Review Week 10: Teuer bezahlt

Bei echtem Lambeau-Wetter war es ein zähes Ringen zwischen den Green Bay Packers und den Seattle Seahawks. Am Ende war es ein deutlicher 17:0 (3:0)-Sieg für Green and Gold. Doch der Sieg wird arg getrübt. Denn gleich zwei Verletzungen trüben das Bild. Somit ist der Sieg ungemein teuer bezahlt.

1st Quarter

Schon der erste Drive zeigte, was die Fans in Lambeau erwarten durften. Die Packers kamen zwar gut in die Redzone, doch dann stockte es. Doch eine Strafe und ein Sack sorgten dafür, dass dieser nicht zu Ende geführt werden konnte. Mason Crosby musste also ran, nagelte das Ding aber rechts an den Stangen vorbei. Dies sollte noch der beste Drive beider Teams im ersten Viertel sein. Der Rest war eine Mischung aus Spiel rund um die Mittellinie und punten.

2nd Quarter

Die Packers begannen auch den zweiten Abschnitt mit Ballbesitz. Und legten einen ansehnlichen Drive hin. Highlight war dabei ein langer Pass auf Adams für 34 Yards. Die Krönung blieb aber aus, zwei Pässe konnte Aaron Rodgers nicht anbringen. Immerhin: diesmal traf Crosby zwischen die Pfosten zur 3:0-Führung.

Der Rest des Viertels ist aber auch schnell erzählt: beide Teams kamen nicht mehr in Richtung Endzone. Am nächsten dran waren noch die Seahawks unmittelbar vor der Pause. Doch hier sorgte eine Strafe dafür, dass Seattle aus der Field Goal-Range rausfiel.

3rd Quarter

Wer jetzt gedacht hätte, dass die Pause ein Wunder bewirken könnte, war getäuscht. Beide Offensiven hatten mächtig Sand im Getriebe. Dazu legten die Quarterbacks dann ihre speziellen Auftritte hin. Erst probierte sich Russell Wilson an einem langen Pass, überwarf Metcalf und fand die Arme von Kevin King. Nach kurzem Zittern war klar: INT King, der sich damit für die Leistungen der letzten Wochen belohnte.

Auf der Gegenseite agierte Aaron Rodgers vogelwild. Bei 3rd and 6 fand er keinen offenen Receiver. Statt das Ei wegzuwerfen warf er es unmotiviert in die Endzone, genau die Arme von Jamal Adams. Dieser feierte seine Interception mit dem Belt.

4th Quarter

Solche Aktionen bleiben natürlich nicht ungesühnt. Vor allem nicht, wenn man wie Carlos Dunlap auch noch absurde und dumme Strafen zieht. Der kassierte zur Freude der Packers eine Strafe für unsportliches Verhalten, weil er einen Schuh wegwarf. Und Green and Gold sagte artig danke. AJ Dillon fand den Weg in die Endzone zum 10:0.

Nun waren die Seahawks gefordert. Und Russell Wilson wollte nach einem guten Return von Dallas Punkte erzwingen. Doch sein Wurf von der Mittellinie fand nur die Arme von Adrian Amos, der in der Endzone sicher zupackte. Acht Minuten vor dem Ende kamen die Packers wieder in Ballbesitz. Und wieder war Dillon der Hauptakteur. Erst rannte er für 50 Yards die Linie entlang, dann „powerte“ er kurz nach der Two-Minute-Warning den Ball erneut in die Endzone. 17:0!

Die Seahawks wollten die Partie wohl noch mit einem guten Gefühl beenden, doch sie wurden nach einem starken Sack in von Preston Smith gestoppt. Und so feiert die Defense den ersten Shutout seit dem 30. September 2018 und den ersten gegen einen NFC-Konkurrenten seit 2009! Und Russell Wilson bleibt erstmals in seiner NFL-Karriere ohne Punkte mit seiner Offense.

Fazit

Machen wir uns nichts vor: das war über weite Strecken ein absolutes Gewürge. Beide Offenses hatten mächtig Schnee im Getriebe und den beiden Quarterbacks war die lange Pause bzw. das fehlende Training deutlich anzumerken. Natürlich gab es auch den ein oder anderen Drop auf beiden Seiten, aber insgesamt war es vor allem von den QBs viel zu wenig! Umso erfreulicher, dass die Defense mal wieder einen überragenden Job macht. Und sich vor allem mit Big Plays endlich belohnt. Vor allem dem (zu Recht) oft gescholtenen Kevin King war die INT zu gönnen. Die Defense ist aktuell in Lombardi-Form, jetzt darf die Offense gerne mal nachziehen. Auch wenn es nicht einfacher wird, „dank“ der neuen Ausfälle.

Spieler des Spiels

Der Spieler des Spiels kommt aber dennoch aus der Offensive. Ohne AJ Dillon hätte es wohl gar keine Punkte auf dem Scoreboard gegeben. Am Ende stehen für ihn zwei Touchdowns und insgesamt 126 Yards zu Buche. Zwar sind 3,1 Yards pro Lauf nicht viel – aber in den entscheidenden Phasen haben sich die Packers auf ihren Runningback verlassen.

Ebenfalls ganz stark: Adrian Amos (INT, 3 PD, vier Tackles) und Preston Smith (1 Sack, 1 TFL, QB-Hit).

Nicht so gut

Wir müssen an dieser Stelle über Aaron Rodgers sprechen. Er hat viel Vertrauen von Matt LaFleur und dem Team bekommen. Ausgezahlt hat es sich nicht. Das fehlende Training war ihm deutlich anzumerken, vor allem in der Entscheidungsfindung und in der Genauigkeit. Viele Ungenauigkeiten waren darin und die Interception war einfach nur vogelwild. Dass die Offensive überhaupt nicht an den Laden kam, lag einzig und allein am Spielmacher.

Verletzungen

Leider ploppt auch das Thema Verletzungen auf. Als Erstes erwischte es Whitney Mercilus am Quadrizeps. Dann verletzte sich Aaron Jones am Knie und zu allem Überfluss brach sich Rashan Gary irgendwas am Arm. Bei allen drei werden die Untersuchungen am heutigen Montag und am Dienstag wohl Aufschluss über die Schwere und die Ausfallzeit geben.
Klar ist aber jetzt: vor allem im Pass Rush werden die Packers wohl nochmal aktiv werden müssen.

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