Der Sieg gegen die NY Giants und den Wind markiert das Ende der Spiele gegen die NFC East. Ab jetzt heißt es Division Game und das gleich mehrfach.
Unterbrochen werden die Spiele nur noch von zwei absoluten Highlight Games gegen die 9-2 Broncos (Week 15) und die Ravens (Week17). Der Rest ist die komplette NFC North. 2x Minnesota Vikings, 2x Chicago Bears und das Rückspiel gegen die Detroit Lions stehen noch auf dem Plan. Die heiße Phase der Saison wird spätestens mit diesem Spiel eingeläutet.

Fraglich für das Spiel ist unter Umständen Josh Jacobs. Er hatte sich gegen die Giants verletzt, noch ist unklar, wann er zurückkommt, aber die Verletzung scheint nicht so schlimm zu sein, wie man befürchten musste. Außerdem kommt langsam die Zeit, wo auch ein Jayden Reed wieder fit werden dürfte.
Definitiv mit von der Partie ist aber eine Reisegruppe von unserem Verein. Wie letztes Jahr reisen wieder 50 Personen von uns in die USA. Diesmal zum Heimspiel gegen die Vikings. Danach geht es auswärts zum Thanksgiving-Game (Donnerstag) nach Detroit. (Anm. d. Red.: Hier verweise ich nochmal auf meinen Erlebnisbericht vom letzten Jahr). Wir wünschen allen Reisenden nochmal besonders viel Spaß und Erfolg.
Auf einen Blick
- Wann? Sonntag, 23.11.2025 / 19:00 Uhr
- Wo? Lambeau Field, Green Bay, Wisconsin
- Sender/Kommentatoren US-Feed: FOX / Joe Davis, Greg Olsen, Pam Oliver (FR)
- Sender/Kommentatoren Deutschland: Gamepass by DAZN; RTL: Patrick Esumen, Björn Werner, Markus Kuhn (FR); ENDZN: Simon Sterzer
- Schiedsrichter: Carl Cheffers
- Wetterprognose: sonnig bei 9°C
Wie lief die bisherige Saison der Vikings
Die Vikings hatten in der Offseason einen kleinen Umbruch, zumindest auf Spielerseite. Dafür sind alle relevanten Coaches sind geblieben. Der Umbruch war am heftigsten auf der Quarterback Seite. Veteran Quarterback Sam Darnold musste nach der besten Saison seiner Karriere gehen, zu sehr haben die letzten Spiele an seinem Status gezerrt. Und ohnehin war er nur eine sogenannte Bridge-Lösung. Die langfristige Antwort würde immer J.J. McCarthy sein. Er hatte 2023 die Michigan Wolverines zur College Championship geführt und wurde dann an #10 Overall nach einigen Uptrades von den Vikings im Draft ausgewählt. Er verpasste aber die komplette 2024-Saison. Die Alternative war eben Darnold. Dieser fand eine neue Heimat in Seattle, und blühte dort fast noch mehr auf. Keine Rolle gespielt, aber erwähnenswert ist hier auch Daniel Jones. Er war ebenfalls auf dem Roster und bekam keine weitere Zukunft aufgezeigt. Er führt nun die Colts zu einem der besten Teams der AFC.
Das Geld was man sich in Darnold und Jones gespart hatte, wurde dafür verwendet, um die Defensive und die Offensive Line zu verstärken. Mit Ryan Kelly (Center), Will Fries (Guard), Jonathan Allen und Javon Hargrave (beide Defensive End) kamen absolute namhafte Verstärkungen für viel Geld. Top Pick im Draft war mit Donovan Jackson ein weiterer Guard. Viel mehr nennenswerte Picks hatten die Vikings aufgrund der Uptrades im letzten Jahr auch nicht. Carson Wentz kam als Backup für McCarthy. Er sollte allerdings schon bald eine tragende Rolle einnehmen.
Quarterback Situation in Minnesota
McCarthy verletzte sich bereits im zweiten Spiel und wurde danach überaus lange geschont. Wentz spielte von da an bis Woche 8. Er sah die meiste Zeit dabei recht gut aus. Zwei Spiele konnten gewonnen werden, zwei andere waren sehr knappe Niederlagen. Die Offensive funktionierte sichtbar besser als in den ersten beiden Spielen unter McCarthy. Man munkelte, dass man deswegen McCarthy noch mehr Zeit zum regenerieren lies.
Das änderte sich in Woche 8 gegen die Chargers. Dort war Wentz sichtlich angeschlagen und wurde in dem Spiel von den Vikings verheizt, obwohl das Spiel schon frühzeitig verloren war. Bereits zur Halbzeit stand 3:21. Nach dem Wochenende wurde er für den Rest der Saison auf IR gesetzt und bekam die notwendige Operation.

Die Ergebnisse der Vikings danach waren eher mau. Die Offensive war sehr inkonstant und auch die Defensive konnte ihre gute Leistung aus den ersten Saisonspielen nicht bestätigen. Nach Woche 11 steht nun ein Record von 4-6. Für die Playoffs müssten vermutlich min. fünf bis sechs der ausstehenden sieben Spiele gewonnen werden. Das erscheint aktuell ziemlich unwahrscheinlich. Eine Niederlage hier könnte der Sargnagel auf diese Saison sein.
