Alles ist möglich – Preview Wildcard Round Packers at Bears

Genau vor einem Jahr hatte Björn eine Preview auf das anstehende Wildcard Weekend geschrieben. Er begann seinen Text mit diesem Abschnitt: „Die Stimmung vor den Playoffs könnte kaum düsterer sein. Zwei Niederlagen in Folge, beide mit Leistungen, die nüchtern betrachtet eine Teilnahme an den Playoffs nicht rechtfertigen. In dieser Ausgangslage wäre es leicht, die Packers schon abzuschreiben, bevor es überhaupt losgeht.“

Bemerkenswert ist, dass die Packers wieder in einer ähnlichen Lage sind, die sich im Vergleich zum Vorjahr sogar verschärft hat. Die Packers verloren die letzten vier Spiele und zudem ihren Starspieler Micah Parsons. In diesem 4-Spiele-Stretch sah die Defense gar nicht gut aus. Durchschnittlich wurden 28,25 Punkte zugelassen. Noch schlimmer sieht die Bilanz gegen den Lauf aus: ca. 170 Yards im Schnitt. Selbst die Bengals als ligaweit schwächste Run Defense kommen saisonübergreifend nur auf 147 zugelassene Yards. Das ist auch ein gewaltiger Unterschied zur ersten Saisonhälfte bei den Packers (Erste sieben Spiele: 78,8). Die jüngste Entwicklung ist eindeutig negativ.  

Und nun geht es, wie vor ein paar Wochen vermutet, gegen die Chicago Bears. Einer der besten Rushing Offenses der Liga. Die Vorzeichen könnten besser sein. Nichtsdestotrotz gilt das Spiel als das engste der Wildcard Runde. Laut ESPN.com gehen die Packers als leichter Favorit in die Partie. Der Matchup Predictor sieht die Wahrscheinlichkeit bei 54,4% pro Packers. Die Wettquoten sehen die Line bei 1,5 Punkten zugunsten der Packers.

Quelle: ESPN.com; https://www.espn.com/nfl/game/_/gameId/401772981/packers-bears

Auf einen Blick

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  • Wann? Sonntag, 11.01.2026 / 02:00 Uhr
  • Wo? Soldier Field, Chicago, Illinois  
  • Sender/Kommentatoren US-Feed: Prime Video
  • Sender/Kommentatoren Deutschland: Gamepass by DAZN (Original und deutsch), RTL  
  • Schiedsrichter: Adrian Hill
  • Wetterprognose: möglicher Schneefall bei 0°C

Was ist in den letzten Wochen passiert

Nach dem Sieg der Bears im Rückspiel gegen die Packers in Woche 16 war die Sachlage klar: Die Bears haben die Division gewonnen, wenn sie entweder eines der beiden ausstehenden Spiele gewinnen oder die Packers mindestens eines verlieren. Am Ende haben beide Teams ihre Spiele verloren. In der Folge gewannen die Bears die Division und erhielten Heimrecht für die Playoffs.

Durch die Niederlage gegen die 49ers in Woche 17 war der Nummer 1 Seed der NFC nicht erreichbar. Es drohte dagegen das Abrutschen auf Seed 3. Die Bears traten mit allen Startern gegen die Lions an, verloren jedoch nach einer schwachen ersten Hälfte. Doch der Konkurrent um den #2 Seed, die Eagles, schonten alle relevanten Spieler gegen die Washington Commanders und verloren ebenfalls. So blieb es beim #2 Seed für die Bears und damit das Duell gegen den #7 Seed, die Packers.

Die Ausgangslage ist gar nicht so anders als beim Rückspiel vor drei Wochen. Die Bears spielen zuhause, dennoch sind die Packers leichter Favorit. Kleinere Änderungen gibt es beim Personal. Anders als zuletzt rechnen die Packers damit, Love über die gesamte Spielzeit einsetzen zu können. Außerdem wird Bo Melton nicht zur Verfügung stehen. Dieser hatte im zweiten Spiel noch einen Touchdown erzielt. Nun ist er auf Injured Reserve. Dafür sollte Josh Jacobs signifikant fitter sein als noch Ende Dezember. Zudem verstärkt Trevon Diggs die Cornerback-Gruppe der Packers.

Auf Seiten der Bears melden sich voraussichtlich Rome Odunze und Luther Burden III zurück. Diese hatten im Rückspiel noch gefehlt. Bei den Defensive Backs ist es wahrscheinlich, dass C.J. Gardner-Johnson wegen einer Gehirnerschütterung passen muss.

Die Lehren aus den beiden Spielen

Beide Spiele gegen die Bears waren sehr eng und hätten jederzeit auch in die andere Richtung ausgehen können. Das bestätigt auch ein Blick auf die Zahlen: Die Statistiken aus beiden Spielen zusammengenommen sind nahezu identisch.

Quelle: Eigene Darstellung: Vergleich Statistiken Packers Bears Games; Stats von ProFootballReference.com

Beide Teams trennen gerade einmal einen Punkt und 16 Yards voneinander. Die Anzahl der geschafften First Downs ist dabei gleich. Die Bears agierten passlastiger, waren dabei jedoch gleichzeitig effizienter im Laufspiel. Signifikante Unterschiede zeigen sich lediglich bei den Pressure- und Sack-Zahlen. Es ist auffällig, dass die Packers Caleb Williams wesentlich besser unter Druck setzen konnten.

