Zur Primetime wartet das nächste NFC-Schwergewicht – Preview Week 2 Commanders at Packers

Was für ein Traumstart: Mit diesem – auf beiden Seiten des Balles –  überaus überzeugenden 27:13-Auftaktsieg über die Detroit Lions haben die Green Bay Packers die NFL-Welt in Aufruhr versetzt. Nach dem Statement-Win gegen den Division Rival überschlagen sich die Experten mit Superlativen – was die Fans frühzeitig vom ganz großen Wurf träumen lässt. Da trifft es sich gut, dass sich die deutschen Packers-Anhänger die Nacht auf Freitag um die Ohren schlagen dürfen. Im Thursday Night Game (Kickoff: 2:15 Uhr) ist mit den Washington Commanders das nächste NFC-Schwergewicht zu Gast im Lambeau Field.

Erwartungshaltung:

Im schnelllebigen Geschäft der NFL ist ein derartiges Ausrufezeichen zum Saisonstart Fluch und Segen zugleich. Zur Primetime schaut ganz Amerika nach Wisconsin, um das Duell zweier hoch gehandelter NFC-Teams zu verfolgen. Mit einem weiteren Heimerfolg könnten die Packers nicht nur ihren fulminanten Auftakt veredeln, sondern frühzeitig ihren Anspruch als heißer Anwärter auf den Super Bowl untermauern. Zugleich ist die Fallhöhe nach den überschwänglichen Lobeshymnen natürlich umso größer. Gerät der Hype-Train ins Stocken oder nimmt er so richtig Fahrt auf? Das Aufeinandertreffen mit den Commanders dürfte darauf erste Antworten liefern.

Auf einen Blick:

Wann: Freitag, 12.09.2025 / 02:15 Uhr
Wo: Lambeau Field, Green Bay, Wisconsin  
Sender/Kommentatoren US-Feed: Amazon Prime Video / Al Michaels, Kirk Herbstreit
Sender/Kommentatoren Deutschland: Gamepass by DAZN
Schiedsrichter: Brad Rogers
Wetterprognose: Knapp 20 Grad Celsius bei zehnprozentiger Chance auf Regen

Der Auftakt der Washington Commanders:

Wirklich gefährdet war dieser 21:7-Sieg der Commanders über die New York Giants zu keinem Zeitpunkt. Die Defense aus der US-Hauptstadt hielt Quarterback Russel Wilson und seine Offense in Schach und erlaubte lediglich zwei Field Goals. Nur dreimal schafften es die Giants überhaupt über die Mittellinie. Auf der Pressekonferenz nach dieser Niederlage ließ New York-Headcoach Brian Daboll die Frage, ob Wilson auch am zweiten Spieltag Starting Quarterback sein wird, unbeantwortet – ein Fingerzeig, wie gefährlich die Defense-Unit der Commanders sein kann.

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Auf der anderen Seite des Balles erlaubte sich Commanders-Quarterback Jayden Daniels – bis auf ein Intentional Grounding Sekunden vor der Pause –  keine haarsträubenden Fehler. Der amtierende „Offensive Rookie of the Year“ brachte 19 von 30 Passversuchen für 233 Yards an den Mann und verbuchte einen Passing Touchdown auf Tight End Zach Ertz. Dazu steuerte er weitere 68 Yards bei elf Runs bei. Bei seinem Debüt für die Hauptstadt-Franchise machte außerdem Deebo Samuel mit einem erlaufenen Touchdown, sieben Catches und 96 total Yards auf sich aufmerksam. Auch Rookie Jacory Croskey-Merrit feierte einen gelungenen Einstand. Der Running Back erlief bei zehn Carries 82 Yards inklusive Touchdown. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Commanders-Offense noch mit etwas Sand im Getriebe zu kämpfen hatte. Angesichts all ihrer Playmaker und Daniels als aufstrebenden Top-10-Quarterback schlummert im Team von Head Coach Dan Quinn sicherlich deutlich mehr Potenzial.   

