Review Week 18: Unkonzentriert ausgetrickst

Die Regular Season 2021 endet für die Packers wie sie begonnen hat: mit einer Niederlager. Green and Gold unterlag bei den Detroit Lions mit 30:37 (13:17). Es war eine Mischung aus viel Unkonzentriertheit und sehr cleverem Spiel der Gastgeber. Unkonzentriert ausgetrickst kann man da wohl sagen.

1st Quarter

Dabei begann das Spiel exakt so, wie man es sich vorgestellt hat. Die Packers legten einen sehr konzentrierten Drive an den Tag und kamen so sehr gut über das Feld. Am Ende stimmte endlich mal wieder Red Zone-Offense, gekrönt von einem schönen Pass von Aaron Rodgers auf Allen Lazard zur Führung. Auch der zweite Drive ließ sich gut an. Dank eines Sacks von Dean Lowry mussten die Lions ein Turnover on Downs hinnehmen. Wobei: Detroit versuchte es mit einem Fake Punt, der Pass vom Punter geriet aber einen Tick zu lang. Spoiler: es war im Grunde das letzte Big Play der Defensive!

In der gegnerischen Hälfte kamen die Packers wieder an den Ball, konnte die Feldposition aber nicht nutzen. Immerhin war das folgende Special Team-Play okay, so dass Detroit an der eigenen Sieben starten musste. Ein Pass von Jared Goff auf Amon-Ra St. Brown befreite die Lions aus dem Gröbsten und an der eigenen 25 startete Trickplay Nummer zwei des Abends. Dieses war erfolgreich, denn Receiver Tom Kennedy fand den völlig freien Kalif Raymond, welche den Ball in die Endzone lief. Ausgleich!

Embed from Getty Images

2nd Quarter

Apropos St. Brown: dieser war zu Beginn des zweiten Viertels fast im Alleingang für die Führung der Lions verantwortlich. Fünf Catches des kleinen EQ-Bruders brachten 53 Yards und final den Touchdown. Die Lions damit erstmals in Führung. Doch die Packers antworteten stark. Davante Adams landete ein weiteres Big Play und am Ende war es ein Zuckerpass von Rodgers auf Lazard, welcher den zweiten Touchdown brachte. War auch etwas Glück dabei, aber es sah schon spektakulär aus, wie Lazard den Ball fing. Für den Ausgleich reichte es nicht, da der Extrapunkt von Crosby rechts vorbeiging.

Bei 2:34 Minuten auf der Uhr begannen die Lions ihren Drive und man muss gestehen, dass Jared Goff die Offensive sehr konzentriert über das Feld führte. Für den Touchdown reichte es nicht, aber Ryan Patterson traf das Field Goal aus 34 Yards zur 17:13-Halbzeitführung.

3rd Quarter

Zu Beginn des dritten Viertels gelang es den Packers endlich mal einen Drive zu stoppen. Doch den Ballgewinnen rissen sie sich mit dem Allerwertesten direkt wieder ein. Juwann Winfree verlor an der eigenen 36 den Ball. Die Lions packten erneut ein Trickplay und der Ball kam dabei zurück zu Jared Goff. Dieser fand Tight End Brock Wright, welcher recht unbedrängt in die Endzone laufen konnte.

Nun mussten die Packers eine Antwort finden und kamen auch in die Red Zone. Mehr als ein Field Goal von Mason Crosby war aber nicht drin. Immerhin: die Defensive hielt im Folgenden mal und die Packers durften den Ballbesitz mit in den Schlussabschnitt nehmen.

Embed from Getty Images

4th Quarter

Und dieser begann dann auch mit punkten. Patrick Taylor lief und verkürzte für die Packers. Die folgende Two-Point-Conversion war dann aber nicht erfolgreich, der Pass auf Amari Rodgers unter Druck einfach zu ungenau.

Defensiv war dann aber wieder der Schlendrian drin. Obwohl die Lions nicht zwingend kreativ agierten, gelang es Ihnen sich tief in die Hälfte der Packers zu spielen. Erst an der 18 konnte man Jared Goff stoppen. Das Field Goal war für Patterson dann keine Mühe. Die Antwort der Packers war eindrucksvoll – vor allem weil Josiah Deguara auf einmal auf und davon war. Aus 62 Yards lief der Tight End das Ding nach Hause und die Packers waren auf einmal vorne. Dazu war die Two-Point-Conversion dank eines Laufs von Jordan Love erfolgreich und die Packers mit 30:27 vorn.

