Review Week 15: Kings of the NFC North

Im dritten Jahr in Folge sichern sich die Green Bay Packers den Division Sieg in der NFC North. Drei Spieltage vor Ende der Regular Season sind die Packers nach einem Zittersieg gegen die Baltimore Ravens nicht mehr von der Spitze ihrer Division zu verdrängen. Lange Zeit war es ein zähes Spiel gegen die Ravens. Trotz zahlreicher Ausfälle machten die Ravens den Packers das Leben extrem schwer und man musste bis zur letzten Sekunde zittern.

1st Quarter: Ein typisches First Quarter der Packers

Die Packers gewannen den Coin Toss und schickten zunächst ihre Defense aufs Feld. Lamar Jackson verpasste gegen die Packers sein erstes Spiel aufgrund einer Verletzung. Under Center für die Ravens daher Tyler Huntley. Und die Ravens legten mit einem gefälligen Drive los. Kreatives Playcalling, viel Laufspiel, Scrambels von Huntley brachten den Ball tief in die Hälfte der Packers. Mark Andrews war dabei Dreh- und Angelpunkt der Offense. Erst in der Redzone und unmittelbar vor der Goalline wachte die Defense auf. Angesicht der massiv angeschlagenen und dezimierten Secondary entschloss sich John Harbaugh an der Packers 3-Yard Line den vierten Versuch auszuspielen. Die Coverage hielt jedoch stand. Huntley versuchte noch zu scrambeln, Campbell brachte ihn aber letztendlich zu Boden bzw. Out of Bounds. Turnover on Downs.

Mehr als acht Minuten nahm der Drive der Ravens von der Uhr, ehe die Packers Offense zum ersten Mal das Feld betrat. Schnell war jedoch auch wieder Schluss. Three and Out mit einem ungewöhnlichen Fehlwurf von Aaron Rodgers, der Devante Adams verfehlte. Dieser hatten seinen Gegenspieler geschlagen und der Pass wäre wohl für sehr viel Raumgewinn gewesen. Danach durften die Special Teams der Packers mal wieder glänzen. Isaac Yiadom haute den Returner der Ravens um, nachdem dieser einen Fair Catch signalisierte. 15 extra Yards für die Ravens, die das kurze Feld nutzen konnten und über Andrews mit einem Touchdown in Führung gingen.

2nd – Quarter: Die Packers Offense wacht auf

Wieder endete ein First Quarter ohne Punkte der Packers. Ins zweite Quarter startet die Offense jedoch mit dem Ball und fand endlich ihren Rhythmus. Die dezimierte Secondary der Ravens konnte Rodgers immer wieder attackieren und mit Pässen zu Lewis, Adams und einem tiefen Pass auf MVS arbeitete sich die Offense in die Hälfte der Ravens vor. Ein schmeichelhafter Roughing the Passer Call gegen Rodgers brachte in der Endzone zusätzliche 15 Yards und letztendlich durfte Dillon den Drive beenden. Von der zwei Yard Line hatte er nach einem schönen Block von Jon Runyan keine Probleme den Ball über die Goalline zu bringen. Ausgleich!

Embed from Getty Images

Doch die Packers Defense bekam Mark Andrews nicht in den Griff. Darnell Savage wurde immer wieder von Andrews geschlagen und hat mit der physischen Spielweise von Andrews massive Probleme. So dann auch beim Touchdown Pass auf Andrews. Savage war hier eigentlich in einer guten Position den Ball zu spielen, wählte dann aber einen sehr merkwürdigen Laufweg. Statt sich vor Andrews zu positionieren lief er hinter ihn und konnte so den Catch nicht verhindern. Erneute Führung für die Ravens.

Doch auch die Packers Offense war nach einem schwachen ersten Quarter mittlerweile im Spiel angekommen. Im direkten Gegenzug konnten die Packers ausgleichen. Die Ravens wichen von ihrer üblichen Spielweise ab. Sie blitzten deutlich weniger. Zu Beginn des Drives versuchten sie es mit dem Blitz, Rodgers bestrafte sie aber sofort und fand Davis für 22 Yards. An der Goalline musste dann der dritte Versuch herhalten. Adams eigentlich in Double Coverage, tanzte Backup Cornerback Jackson aus und fing den Touchdown zum erneuten Ausgleich. Die Packers Defense schickte die Ravens anschließend mit einem Three and Out schnell wieder vom Feld, doch auch die Packers Offense verschwand anschließend ohne weitere Punkte in der Halbzeit.

Embed from Getty Images

3rd – Quarter: Glückliche Flag

Die Packers starteten die zweite Halbzeit mit einem langen und erfolgreichem Drive! Fast acht Minuten nahmen sie von der Uhr ehe am Ende Aaron Jones den Pass von Rodgers in der Endzone fangen konnte. Zuvor hatten die Packers ein wenig Glück, als allen Lazard einen Pass nicht festhalten konnte, der Drive jedoch gerettet wurde durch einen sehr zweifelhaften Call für eine Pass Interference gegen Lazard. Die Proteste der Raven verständlich. Trotzdem, die Packers nach diesem Drive zum ersten Mal in Führung an diesem kalten Sonntag Abend in Baltimore.