Stärken des Gegners:

Wie bereits angedeutet, verfügen die Commanders mit Jayden Daniels nach dessen herausragender Debütsaison über einen der Shooting-Stars der NFL. Dass dieser eine Defense mit seinem Arm zerpflücken kann, hat er besonders im Endspurt der vergangenen Saison eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Spätestens nach seinem makellosen Playoff-Auftritt beim überraschenden 45:31-Sieg über die favorisierten Detroit Lions in der Divisional Round ist Daniels endgültig in die Riege der Top-Quarterbacks aufgestiegen. Dass der 24-Jährige dazu auch noch über hervorragende Qualitäten als Runner verfügt, macht den sogenannten „Dual-Threat“-QB noch vielseitiger und dadurch unberechenbar für jede Defense. Sein Waffenarsenal kann sich ebenfalls sehen lassen: Mit Terry McLaurin und Deebo Samuel als Wide Receiver, Zach Ertz als Routinier auf der Tight-End-Position plus eine in der Offsaison um Tackle Laremy Tunsil ergänzte Offensive Line fahren die Commanders schwere Geschütze auf.

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Dazu gesellt sich eine Defense, die unter der Regie von „defensive Mind“ Dan Quinn in den Ring geschickt wird. Angeführt von einer lebenden NFL-Legende, Linebacker Bobby Wagner, braucht sich die Unit mit erfahrenen Spielern wie Cornerback Marshon Lattimore, Edge Rusher Von Miller oder die Defensive Tackles Daron Payne und Javon Kinlaw nicht verstecken.

Schwächen des Gegners:

 An Erfahrung mangelt es den Commanders nicht. Mit einem Durchschnittsalter von über 28 Jahren haben sie das älteste Roster aller 32 NFL-Teams, allein 25 Spieler sind 29 Jahre alt oder älter. Zum Vergleich: Die Packers bilden mit 25,23 Jahren zum dritten Mal in Folge den jüngsten Kader der Liga mit nur vier Spielern, die 29 oder älter sind. Unter dem Flutlicht des Lambeau Fields kommt es also zu einem regelrechten Kampf der Generationen. Ob die Routiniers der Commanders mit den jungen Playmakern der Packers, sowohl in der Offense als auch in der Defense, Schritt halten können, wird sich zeigen. 

Key Matchups:

Wenn zwei Teams mit Super-Bowl-Hoffnungen aufeinandertreffen, dann machen häufig Kleinigkeiten den Unterschied. Folgende Duelle könnten für den Ausgang des Spiels maßgeblich entscheidend sein:  

Die Front-Seven gegen die Laufstärke von Jayden Daniels

In ihrer jüngeren Geschichte hatten die Green Bay Packers immer wieder ihre Probleme mit mobilen Quarterbacks. Nun wartet mit Jayden Daniels quasi der Prototyp eines laufstarken Spielmachers. Neben der Defensive Line wird es vor allem auf die Schnelligkeit der Linebacker Quay Walker und Edgerrin Cooper ankommen, um den aus der Pocket flüchtenden Daniels im Zaun zu halten.

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Eine angeschlagene O-Line gegen den Druck der Commanders

Ein Blick auf den Injury Report lässt nicht allzu viel Gutes erahnen: Sowohl Right Tackle Zach Tom als auch Left Guard Aaron Banks mussten die Partie gegen den Lions vorzeitig verletzungsbedingt verlassen. Trainieren konnten beide in der kurzen Woche vor dem Aufeinandertreffen mit den Commanders bisher nicht. Es sieht eher danach aus, als müsste die angeschlagene O-Line der Packers sich gleich doppelt neu aufstellen. Glücklicherweise machten die reinrotierten Backups, Darian Kinnard und Jordan Morgan, jeweils eine gute Figur gegen die Lions. Daran gilt es anzuknüpfen, um Quarterback Jordan Love eine saubere Pocket für ein reibungsloses Passing Game zu gewährleisten sowie Lücken für Running Back Josh Jacobs zu reißen.

Prognose:

Es sieht alles danach aus, als dürfte dieser Kampf zweier Schwergewichte an der Line of Scrimmage entschieden werden. Schaffen es die Packers, defensiv erneut einen derartigen Druck auf den Quarterback zu erzeugen wie gegen die Lions, dürfte selbst Jayden Daniels Probleme bekommen. Wenn es außerdem gelingt, neben dem Passing Game auch den Run noch besser als gegen die Lions zu etablieren, dann wird auch die Packers-Offense wieder heiß laufen. Es ist alles angerichtet für einen Showdown. Sollten die Jungs in Green and Gold ein weiteres Topteam der NFC aus dem Weg räumen, sind die Weichen für das Weiterrollen des Hype-Trains jedenfalls gestellt…

Mein Tipp: 31:17 Packers

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