Die Niederlage gegen die Panthers schmerzte sehr, aber noch mehr tut das das Saisonaus von Tucker Kraft (Kreuzbandriss) weh. Und nun wartet der #1 Seed der NFC und der vor der Saison vermutlich der Top-Kandidat auf den Super Bowl. Auf dem Papier nach den Lions in Woche 1 sicherlich die schwerste Aufgabe. Aber die Packers können diese Saison doch eher schwere Aufgaben, oder?
Auf dem Papier sind die Packers 2.5 Punkte Favorit (Stand Dienstagabend), was aber auch am Heimspiel liegt. Und dort steht man immerhin 3-1 diese Saison. Eine Sache ist aber klar. Das Playcalling von Matt LaFleur muss besser werden. Das war die Saison in mehreren Spielen schwach. Das Spiel gegen die Panthers war aber sicherlich nochmal ein Lowlight.
Spannend wird vor allem sein, wie sich die Offense ohne Kraft aufstellt und ob das bedeutet, dass ein Tight End in diese Rolle rutschen wird oder ob die Packers mit wesentlich mehr Receivern gleichzeitig auf dem Feld stehen wird (10- und 11-Personell). Erste Erkenntnisse wird das Spiel gegen das Team aus Philadelphia bringen.
Auf einen Blick
Embed from Getty Images- Wann? Dienstag, 11.11.2025 / 02:15 Uhr
- Wo? Lambeau Field, Green Bay, Wisconsin
- Sender/Kommentatoren US-Feed: ESPN/ABC – Joe Buck, Troy Aikman, Lisa Salters (FR), Laura Rutledge (FR)
- Sender/Kommentatoren Deutschland: Gamepass by DAZN, DAZN Einzelspiel
- Schiedsrichter: Clay Martin
- Wetterprognose: leicht bewölkt bei 4°C
Wie lief die bisherige Saison der Eagles
Viel hat sich bei den Eagles nicht geändert. In der Offense gab es einen neuen Offense Coordinator (Kevin Patullo), nachdem Kellen Moore Head Coach bei den Saints wurde. Aber auch auf Spielerseite hielten sich die Abgänge insbesondere für ein Super-Bowl-Winning-Team durchaus in Grenzen. Die größten Abgänge waren Mekhi Becton (Tackle -> Chargers für 10 Mio. p.a.), Josh Sweat (Defensive End -> Cardinals 19,1 Mio. p.a.) und Milton Williams (Defensive Tackle -> Patriots 26 Mio. p.a.). Dafür wurde im Draft vor allem in Linebacker (Runde 1 und 5), Safety (Runde 2) und Defensive Tackle (Runde 4) investiert.
Während der Saison wurde der Kurs noch ein wenig korrigiert und viele späte Draft Picks auszugeben, um Tank Bigsby (Running Back), Michael Carter II (Cornerback), Jaelan Phillips (Linebacker) und einen alten Bekannten der Packers, Jaire Alexander (Cornerback), zu holen. Jaelan Phillips ist dabei ein sehr interessanter Name. Als Outside Linebacker wird er dem Eagles Team einiges an PassRush-Qualitäten über die Tackle-Position geben.
Ergebnisse stimmen – Leistung weniger

Insgesamt kann man bei den Eagles eigentlich ziemlich zufrieden sein. In der NFC ist vom Record her kein Team besser. Aber zwei Niederlagen, insbesondere gegen die Denver Broncos und Division Rivale New York Giants zerren an der guten Laune. Außerdem waren alle Spieler bis auf das Letzte, die Revanche gegen New York, nur One-Score-Games. In einigen Spielen gab es zudem Phasen, in denen vor allem in der Offensive überhaupt nichts funktionieren wollte. Gegen die Cowboys (Woche 1) erzielten die Eagles drei Punkte und 86 Yards in Halbzeit zwei. Gegen die Rams (Woche 3) schafften sie sogar nur 33 Yards (Halbzeit eins/aber immerhin sieben Punkte). In Woche 4 (Buccaneers) waren das Ergebnis in der zweiten Halbzeit ein Touchdown, -16 Yards und ein kassierter Safety. In Woche 5 schaffte man in New York in Halbzeit zwei gar keine Punkte.
Das ist zu wenig für das Selbstverständnis in Philadelphia. Aber überzeugende Siege gegen die Vikings und die angesprochene Revanche glätteten etwas die Wogen. Mit der Bye Week im Rücken geht es nun gegen die angeschlagenen Packers.
