Kaderanalyse Runninbacks

Heute mal eine einfachere Kaderanalyse, denn wir beschäftigen uns mit einer Stärke der Green Bay Packers: den Runningbacks.
Warum sind die Runningbacks der Packers eigentlich eine Stärke? Individuelle Qualität von Aaron Jones und AJ Dillon, Scheme oder gar beides?

Stärke – aber warum?

Die Antwort der Stärke ist sicherlich “beides”. Aaron Jones gehört zu den besten Runningbacks der Liga und überzeugt wöchentlich mit guter Vision, Explosivität und sicheren Händen. Auch AJ Dillon hat sich vom fragwürdigen Draftpick, so ein Gros der Trotz der Qualität der Spieler fehlen hier noch weitere Elemente zur finalen Begründung warum das Laufspiel der Packers so erfolgreich ist. Reichen die spielerischen Qualitäten nicht alleine? Das reicht in der Regel nicht. Die Packers sind durch das Scheme von Matt LaFleur (Outside Zone) in der Lage die Defensive sich zurechtzulegen. Auch das extrem gute Blocking von Tight End Marcedes Lewis ist ein wichtiger Faktor wie auch das Blocking aus dem Backfield durch Josiah Deguara und/oder Dominique Dafney. LaFleur hat es geschafft via Scheme und weiterem Personal die individuellen und vielfältigen Qualitäten von Jones und Dillon offen zu legen.

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Hürde für die Defensive

Die große Hürde für die gegnerische Defensive ist sicherlich die Vielfältigkeit der Packers. Was kann man erwarten? Den kleinen, wendigen und explosiven Jones als Läufer oder sehr sicheren Passempfänger oder Dillon, der es vermehrt durch die Mitte versucht, aber auch im Passspiel ein Faktor ist? Beide sind auch recht ordentlich im Passblocking und können hier einen zusätzlichen Schutz für den Quarterback bieten.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass die Packers derart stark im Laufspiel sind, weil LaFleur, das Scheme und auch das Spielerpersonal eine nahezu perfekte Symbiose sind.

Bewertung und Aussicht der Spieler

Aaron Jones (171 rushes – 799 Yards – 4 Touchdowns – 37 First Downs // 52 Receptions – 391 Yards – 6 Touchdowns – 22 First Downs)

Nach PFF war Jones 2021 Runningback Nummer 6 ligaweit, auch, wenn er das erste Mal seit 2018 die 1000 Yards Rushing Yards nicht geschafft hat. Jones ist ein integraler Part der Offensive der Packers, denn er ist aus dem Backfield im Laufspiel eine Gefahr durch seine gute Vision und Explosivität. Er passt aber auch perfekt in das Outside Zone-Running-Scheme von Matt LaFleur.Er hat zumeist ausreichend Ruhe um die entsprechend freie Running Lane abzuwarten. Aus dem Backfield ist Jones aber auch eine gute “Sicherheitsvariante” im Kurzpass-/Dump Off-Passspiel. Gesteigert hat sich Jones aber insgesamt nochmal im Passing Game. 2021 fing er 80% der auf ihn geworfenen Bälle. Karrierebestwert von 74,6% nochmal deutlich gesteigert! Hierbei kommt auch die dritte Qualität von Jones zum Tragen, denn er kann auch problemlos als Receiver aufgestellt werden und damit jeder Defensive Schwierigkeiten bereiten. Um das mit Daten zu unterlegen: nach PFF wurde Jones in 495 Spielzügen im Backfield aufgestellt. 29 mal stand er im Slot und 29 mal Inline Weitere 59 Spielzüge begann er als Wide Reciever, was nochmal seine Flexibilität untermauert.

