In einer neuen Artikelreihe möchten wir Spieler aus dem aktuellen Kader der Packers näher beleuchten. Im Fokus sollen dabei die Spieler aus den „hinteren Reihen“ des Kaders stehen – Spieler, die weniger im Fokus stehen, die aber dennoch eine wichtige Rolle für das Team einnehmen können. Wir blicken auf ihren Werdegang als Footballspieler und ihre derzeitige Rolle im Team der Green Bay Packers. Wir starten die Serie mit Running Back Chris Brooks.
Der Weg in die NFL und zu den Packers
Chris Brooks wurde am 11. Januar 2000 als Christopher Brown in Oceanside (Kalifornien) geboren. Seinen Nachnamen änderte er 2021 und nahm den Mädchennamen seiner Mutter, Brooks, an. Der 1,85 Meter große und knapp 100 Kilogramm schwere Athlet durchlief eine bewegte College-Karriere: Zunächst spielte er in Berkeley (Westküste, Kalifornien) bei den California Golden Bears nachdem er im Recruiting Durchgang 2018 als Nummer 24 unter den Running Backs gelistet wurde. In seiner College-Zeit bei den Golden Bears von 2018 bis 2021 erzielte Brooks bei 382 Carries insgesamt 1734 Yard und 14 Touchdowns. Außerdem konnte er 50 Receptions, 345 Receiving Yards und sieben Touchdowns erzielen.
Für seine letzte Saison am College im Jahr 2022 wechselte er zu den BYU Cougars und überzeugte dort mit 817 Rushing Yards bei einem herausragenden Schnitt von über sechs Yards pro Lauf und sechs Touchdowns. Seine gute letzte Saison am College konnten seinen Draft-Status jedoch nicht mehr groß beeinflussen. Vor dem Draft galt Brooks maximal als später Tag-3-Pick. Als Stärke konnte man ihm pre Draft seine Größe und Physis, sowie Contactbalance attestieren. Er hatte hingegen keinen High-Speed und ihm fehlt gegenüber anderen Backs Explosivität. Brooks wurde von der NFL nicht zum offiziellen Combine eingeladen und konnte daher nur beim Pro Day von BYU auf sich aufmerksam machen.
Embed from Getty ImagesIm NFL Draft 2023 blieb Brooks letztendlich unberücksichtigt, fand jedoch als Undrafted Free Agent seinen Weg in die Liga. Zunächst stand er bei den Miami Dolphins unter Vertrag, für die er es in seiner Rookie-Saison auf 19 Läufe für 106 Yards in neun Spielen brachte. Im Jahr 2024 folgte der Wechsel zu den Green Bay Packers, nachdem er zunächst die Saisonvorbereitung inklusive Preseason noch bei den Dolphins verbrachte. Dort verpasste er allerdings den Sprung in den 53er Kader und landete am 3. September bei den Packers im Practice Squad. Am 17. September wurde er dann in den aktiven Kader gesigned, als Running Back MarShwan Lloyd auf die Injured Reserve Liste gesetzt werden musste.
Seine Rolle bei den Packers
Derzeit spielt Brooks auf einem Einjahresvertrag, der ihn nach der Saison 2025 zum Restricted Free Agent macht. Er bekommt in der laufenden Saison ein Base Salary von 1.030.000 Dollar und einen Workout Bonus von 8.820 Dollar. Sein Cap Hit macht 0,37% des diesjährigen Cap Spaces der Packers aus.
Embed from Getty ImagesIm offiziellen Depth Chart der Packers steht Chris Brook hinter Emanuel Wilson und Josh Jacobs derzeit auf Platz drei Running Backs. Auch der Snap Count aus der vergangenen Saison spiegelt das wieder (nur 17% der Offense Snaps). In dieser Saison hat Brooks gegenüber Wilson jedoch knapp die Nase vorne (12% zu 17% der Offense Snaps) und damit zumindest nach dem Snap Count der Offense Platz zwei im Depth Chart der Running Backs inne.
Die Stärken von Chris Brooks – ein klassischer Passing-Down-Back?