Stärken des Gegners
Die Stärke der Vikings war bisher durchaus die Defense, auch wenn das sich nicht in allen Statisiken niederschlägt. Die bessere Unit ist da definitiv die Pass Defense. Die ist aktuell vielleicht eher eine Top10 als eine Top5 Unit, ist aber wahnsinnig gefährlich. Interessant ist, dass die Vikings die wenigsten 1st Downs in der Liga zulassen. Das heißt ein Kurzpassspiel mit vielen 1st Downs wird hier nicht so gut funktionieren. Dafür umso mehr etwas tiefere Pässe. Dazu passt auch, dass die Vikings die viertmeisten Defense Penalties zulassen, auch das macht ein tiefes Passing Game sinnvoller.
Ein Grund warum diese Defense so gefährlich ist die Qualität in der Defensive Line und die Blitzes der Linebacker. ProFootballReference charted die Vikings mit 98 Pressures bei 284 Pass Attempts. Bei 29,7% aller Dropbacks gibt es Druck. Das ist der Spitzenwert in der Liga. Eric Wilson, ein ehemaliger Packers, ist dabei der zweitgefährlichster Blitzing Linebacker der Liga laut PFF. Unter den Linemen sticht Jonathan Greenard hervor. Dahinter sind viele Spieler auf einem Niveau was Pressures angeht (Redmond, Allen, Turner, Hargrave). Das spricht für eine gute Breite auf dieser Position.
Schwächen des Gegners
JJ McCarthy ist das Problem für die Inkonstanz der Offense. Grundsätzlich sind die Vikings auf den Skill Positionen eigentlich sehr gut aufgestellt. Es gibt eine sehr gute Nummer 1 Receiver (Justin Jefferson), eine gute Nummer 2 Receiver (Jordan Addison), stabile Nummer 3 und 4 Receiver mit Jalen Nailor und Adam Thielen. Auf Tight End ist noch ein fitter TJ Hockenson da. Dazu zwei gute Runningbacks mit Aaron Jones und Jordan Mason. Und trotzdem hat die Offensive Probleme mehr als 20-27 Punkte zu machen. McCarthy verfehlt einfache Würfe und sorgt darüber hinaus für Gefahr durch Turnover oder unnötige Sacks.
Hier ein paar Statistiken: Er hat die niedrigste Completion Percentage der Liga (52,9%), und wirft bei 5,7% seiner Würfe eine Interception (Platz 35). Dagegen erzielt er nur bei 4,3% seiner Würfe einen Touchdown (Platz 24). Nach Success Rate sind nur 36,8% erfolgreich (Platz 34). Durchschnittlich kassiert er drei Sacks pro Spiel (neunmeiste der Liga). Das ist bei ca. jedem zehnten Wurfversuch. Zwar zeigt er auch immer wieder spannende Flashes, aber die meiste Zeit sorgt die Leistung für Ernüchterung.
Die Situation in Minnesota ist schwierig. Man merkt das das Team besser sein könnte und an einem anderen Punkt sein müsste. Aber nach den Investitionen in McCarthy muss er auch Spielzeit sammeln und Erfahrungen machen. Die Timelines passen hier nicht zusammen. Das ist definitiv ein Problem dieses „Soft-Rebuilds“, welcher bei den Vikings aktuell gefahren wird.
Key Matchups
Die Packers sind in dieser Partie mal wieder (klare) Favorit und trotzdem wird es vermutlich wieder ein sehr enges Spiel. Diese Faktoren können das Aufeinandertreffen entscheiden:
Packers Offensive Line vs. Vikings Pass Rush
Die Packers mussten bereit vergangenes Wochenende auf Elgton Jenkins verzichten. Gegen die Giants war Sean Rhyan der Center, Morgan war der Right Guard, und Banks der Left Guard. Walker und Tom wie gewohnt die beiden Tackles. Der Giants Pass Rush kam von allen Seiten sehr gut durch und sorgte dafür das Love viel unter Druck stand. Exemplarisch dafür steht eine Pass Blocking Note (PFF) für Rhyan von 16,6 (von max. 100). Love konnte mit dem Druck vergleichsweise gut umgehen, trotzdem hat es die Offense limitiert. Eventuell sehen wir ein Tausch auf Center. Hier kommt auf die Packers keine viel schlechtere Line zu und analog wie Hafley schickt Brian Flores (Defensiv Coordinator) sehr viele unerwartete Blitz Packages. Es wird wieder viel Arbeit auf die Offensive Line zukommen.
Packers Run Defense vs. Vikings Aaron Jones
Die Vikings Rushing Offense funktioniert diese Saison ziemlich gut. Nach Sucess Rate liegen sie auf Platz 7. Nach Yards per Attempt auf Platz 8. Allerdings haben sie auch die meisten Fumbles im Run Game verloren, was auch zu einem ziemlich schlechten EPA/Play Wert führt. Jones ist dabei der effizientere Runner im Vergleich zu Jordan Mason und wurde vor allem in den letzten beiden Spielen auch sehr viel ins Passing Game (jeweils sechs Targets) eingebunden.
Die Packers Run Defense hatte die letzten Spiele immer größere Probleme gegen den Run. Durchschnittlich lassen NFL-Teams 115 Rushing Yards pro Spiel zu. Gegen die Panthers waren es 163 Yards (zwei Touchdowns), gegen die Eagles 111 Yards (0 TD) und jetzt gegen die Giants waren 142 Yards und drei Touchdowns. Es gilt erst den Run zu stoppen und den Ball in die Hände von JJ McCarthy zu geben.
Tipp: 21:17 Packers
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