch wie bereits im Lions-Spiel zeigte sich das bekannte Muster: Sobald die Packers unter Druck standen, lieferten sie. Nahe der Mittellinie, bei 3rd & 3, ließ Christian Watson mit einem schnellen Quick Slant seinen Verteidiger stehen. Jordan Love traf ihn perfekt in den Lauf, und Watson vollendete das Play mit einem dynamischen Lauf in die Endzone. Die Packers stellten wieder auf ein Two-Possession-Game beim Stand von 21:11.

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Chicago blieb jedoch unbeeindruckt und fand zunehmend offensiven Rhythmus. Erneut arbeiteten sich die Bears in die Hälfte der Packers vor, wurden dort allerdings von einer nun wieder wacher wirkenden Defense gestoppt, die lediglich ein Field Goal zuließ. Mit noch knapp drei Minuten im dritten Viertel verkürzten die Bears auf 14:21.

Diesmal jedoch blieb die direkte Antwort der Packers-Offense aus. Bei 2nd Down versuchte Love, einen tiefen Ball auf Romeo Doubs zu erzwingen, obwohl Jayden Reed deutlich freier stand. Der Drive versandete, und ein schnelles Three-and-Out brachte den Ball umgehend zurück zu den Bears.

Jacobs als Antwort auf den Momentum „Swift“

Und plötzlich kippte die Partie – oder besser gesagt: es folgte der „Momentum Swift“. Der Bears-Runningback war kaum noch zu stoppen, dominierte an der Line of Scrimmage und trug Chicago durch einen langen Drive, der sich bis ins Schlussviertel hinein zog. Die bis dahin stabile Packers-Defense verlor vollständig den Zugriff auf das Laufspiel. Am Ende bediente Williams Tight End Colston Loveland in der Endzone. Der Ausgleich war perfekt – 21:21.

Nun war wieder die Zeit der Packers – genauer gesagt: die Zeit von Josh Jacobs. Der Runningback übernahm das Kommando, hielt den entscheidenden Drive vor allem mit einem kraftvollen Run bei 3rd & 1 am Leben und brachte sein Team tief in die Redzone. Und innerhalb der 5-Yard-Line gilt bei Green Bay weiterhin das ungeschriebene Gesetz: Jacobs-Territory. Erneut bei 3rd Down wuchtete sich Jacobs über die Linie und brachte die Packers 3:32 Minuten vor Schluss mit 28:21 in Führung.

Blieb die entscheidende Frage: Konnte Caleb Williams noch einmal antworten? Der letztjährige First-Overall-Pick führte sein Team tatsächlich erneut bis tief in die gegnerische Hälfte. Ärgerlich für die Packers – wieder auf die gleiche Art: Rollout nach rechts, der Wurf entlang der Sideline, immer wieder mit Raumgewinn. Doch beim alles entscheidenden 4th & 1 verließen die Bears ihr Muster. Williams rollte diesmal nach links und suchte die Endzone. Der Pass geriet jedoch zu kurz – und Keisean Nixon las das Play perfekt, fing den Ball ab und setzte die entscheidende Interception.

Game over – Gamewinner Nixon.

Was bleibt?

Die Packers beißen sich durch dieses Spiel, vor allem in der zweiten Halbzeit. Und vielleicht ist das auch die wichtigste Erkenntnis der letzten Wochen. Die Packers können diese knappen Spiele ziehen. War es gegen die Lions noch die Offense mit dem entscheidenden Play, sicherte nun das defensive Big Play den Sieg. Und damit gehen die Packers nun in der Pole Position in die letzten vier Wochen der Regular Season. Und dazu wird man auch wieder gesünder, gerade offensiv. Jayden Reed hatte direkt einen Impact und der wird sicherlich in den kommenden Wochen immer mehr. Die Packers wirken offensiv deutlich ausgewogener als noch vor einigen Wochen. Lediglich die Run Defense auf der anderen Seite bleibt eine Lotterie. Gute Spiele wechseln sich mit schwachen Performances aktuell ab, im Spiel gegen die Bears sogar von Halbzeit zu Halbzeit.

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