Brooks ist der vermeintlich beste Pass Blocker unter den Running Backs der Packers. Er belegte nach Passing Blocking Grade von PFF Platz elf unter allen Running Backs mit mindestes 70 Block Snaps in der Saison 2024. Vor ihm stehen in dieser Statistik viele Nummer eins Running Backs anderer NFL-Teams. Brooks ist bei den Packers der Running Back, der in klaren Passing Downs zum Einsatz kommt. Mit seinen Fähigkeiten Blitze der gegnerischen Defense aufzunehmen, hebt er sich klar von Wilson und auch Jacobs ab. In seinen 73 Snaps als Blocker in der Saison 2024, hat er lediglich zwei Pressures zugelassen, was ihm einem geteilten 6. Platz einbringt. Absolut bemerkenswert!
Die Sample Size für die laufende Saison ist natürlich noch deutlich weniger aussagekräftig. Dennoch zeichnet sich auch für diese Saison eine ähnliche Rolle ab. Derzeit belegt er unter allen Running Backs Platz 6 nach PFF Grades im Pass Blocking. Vor ihm stehen bekannte Spieler wie Jonathan Taylor, DeAndre Swift und David Montgomery. Es war daher extrem überraschend, dass in Woche 3 gegen die Clevenland Bronws Emanuel Wilson den Vorzug gegenüber Chris Brooks bekam und doppelt soviele Snaps spielte. Gerade vor dem Hintergrund der schwachen Offensive Line, wäre Brooks sicherlich die bessere Alternative gewesen, um eine gewisse Baseline und Absicherung im Blocking sicherzustellen.
Seine Rolle im Special Team und als klassischer Running Back
Chris Brooks ist außerdem der Runningback für die Special Teams. Weder Josh Jacobs noch Emanuel Wilson haben eine wirkliche Rolle in den Special Teams (zusammengerechnet sechs Snaps in der laufenden Saison). Chris Brooks spielte in dieser Saison bereits 45 Snaps im Special Team und damit 60% aller Special Team Snaps. Damit hat er auch gegenüber letzter Saison einen ordentlichen Sprung hingelegt. Letzte Saison spielte er lediglich 28% der Special Team Snaps (siehe f. Grafik). Seine Einsätze im Special Team sind dabei auf keine bestimmte Unit begrenzt. Er spielt Punt- und Kick-Return, wie auch Kick- und Return-Coverage.

Chris Brooks wird von den Packers bisher wenig bis gar nicht als klassischer Running Back eingesetzt. Er bekam in der Saison 2024 lediglich 36 Runs und konnte dabei 183 Yards erzielen. In Woche 16 gegen die New Orleans Saints konnte er seinen ersten NFL-Touchdown erzielen. Einen einzigen Laufversuche konnte er dagegen in der laufenden Saison 2025 erst verbuchen. In 2024 spielte er 18% seiner Snaps im Slot oder sogar als Wide Out, hatte in dieser Rolle aber auch wenig Impact (13 Targets und elf Receptions für 69 Yards).
Ausblick
Chris Brooks hat sich seinen Platz im Roster inzwischen verdient. Mit 25 Jahren gehört er außerdem immer noch zu den jüngeren Spielern. Zweifelsfrei hat er bisher davon profitiert, dass der Drittenrunden Pick aus dem letzten Jahr, Marshawn Lloyd, bisher wenig bis kaum aufgrund diverser Verletzungen zum Einsatz kam. Sollte Lloyd im Laufe der Saison wieder fit werden, wird er ziemlich sicher einen Platz im aktiven Roster bekommen. Es ist wohl eher unwahrscheinlich, dass die Packers dann mit vier Running Backs in die weiteren Spiele gehen. Kann Chris Brooks dann seinen Platz gegenüber Emanuel Wilson verteidigen?
Embed from Getty ImagesLetztendlich wird das auch von der Rolle von Lloyd abhängen, der vermutlich ähnlich wie Wilson eingesetzt werden könnte. Damit hätte Brooks gute Karten, da ihn seine Fähigkeiten als Special Teamer und Pass Blocker einen Vorteil gegenüber Wilson verschaffen könnten. Wären seine Fähigkeiten als Runner noch besser, hätte er definitiv das Potenzial für einen echten Nummer zwei Running Back in der NFL. Vielleicht kann das ja noch werden.
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