Das Spiel um die Krone in der NFC North – Preview Week 14 Packers vs. Bears

Nach dem Sieg gegen die Lions hatten die meisten Packers Fans schon vermutet, dass man wieder die Spitze der Division übernimmt. Die Chicago Bears hatten schließlich mit den Philadelphia Eagles einen der schwersten Schedules und das auch noch auswärts vor sich. Doch die Bears behaupteten sich und überrannten wortwörtlich die Eagles. 281 Rushing Yards waren Freitag Nacht ein Statement, dem die Eagles so gar nichts entgegenzusetzen hatten.

Also nichts mit der Division Führung, vorerst. Aber das kann sich nun ändern. Ein Sieg der Packers und man überholt die Bears. Das Spiel ist auch eine Standortbestimmung. In zwei Wochen gibt es bereits das Rematch. Spätestens dann wird eine Vorentscheidung getroffen. Jetzt gilt es die Weichen zu stellen und sich für die letzten Regular Season Spiele das nötige Selbstbewusstsein zu holen.

Die Packers könnten nun ihre Siegesserie von drei auf vier Spielen ausbauen. Aber aufpassen: Die Bears führen aktuell die Conference an. Das bedeutet auch, dass diese für die Packers in Reichweite ist – aber dafür muss man einen Großteil der kommenden Spiele gewinnen. Und so sicher kann man sich angesichts des bisherigen Saisonverlaufs da nicht sein. Dafür bekommt die Offense allerdings Verstärkung: Jayden Reed könnte das erste Mal seit Woche 1 wieder auf dem Platz stehen. Golden wird wohl ebenfalls fit. Damit könnten endlich alle Wide Receiver der Packers gleichzeitig gesund sein. Und auch für Running Back Marshawn Lloyd wurde das Rückkehr-Fenster von IR eröffnet.

Auf einen Blick

  • Wann? Sonntag, 07.12.2025 / 22:25 Uhr
  • Wo? Lambeau Field, Green Bay, Wisconsin  
  • Sender/Kommentatoren US-Feed: Kevin Burkhardt, Tom Brady, Erin Andrews (FR), Tom Rinaldi (FR)
  • Sender/Kommentatoren Deutschland: Gamepass by DAZN; ENDZN (Franz Büchner & David Bada); RTL Nitro: Jan Stecker, Kasim Edebali
  • Schiedsrichter: Craig Wrolstad

Wie lief die bisherige Saison der Bears

Die Bears hatten nach der Matt Eberfluss Entlassung in der Vorsaison eine Vakanz auf der Head Coach Position. Und die wurde prominent aus der Division besetzt: Ben Johnson von den Lions. Der wohl gefragteste Offense Coordinator der Liga entschied sich unter mehreren Jobangeboten nun dazu, Detroit den Rücken zu kehren und etwa vier Stunden weiter westlich anzuheuern. Damit hatten die Bears mit Caleb Williams (Quarterback) und Ben Johnson (Head Coach) ein super spannendes Duo als neue Gesichter der Franchise. Dazu kamen weitere Waffen für die Offense im Draft: Kyle Monangai (Running Back), Luther Burden III (Wide Receiver), Colston Loveland (Tight End). Die Erwartungen an die Saison waren hoch. Würde Caleb endlich einen Schritt nach vorne machen? Wie funktioniert dieses enorm breite Arsenal an Skillplayern? Bringt Ben Johnson das gesamte Offense Playbook mit?

Der Start war etwas enttäuschend, vor allem im Bezug auf das Spielerische. Nach einem wilden Vikings Spiel, wo man trotz einer katastrophalen Halbzeit von JJ McCarthy einfach nicht das Spiel zu machen konnte, folgte eine böse Klatsche gegen die Lions (21:52). Aber der Spielplan half den Bears auf die Beine und so gewann man ein Spiel nach dem anderen. Unterbrochen wurde es nur von der Niederlage gegen die Ravens in Woche 8. Aber zur Wahrheit gehört auch: Nur zwei Gegner haben einen positiven Rekord vor Woche 14 und schön waren die Spiele auch nicht. Unter anderem das Spiel gegen die Cincinnati Bengals war ein wilder Shootout, der etwas überraschend in den letzten Sekunden des Spiels gewonnen werden konnte.