Stärken des Gegners
Die Stärke des Teams sind recht eindeutig. Die Skillplayer Gruppe ist einer der besten der NFL. Saquon Barkley, auch wenn er aktuell nicht die beste Saison seiner Karriere spielt, ist einer der besten Running Backs der Liga. Tight End Dallas Goedert ist eine gefährliche und sehr zuverlässige Waffe im Passing Game. Und auf Receiver hat man eines der besten Duos der Liga. Sowohl AJ Brown als auch DeVonta Smith können sehr gefährlich sein und ergänzen einander perfekt durch ihr unterschiedliches Skillset. AJ Brown ist ein starkes Target für Contested Catch Situationen, da er sich im Zweikampf mit seiner Größe und Physis gegen sehr viele Cornerbacks/Safeties durchsetzen kann. Smith ist viel kleiner und kommt über Beweglichkeit und Speed. Er kann Defenses auseinanderziehen und tiefe Bälle fangen. Man kann sich als Pass Defense nicht auf einen der beiden fokussieren und darf dabei eben auch nicht Goedert und Barkley (als Runner und Pass Catcher) außer Acht lassen. Dazu kommt mit Hurts noch ein QB, der auch selbst den Ball in die Hand nehmen kann. Das macht diese Offense, zumindest auf dem Papier, wahnsinnig gefährlich.
Schwächen des Gegners
Eine Schwäche bei den Eagles auszumachen ist sehr schwach. Das Team hat wenige Schwachstellen und keine ist so groß, dass sie besonders stark ins Gewicht fallen würde. Es fällt aber auf, dass dieses gerade angesprochene „auf dem Papier“ so nicht auf dem Feld aussieht, wie es letztes Jahr aussah oder wie es aussehen könnte. So haben die Eagles nach wie vor eine hochgelobte Offensive Line, in der auch bewiesenermaßen sehr gute Spieler spielen. Trotzdem funktioniert der Run eher durchschnittlich. Bei Yards before Contact liegt Barkley genau im Ligaschnitt. Und das zieht sich bei den Statistiken durch. Mal leicht überdurchschnittlich, mal leicht unterdurchschnittlich. In vielen Statistiken performt die Offense in 2025 schlechter, teilweise deutlich schlechter. Besonders auffällig die fallende Performance im Run Game und in den erzielten Yards und die geringeren Turnover zu 2024.
Genauere Stats lassen sich in dieser Grafik nachvollziehen:

Key Matchups
Das Spiel hat das Potenzial zu einem spannenden High Scoring Schlagabtausch zu werden. Dafür muss sich aber die Packers Offense auf ihre Stärken besinnen und auch das zuletzt enttäuschende Special Teams inkl. Kicking muss langsam wieder zur Hochform auflaufen. Hier sind zwei Schlüsselmatchups für das Duell:
Packers Playcaller Matt LaFleur vs. Eagles Pass Defense
In der Einleitung wurde schon auf die Wichtigkeit des Playcallings hingewiesen. In diesem Spiel darf man keine Angst haben und konservatives Playcalling mit aggressiven 4th Down Entscheidungen kombinieren. Es kann nicht sein, dass Screens bei langen 3rd Downs oder 4th Downs gespielt werden und man somit das ganze Schicksal in ein paar wenige Plays legt. Die Turnover waren der Knackpunkt gegen Carolina, das Feld runter kam man schon. Daniel Whelan musste schließlich nicht einmal punten. Aber gegen die Eagles kann man keine Punkte verschenken. Die Offense muss zeigen, dass sie auch ohne Tucker Kraft einen Shootout mitgehen kann. Auf Watson und Golden (sofern er spielt) kann hierbei besonders geachtet werden.
Packers Run Defense vs. Eagles Running Back Saquon Barkley
Gegen Philadelphia kommt zuerst darauf an den Run zu stoppen, um den Ball in die Hände von Hurts zu geben, sodass dieser die Defense über die Luft schlagen muss. An guten Tagen von Hurts kann das zwar schief gehen, aber das birgt wiederum auch die Chance die Eagles komplett abzumelden und vom Punktemachen abzuhalten.
Welche Auswirkungen das haben kann, hat das Playoff Spiel der Packers letztes Jahr in Philadelphia gezeigt. Die Eagles hatten 169 Rushing Yards, 119 alleine für Barkley. Das sind 38 Yards mehr Rushing als Passing. Die durchschnittlichen Yards pro Laufversuch von Barkley und Gainwell (4,74) waren dabei nicht so viel schlechter als pro angekommenen Pass (6,24), was schon sehr extrem ist. Im ersten Viertel reichten 29 Passing Yards, um 10 Punkte zu machen. Aber das zeigt umso mehr, welchen geringen Stellenwert das Passing Game in dem Spiel hat. Das darf sich aus Packers-Sicht nicht wiederholen.
Tipp: 21:31 Eagles
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