Cobb – mehr als ein Maskottchen

Die Packers trafen auf die Pittsburgh Steelers. Zum ersten Mal seit dem Super Bowl spielten Aaron Rodgers und Ben Roethlisberger wieder gegeneinander, die anderen beiden Spiele verpasste Rodgers verletzungsbedingt. Nach einigen Startschwierigkeiten kamen die Packers in Fahrt und siegten bestimmt und ungefährdet über Vorjahres-Champion der AFC North.

1st Quarter

Eigentlich wundert es keinen, doch die Steelers schafften direkt in ihrem ersten Drive einen Touchdown – das erste Mal seit 13 Spielen, dass sie im Eröffnungs-Drive punkten konnten. Ausgerechnet Star-Cornerback Jaire Alexander versuchte bei einem eigentlich schlechten Pass, den Ball abzufangen, verschätzte sich aber, sodass Receiver Diontae Johnson einen 35 Yards-Pass in die Endzone tragen konnte – 7:0 für die Steelers.

Die Packers versuchten, über einen langen Drive auszugleichen, nach einem Lauf ohne Raumgewinn bei 2&3 von Runningback Aaron Jones sowie einem anschließenden Sack von Steelers-Linebacker Devin Bush mussten die Packers, eigentlich schon in der Steelers-Hälfte angekommen, aber doch punten. Die Packers-Defense schickte Roethlisberger und seine Offense mit einem schnellen 3&Out sofort wieder vom Platz, sodass die Packers den Ball nahe der Mittellinie zurückbekamen. Für den Rest des Viertels gaben sie den Ball nicht mehr her, arbeiteten sich aber Stück für Stück nach vorne und beendeten das Viertel in der Redzone der Steelers.

2nd Quarter

Im zweiten Viertel ging es dann schnell. Ein 3rd Down-Pass auf Randall Cobb, der über das gesamte Spiel gleich vier wichtige 3rd Down Conversions fing, führte zu einer 1&Goal-Situation. Den ersten Packers-Touchdown machte dann Aaron Rodgers selbst, indem er bei einem Scramble frei in die Endzone lief. 7:7.

Wieder stand die Defense gut. Nach einem kurzen Lauf und einem unvollständigen Pass war es Defensive Lineman Kingsley Keke, der Roethlisberger sacken konnte. Big Ben verlor dabei den Ball, Kenny Clark konnte ihn aufsammeln – Ballbesitz Packers an Pittsburghs 23 Yard-Linie. Eine Strafe gegen Tight End Josiah Deguara warfdie Packers zunächst zurück, doch bei 3&10 war es wieder Randall Cobb, der einen 23 Yards-Pass fangen konnte – diesmal in der Endzone. Touchdown Packers, 7-14!

Im folgenden Drive brachten die Steelers ihr Kurzpassspiel zum Laufen. Über vier Pässe und zwei Läufe konnte man bis an die Packers-30 Yard-Linie vorrücken, ehe die Defense des Heimteams wieder einen Stop erreichte. Die Steelers musstenfür das Field Goal gehen und kamen auf 10-14 heran.

Die Packers bewegten sich in den letzten fünf Minuten der ersten Hälfte nur stockend über das Feld. Insgesamt kamen sie zwar weit, doch am Ende dominierten die Fehler und man musste sich in der Redzone mit einem Field Goal begnügen. Der Field Goal-Versuch wurde geblockt, Minkah Fitzpatrick sammelte den Ball auf und lief bis in die Packers-Endzone – Touchdown Steelers! Oder doch nicht? Joe Haden soll im Offside gewesen sein – eine durchaus fragwürdige Entscheidung der Schiedsrichter, die das Packers-Special Team vor der Katastrophe rettete. Im zweiten Versuch klappte dann (diesmal knapp) das Field Goal und man konnte vor der Halbzeit den Abstand eines Touchdowns wieder herstellen. 10-17 für die Packers.

3rd Quarter

Zu Beginn der zweiten Halbzeit bekamen die Packers den Ball. Ein kurzer Lauf von Jones und ein unvollständiger Pass von Rodgers ließen böses erahnen, doch wieder war es Cobb, der das wichtige 3rd Down fing – und mit 25 Yards auch gleich ein gutes Stück des Feldes überbrückte. Nach einem knappen First Down und einem starken 26 Yards-Catch and Run von Jones war aber Schluss. Wieder war man schon in der Red Zone, doch ein Negativlauf und ein Sack führten zu einer schlechten Ausgangssituation beim dritten Versuch. Der Sack fand jedoch durch T.J. Watts Fuß statt – „Tripping“ ist eigentlich verboten. Es flog sogar eine gelbe Flagge, doch aus unbekannten Gründen wurde die korrekte Strafe nicht ausgesprochen. Das Field Goal von Mason Crosby ging rein – und so stellte Crosby einen neuen Rekord auf. Mit 23 verwandelten Field Goals am Stück brach er seinen eigenen Franchise-Rekord aus der Super Bowl-Saison 2011. 10-20.

Nun ging es steil bergab bei den Steelers. Nach einem guten Special Teams-Play von Equanimeous St. Brown und einer Strafe begannen die Steelers an der eigenen 8 Yard-Linie. Ein First Down konnten sie erreichen, doch dann war Schluss. Der Punt war sehr kurz und ging an der eigenen 40 Yard-Linie ins Aus. Das war ein kurzes Feld für die Packers, die sich diese Einladung nicht entgehen ließen. Adams, Dillon, Dillon – und schon wieder Randall Cobb für den Touchdown. Die Packers zogen 10-27 davon.