Embed from Getty Images

Den anschließenden Kickoff beförderte Mason Crosby in die Endzone. Touchback, es geht doch! Trotzdem änderte dies nichts an einem guten Drive der Ravens, den die Packers erst in der eigenen Hälfte stoppen konnten. Wieder war es Savage der einige Plays einstecken musste und die Ravens brachten sich bei einem Fourth and One mit einem False Start um einen möglichen Touchdown. Zum ersten Mal an diesem Abend betrat Justin Tucker für ein Field Goal das Feld. Nur noch 21-17 aus Packers Sicht.

4th – Quarter: Touchdown Pass Nummer 442

Dann wurde Geschichte geschrieben! Wieder ein toller Drive der Packers. Rodgers erwischte die Ravens mit 12 Leuten auf dem Feld. LaFleur musste das Play jedoch challengen, denn die Refs übersahen dies zunächst. Adams verursachte bei einem Third Down noch einen False Start, welcher den Drive beinah zum Erliegen gebracht hätte. Bei Third and Long fand Rodgers aber MVS für 25 Yards und hielt den Drive am Leben. MVS war es dann auch, der Touchdown Pass Nummer 442 von Aaron Rodgers fangen durfte. Damit zog Rodgers in Sachen Touchdown Pässen mit Brett Favre gleich. Die Packers zum ersten Mal mit zwei Scores in Führung.

Als die Ravens im anschließenden Drive einen vierten Versuch an der eigenen 30-Yard Line ausspielten und nicht verwerten konnten, war für viele das Spiel wohl schon entschieden. Doch Rodgers konnte die gute Feldposition nicht nutzen und verfehlte zudem Lazard nach einer Blown Coverage der Ravens in der Endzone. Nur ein Field Goal und weiterhin nur ein Two Possession Game aus Sicht der Packers. Und die Ravens machten es tatsächlich nochmal spannend. Tyler Huntley lief den Ball in die Endzone der Packers mit noch knapp fünf Minuten auf der Uhr. Die Packers Defense bei diesem Play nur mit 10 Spielern auf dem Feld, was Barry an der Seitenlinie natürlich gar nicht gefallen hat. Die Packers Offense kassierte anschließend ein Three and Out und der Weg für die Ravens zum Ausgleich war geebnet.

Embed from Getty Images

Wieder konnten die Ravens den Ball gut bewegen und wieder war es Huntley, der den Ball mit noch 42 Sekunden auf der Uhr aus acht Yards in die Endzone lief. Es war klar was kommen würde. Die Ravens gingen auf die Two Point Conversion. Zunächst versuchten sie die Packers ins Offside zu locken, um so an die 1-Yard Line zu kommen. Die Packers Defense war jedoch diszipliniert und die Ravens nahmen nochmal ein Timeout. Spannung, zittern und beten. Es sollte ein Passspiel werden. Huntley rollte nach rechts. Dort war nur Andrews als Anspielstation. Der Pass war zudem nicht wirklich gut platziert und Savage hatte zum ersten Mal an diesem Abend zumindest die Finger am Ball. Incomplete!

Fazit

Verdammt spannend war das am Ende! Unnötig spannend, aber letztendlich gewinnen die Packers etwas glücklich aber auch nicht komplett unverdient mit 31-30 bei den Baltimore Ravens. Die Ravens haben sich mit ihren ganzen Ausfällen unglaublich gut aus der Affäre gezogen und die Packers am Rande der Niederlage gehabt. Wieder mal hatten die Packers Probleme mit einem starken Receiving Tight End. Andrews sammelte 140 Yards und zwei Touchdowns.

Letztendlich war auch der Ausfall von Kenny Clark in der Mitte der Defense spürbar. Gary und Preston Smith konnten zwar über Außen immer wieder etwas Druck auf Huntley ausüben, in der Mitte kam da aber zu wenig. Das war auch im Rungame spürbar. Letztendlich zählt aber das Ergebnis und mit dem Blick nach Detroit und Tampa, müssen sich die Packers angesichts des knappen Sieges für nichts entschuldigen. Nach den Niederlagen der Cardinals und der Bucs haben die Packers ihren Anspruch auf den First Seed in der NFC untermauert und mit den Cowboys nun einen neuen direkten Verfolger.

Spieler des Spiels

268 Yards, drei Touchdowns und ein Quarterbackrating von 132,2. Es war sicher nicht die beste Leistung von Rodgers in dieser Saison, aber wieder einmal ein Spiel ohne Turnover und große Fehler. Zudem den Rekord von Favre eingestellt und sich nach einem schwachen Spiel von Murray und Brady wieder in die Pole Position in der MVP Diskussion gebracht.

Embed from Getty Images

Erwähnen möchte ich auch noch MVS, der mit knapp 100 Yards und einem Touchdown ein sehr ordentliches Spiel gemacht hat und in dieser Form ein wichtiger Bestandteil der Offense als Wide Receiver Nummer 2 hinter Adams sein wird.

Nicht so gut

Wieder mal die Special Teams. Ein kurzer Punt von Bojorquez, ein Delay of Game bei einem Punt aus der eigenen Endzone, ein fast gemuffter Kickoff von Patrick Taylor. Die katastrophalen Special Teams Leistungen setzen sich fort. Man hat zwar gegen das auf dem Papier beste Special Teams der Lige gespielt, das darf aber keine Entschuldigung sein. Wie oft geht das noch gut?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.