Doch die Defense war schon wieder im Verwaltungsmodus. Keine Aggressivität, keine gute Coverage und so war es für die Lions viel zu einfach über das Feld zu kommen. Am Ende bestraft De’Andre Swift die Unkonzentriertheit mit einem Touchdown. Die Lions also wieder 34:30 vorne. Die Antwort der Packers? Bleibt aus. Love wirft den Ball in die Mitte zu Amari Rodgers, der den Ball aber den Lions überlässt. Ballbesitzwechsel, die Partie 73 Sekunden vor dem Ende entschieden.

Eigentlich: irgendwie gelingt es den Packers den Lauf zu stoppen und mit Dusel stößt Henry Black Amon-Ra St. Brown ins Aus. Zeit gestoppt und die Lions gehen für das Field Goal. Dieses verwandelt den Patterson zum 37:30 und lässt noch 48 Sekunden auf der Uhr.

Doch die Packers lassen diese Chance ungenutzt – oder genauer Love. Erst ein schlechter Pass auf EQ, der bei mehr Präzision fast sicher für den Touchdown gereicht hätte. Und schließlich noch die entscheidende Interception, als Love EQ deutlich überwirft.

Fazit

Fast wie erwartet, ist das Spiel in der Summe ein Muster ohne Wert. Die 2nd (oder teilweise 3rd) Unit der Packers hat die zweite Halbzeit übernehmen dürfen und man muss/kann erkennen, woran es hapert. Dass die Mannschaft dennoch zurück kam zeigt, dass die Packers im Normalfall die Partie gewonnen hätten. Aber das ist nicht das Entscheidende und interessiert letztlich auch keinen.

Viel wichtiger ist, dass man erkennen konnte, dass auch gegen das zweitschlechteste Team der Liga nicht mit halber Kraft gespielt werden kann und man die volle Konzentration an den Tag legen muss. Ansonsten wird das in den Playoffs, auch gegen den 7th Seed, gnadenlos bestraft – und man hat keine Chance zurückzukommen.

Klar ist auch, dass einige Spieler aus dem 3rd String ihre viele Spielzeit nicht genutzt haben. Allen voran seien dort Amari Rodgers und Juwann Winfree genannt. Aber auch in der Defensive konnte keiner der Ersatzleute herausstechen.

Last but not least möchte ich meinen Respekt für die Lions ausdrücken. Eine Niederlage hätte ihnen ja den 1st Overall gebracht. Dennoch hat man die Partie nicht nur solide zu Ende gespielt, sondern viel Kreativität an den Tag gelegt. Da kann ich nur den Hut ziehen.

Embed from Getty Images

Spieler des Spiels

Was soll man sagen? Fünf Catches bei sechs Targets für 75 Yards und zwei Touchdowns: das war eine starke Leistung von Allen Lazard in Halbzeit eins. Dazu kommt seine stets gute Arbeit beim Blocking, was den Backs das Leben erleichtert.

Ebenfalls stark: Josiah Deguara (66 Yards, 1 TD), Patrick Taylor (53 Yards, 1 TD) und aus der Defensive muss man Dean Lowry (4 Tackles, 2 TFL, 1 Sack) lobend erwähnen.

Nicht so gut

Nein, der zweite oder dritte Anzug hat sich nicht hervorgetan. Egal ob Jordan Love (siehe unten), Amari Rodgers oder Oren Burks: gerade die höheren Draft Picks haben mich richtig enttäuscht. Aber auch sonst passte der Anzug einfach nicht, da waren offensiv und defensiv viele Unzulänglichkeiten drin. Die Defensive muss man übrigens fast in Gänze in die Kritik aufnehmen: das war auch mit den Startern in der ersten Halbzeit alles andere, aber nicht gut.

Jordan Love

Ein kurzer Fokus auf Jordan Love: Dieser durfte in der zweiten Halbzeit ran und kommt am Ende auf 134 Yards, einen Touchdown und zwei Interceptions bei 17 Passversuchen. Das sieht jetzt erst einmal nicht ganz so mies aus, wie gedacht. Doch die Wackler waren enorm. Viele Ungenauigkeiten bei den Pässen (besonders zu sehen bei der zweiten Interception), einige Wackler auch im Kurzpassspiel und irgendwie komplett unrund. Nein, das war kein überzeugender Auftritt von Jordan Love.

Ja, er ist quasi ein Rookie. Ja, er spielte mit dem Ersatz von den Ersatzleuten, aber einen Fortschritt zum Spiel in KC habe ich nicht gesehen. Und damit auch keine Entwicklung. Ist es zu früh, Love vor den Bus zu werfen? Auf jeden Fall! Aber Kritik muss an dieser Stelle sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.