In beiden Spielen war Caleb bei 15 Snaps unter Druck. Das entspricht einer Quote von 38,5% bzw. 40,5%. Sehr hohe Werte für NFL Verhältnisse. Angesichts dieser Quoten ist es erstaunlich, dass die Bears den Ball so gut durch die Luft bewegen konnten. Love dagegen hat jeweils nur einen Snap unter Pressure bekommen. Eine Quote von 3,8% und 7,1%. Der Passrush der Bears hatte enorme Probleme in den beiden Spielen. Eine Lehre der Bears aus dem Hinspiel war, im Rückspiel deutlich weniger zu blitzen: nur zweimal statt 13 Mal. Auf die Pressure-Zahlen hatte dies jedoch keinen Einfluss. Das sorgte allerdings dafür, dass die Packers pro Pass deutlich weniger Yards erzielen konnten. Wir können gespannt sein, ob die Bears diesen Trend im dritten Spiel fortsetzen.

Stärken des Gegners

Caleb Williams hat unter anderem gegen Micah Parsons zeigen können, was ihn ausmacht. Die Scrambles und die Zeit, die er sich damit erkaufen kann, sind enorm hilfreich. Er verlängert damit Plays, die bei Quarterbacks, die nicht so mobil sind, schon längst vorbei wären. Damit ist er bis zum Ende des Plays eine stete Gefahr, auch als Runner. In den vergangenen Wochen zeigte er sich stabiler und überzeugender in seiner Entscheidungsfindung. Mit ihm können die Bears jederzeit jede Menge Punkte scoren. Nicht zuletzt konnten die Bears das in dem Shootout mit den 49ers zeigen. 38 Punkte, 440 Total Yards, 0 Turnover, 1 Takeaway sollten eigentlich jederzeit reichen, um ein Spiel zu gewinnen.

Schwächen des Gegners

Wie bereits im Text angesprochen sind die Pass Rusher ein Problem für Chicago. Pro Football Reference listet die Bears mit 126 Pressures über die gesamte Saison (Platz 24). Ähnlich sieht es bei Pressure Percentage per Dropback (21,1%) und bei erzielte Sacks (35) aus. Und das trotz einer überdurchschnittlichen Blitzrate. Neben Montez Sweat zeigt lediglich Gervon Dexter ein akzeptables Niveau im Pass Rush. Und selbst Montez Sweat ist nach Pressures nur der 25 beste Pass Rusher (einen Pressure weniger als Rashan Gary). Dabei hat er alle 17 Spiele absolviert und keines verpasst. Bereinigt nach Spielen wäre er noch einige Plätze weiter unten. Nach Win Percentage ist er sogar nur auf Platz 47 (nur Spieler mit min. 20% Pass Rush Snaps).

Key Matchups

Auf diese Matchups kommt es in diesem Spiel am meisten an:

Packers Wide Receiver Christian Watson & Romeo Doubs vs. Bears Defensive Backs

Die beiden Packers Receiver waren die wichtigsten Anpsielstationen in Spiel eins und zwei. Watson gelangen vier von vier Catches für 89 Yards und zwei Touchdowns im Hinspiel. Im Rückspiel bekam er deutlich weniger Platz, aber sechs Targets. Zwei davon in der Endzone, aber die waren nur bedingt fangbar. Dafür übernahm Doubs, der im ersten Spiel kein einziges Target hatte. Er fing fünf von sechs Bällen für einen Touchdown. Zusammen ergänzen sie sich sehr gut und könnten auch im dritten Spiel ein ständiger Gefahrenherd sein.

Auf Bearsseite wurde in Spiel eins besonders C.J. Gardner-Johnson attackiert. Er bekam neun Targets, acht Catches für 98 Yards auf sich. Kein anderer Defender hat mehr als drei Targets in seine Richtung. Das änderte sich ein wenig im Rückspiel. Da wurde jedes Matchup gesucht. Auch hier lies Gardner-Johnson aber zwei Catches für 40 Yards zu. Gardner-Johnson könnte das Spiel verpassen. Sein Ersatz könnte dann das neue Target werden.   

Packers Nose Tackles vs. Bears Running Backs

Wie bereits beschrieben waren die beiden Backs in den zurückliegenden Spielen nicht unbedingt das größte Problem der Packers. Aber die Bears konnten mit beiden Running Backs den Ball effizient laufen. Über die gesamte Saison haben die Bears immer je Matchup sich ausgesucht, über welche Seite der Line sie am meisten laufen wollen. Das war in der Regel (44%) die rechte Seite der Offensive Line. Am häufigsten war dabei Outside Runs rechts vom Tight End (20%). Die Mitte war nur bei 31% der Runs das Target.

In beiden Duellen gegen Green Bay wurde sich dabei aber klar für die Mitte (48% und 52%) entschieden. Und das funktionierte besonders im Rückspiel: Dort konnten 0,55 Yards mehr nach Kontakt erzielt werden als im Durchschnitt über die Saison (20% Steigerung). Nur bei den Runs durch die Mitte waren sogar 1,69 Yards nach Kontakt mehr.

Die Packers müssen besonders in der Mitte also den Run besser verteidigen, um ihn sicher stoppen zu können. Viel Arbeit für die Karl Brooks und Colby Wooden, die eher schwache Run Defender sind.

Fazit

Die Packers haben nicht nur realistische Chancen das Spiel zu gewinnen, sondern auch in den Playoffs weit zu kommen. Dafür müssen jedoch mehrere Aspekte im Spiel der Packers ineinandergreifen. Insbesondere in der Defense bedarf es einer klaren Leistungssteigerung. Aber die ist unter Jeff Hafley jederzeit möglich und dann hat die NFL eine Sache diese Saison gezeigt: Sie ist unberechenbar.

Tipp: 27:24 Packers

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