Über kurze Pässe kamen die Steelers in die Hälfte der Packers. Bei einem vierten Versuch und vier Yards zu gehen warf Roethlisberger auf Runningback Benny Snell. Jaire Alexander war zur Stelle, konnte jedoch das Tackling nicht vollenden und verletzte sich dabei – vorzeitige Diagnose ist eine Verletzung des Schultereckgelenks, gute Besserung! Oren Burks übernahm den zweiten Tackling-Versuch und stoppte den Drive der Steelers. Doch die Packers gaben den Ball schnell wieder her. Defensive Tackle Chris Wormley schaffte es hinter die Offensive Line und schlug Jones den Ball aus der Hand. T.J. Watt sammelte auf, Ballbesitz Steelers. Mit viel Mühe schaffte man es in die Hälfte der Packers, das dritte Quarter endete.

4th Quarter

Und das vierte Viertel begann ähnlich schwach wie es das dritte war. Nämlich mit einem Pass auf Johnson ohne Raumgewinn zum vierten Down und vier Yards zu gehen. Eigentlich wollten die Steelers diesen ausspielen, doch eine False Start-Strafe von Johnson warf sie weitere fünf Yards zurück und so hieß es wieder: Punten. Nach einem kurzen Ballbesitz der Packers bewegten sich die Steelers wieder langsam übers Feld. Gerade in der Packers-Hälfte angekommen standen sie wieder bei einem vierten Versuch, den sie diesmal ausspielen mussten, doch Linebacker De’Vondre Campbell tacklete den Steelers-Receiver, bevor er den First Down-Marker erreichen konnte.

Die Packers warfen die Laufmaschine A.J. Dillon an – und die funktionierte. 5 Yards, 4 Yards, 5 Yards, 6 Yards. Anstatt auf der Welle weiterzugehen, entschied man sich für einen Pass – bei dem war Tight End Robert Tonyan komplett offen und hätte einen Touchdown vor der Nase gehabt, doch Rodgers unterwarf ihn. Auch beim dritten Versuch konnte Rodgers den Ball nicht anbringen. Anstatt das lange Field Goal (52 Yards) zu probieren, entschied man sich dazu, den vierten Versuch auszuspielen – doch auch dieser Pass kam nicht an. Die Packers gaben den Steelers noch eine letzte Chance, sich heranzuarbeiten.

Mit sieben Minuten auf der Uhr und drei Scores im Rückstand starteten die Steelers – und erst nach drei Minuten konnten sie etwas zählbares aufs Board bringen. Runningback Najee Harris sprang über die Offensive Line in die Endzone, Touchdown Steelers zum 17-27.

Anstatt jetzt einen Onside Kick zu versuchen und den Ball zu behalten, kickten die Steelers normal – und die Packers nahmen in Ballbesitz erneut viel Zeit von der Uhr. Trotz den beiden letzten Timeouts der Steelers spielten die Packers die Zeit auf 2min runter, ehe sie den Ball erneut zurückgeben mussten. Ganz kurz blitzten Gedanken auf „Die werden doch nicht!“ – doch Rookie-Cornerback Eric Stokes machte den letzten Zweifeln ein Ende, fingeinen Pass von Roethlisberger zur Interception und beendete das Spiel.

Fazit

Wie so oft hatte man zum Start Probleme. Und obwohl man sich dann im zweiten Quarter schnell fangen und das Spiel dominieren konnte, hat man dem Gegner zum Ende doch nochmal zu viele Chancen gegeben, sich zurück zu kämpfen. Wirklich in Gefahr war dieser Sieg zu keiner Zeit, doch das lag auch an einem schwachen Ben Roethlisberger, der mehrfach freie Receiver verfehlte. Gegen ein gutes Team hätte das anders aussehen können, da müssen die Packers noch eine Schippe drauf legen. Doch ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss – und so siegt man vor allem dank einem starken Randall Cobb mit 17-27 und verbessert den Record auf 3-1.

Spieler des Spiels

Es kann nur einen Spieler des Spiels geben – und das ist eben genannter Cobb. Mit vier wichtigen 3rd Down-Conversions und zwei Touchdowns zeigte er seine Qualitäten vor allem in „Money Downs“, in denen Davante Adams sonst Rodgers‘ Sicherheitsspieler ist, den die Steelers jedoch gezielt aus dem Spiel nahmen.

Das Runningback-Duo aus Aaron Jones und A.J. Dillon konnte in der Offense überzeugen, was aber zu großen Teilen an einer mal wieder starken Offensive Line lag. In der Defense war es erneut ein guter De’Vondre Campbell in Kombination mit einer soliden Leistung der restlichen Mannschaft, die die Steelers klein hielten.

Gute Besserung an den verletzten Jaire Alexander. Mit Yiadom und später Jean-Charles als zweiten Cornerback hatte man nochmal deutlich größere Probleme als zuvor. Werd’ schnell wieder gesund, Junge!

Autor: Nik Staiger (Twitter @Nik_Staiger)

Ein Gedanke zu “Cobb – mehr als ein Maskottchen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.