Quelle: Wikipedia.com; Bears Schedule; https://en.wikipedia.org/wiki/2025_Chicago_Bears_season

Stärken des Gegners

In der Theorie hatten sich die meisten Fans in Chicago erhofft, dass man jetzt hier über Caleb Williams schreiben könnte. Das ist allerdings noch nicht der Fall. Dafür muss man die Umstände hervorheben. Man hat den Rebuild klug gespielt und in der Free Agency viel Geld in die Hand genommen, um die Line zu stabilisieren. Mit Drew Dalman wurde einer der besten Center geholt. Joe Thuney und Jonah Jackson sind neu auf den Guard Positionen. Die Tackles, zumindest Darnell Wright, waren bereits gut bis sehr gut. Dazu kamen wie schon angesprochen auf Running Back, Wide Receiver und Tight End spannende Talente dazu. Sie ergänzten auch vom Spielerprofil das bereits Existierende sehr gut.

Ähnlich wie bei den Packers gibt es nun für den Quarterback eine Vielzahl an Anspielstationen. Zwei Running Backs, vier Wide Receiver und zwei Tight Ends, die man alle guten Gewissens aufs Feld schicken kann – eine Luxus-Situation. Allen voran, wenn zwei von den Receivern DJ Moore und Rome Odunze sind. Das steht den Packers in nichts nach und scheint vor allem in der Spitze sogar etwas hochwertiger.

Schwächen des Gegners

Denn so gut die Qualität auf dem Papier ist, so wenig sieht man das auf dem Feld. Einzelne Spieler haben Schwächephasen, helfen tut einem der jeweils andere nicht. Man bekommt das Gefühl, es gibt kein Gleichgewicht, keinen gemeinsamen Nenner, der die Qualität konstant zusammen hält.

Diese Konstanz gibt es in der Defense nur in eine Richtung: Turnover. Kein Team sammelt so viele Interceptions und Fumbles ein. 26 sind Ligabestwert (14,2 sind der Durchschnitt der Liga). Aber Takeaways sind halt nicht konstant erzielbar oder gar erwartbar. Davon sind die Bears allerdings mitunter abhängig. Man ist im unteren Drittel was zugelassene Yards und Punkte angeht. Besonders gegen den Run hat man Probleme. Durchschnittlich lässt nur die Giants Defense mehr Yards pro Versuch zu.

Und dann sind da noch die Verletzungen: Jaylon Johnson kam letzte Woche nach langer Pause zurück; Gleiches gilt für Kyler Gordon; Tyrique Stevenson ist aktuell verletzt und die Linebacker hat es zwischenzeitlich heftig erwischt: Tremaine Edmunds ist auf IR; T.J. Edwards und Noah Sewell trainieren nur limitiert. Rookie Ruben Hyppolite fällt vermutlich ebenso aus. Das Linebacker Corps ist angeschlagen und agiert nicht mit voller Stärke. Hier kann man einen Angriffspunkt setzen.

Key Matchups

Die Chicago Bears spielen nicht konstant und das fängt schon in der Offense an. Es ist sehr tagesform abhängig. Aber klar ist auch: Wenn sie so spielen, wie gegen die Eagles dann ist das ein sehr schwer zu bespielender Gegner. Darauf kommt es besonders an:

Packers Josh Jacobs vs. Bears Run Defense

Die Packers sind keine Run Offense mit vielen BigPlays. Man bewegt den Ball dafür sehr konstant und zuverlässig. Das liegt sowohl im Positiven als auch im Negativen zu vielen Teilen an Josh Jacobs. Das gehört zu seinem Spielstil und hat einen Wert für die Packers. Die letzten Wochen war Jacobs angeschlagen und konnte nicht so sehr glänzen. Er blieb die letzten zwei Spiele ohne Touchdown. Gegen diese Run Defense sollten sich Möglichkeiten ergeben. Erst recht mit einem limitierten Linebacker Corps der Bears. Ein stabiles Run Game hilft für das Clock Management und für das Verwalten des Spiels weiter. Der Druck auf Caleb Williams, schnell Punkte auflegen zu müssen, sollte hochgehalten werden. Ein erfolgreiches Run Game ist hierfür der Schlüssel in dieser Partie.

Packers Run Defense vs. Bears Run Game

Gegen die Lions schafften die Packers es, Gibbs und Montgomery vor allem im Run Game zu limitieren. Man konnte ein wenig den Trend der letzten Woche stoppen, wo unser Run Game immer mehr zum Problem wurde (wir hatten darüber hier auch geschrieben). Besonders auffällig war Isaiah McDuffie. Mit seiner Leistung hat er sich mehr Spielzeit, vor allem bei Run Plays verdient. Den Run wegzunehmen wäre in der Hinsicht wichtig, weil es eine der wenigen Konstanten des Teams ist. Ohne diese wird Chicago das Problem haben, Drives souverän herunterzuspielen und sie sind abhängiger von Big Plays im Passing Game. Und da haben die Packers mit Micah Parsons jemanden, der es liebt, in den wichtigen Momenten dem Gegner die Show zu stehlen.

Tipp: 28:27 Packers

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