AJ Dillon (187 rushes – 803 Yards – 5 Touchdowns – 50 First Downs // 34 Receptions – 313 Yards – 2 Touchdowns – 15 First Downs)

Dillon geht in seine dritte Saison und hat letztes Jahr einen massiven Leistungssprung hinter sich. War er als Rookie noch die Nummer 3 und musste sich mit reduzierter Einsatzzeit hinter Aaron Jones und Jamaal Williams begnügen, so hat er sich den Spot hinter Jones gesichert. Hinter Jones? Das kann man durchaus hinterfragen, ob es hier noch eine Rangfolge gibt oder die beiden nicht gleichwertige Teile der Offense sind, die mit unterschiedlichen Qualitäten glänzen. Dillon ist in diesem System der Runningback durch die Mitte, der mehr über Kraft und Willen kommt denn über Explosivität. Den Namen Dilldozer hat Dillon nicht umsonst! Überraschend: 34 Receptions und 91,9% der Pässe auf ihn kamen an. Dafür, dass Dillon im Vorfeld des Drafts softe Hände abgesprochen wurden..scheinbar sind die Hände doch nicht “aus Stein”. Hier hat Dillon sein Portfolio erweitert und macht die Packers noch weniger ausrechenbar. Nach PFF war Dillon der zweitbeste Running der NFL hinter Jonathan Taylor (Colts). Dillon wird auch 2022 ein immenser Teil der Offense der Packers sein.

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Kylin Hill (10 rushes – 24 Yards – 0 Touchdowns – 1 First Down // 1 Receptions – 5 Yards – 0 Touchdowns – 0 First Downs)

Hill konnten wir nur in acht Spielen auf dem Active Roster begutachten. Seine Spielzeit hielt sich natürlich in Grenzen, aber der Eindruck war doch recht ordentlich (für einen Spieler, den man erst in Runde 7 gedraftet hatte). Bemerkenswert: mit 19,9 Yards per Kickoff-Return hatte Hill dieses Jahr den besten Wert bei den Packers? Sein Fehlen ein Grund für das schwache Special Team Play? Sicherlich nicht DER Grund, aber Hill galt am College schon als passabler Returner und sowas werden die Packers brauchen.

Patrick Taylor (23 rushes – 89 Yards – 1 Touchdown – 5 First Downs // 2 Receptions – 3 Yards – 0 Touchdowns – 1 First Down)

Patrick Taylor hat in den letzten beiden Spielen (vs Minnesota und @Detroit) 71 seiner Yards erzielt als man auch andere Spieler geschont hat. Seine Perspektive dürfte klar sein: Platz 4 auf dem Roster halten. An Jones und Dillon kommt er natürlich nicht vorbei und Hill bietet im Special Team eine zusätzliche Komponente, die Taylor fehlt. Als relativ großer, kräftiger Runningback ist Taylor wohl der Ersatzmann falls Dillon mal ausfällt. Insgesamt wäre Taylor eine absolut passable Variante als Runningback Nummer 4. In Stein gemeiselt ist sein Spot aber bei Weitem nicht.

Situation zur Free Agency, zum Draft

Essenziellen Handlungsbedarf gibt es auf der Position des Runningbacks dieses Jahr nicht. Aaron Jones ist mittlerweile als einer der besten, explosiven Runningbacks in der Liga etabliert und glänzt im Receiving Game. Die Abrissbirne AJ Dillon ist eine exzellente Ergänzung und kann situativ auch das Backfield alleine anführen. Er bietet auch eine völlig andere Dimension und daher ist der One-Two-Punch der Packers hochklassig aber auch vielfältig aufgestellt.
Die finale Bewertung von Kylin Hill steht – aus bekannten Gründen – noch aus, aber die Ansätze waren vielversprechend.

Es wäre verwunderlich, wenn die Packers in der Free Agency überhaupt im Bereich der Runningbacks aktiv würden. Schlagen die Packers nach dem Draft wieder bei den UDFA (Undrafted Free Agents) zu? Das würde ich durchaus erwarten, dass man hier 1-2 Spieler verpflichtet und sie ins Trainingscamp mitnimmt. Die Möglichkeit als vierter Runningback zumindest auf dem Practice Squad zu sein ist auf jeden Fall da. Patrick Taylor hat aber seinen Wert als Nummer 4 bewiesen und an dem müssten die UDFA erstmal vorbei. Bei den Positionen 1 bis 3 erwarte ich keine Änderung bei den Packers, denn alle drei haben ihren Wert bewiesen bzw. angedeutet.

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