Packers Offense noch in der Sommerpause?

Es war ein echter Dämpfer zum Auftakt. Die Packers kassieren eine echte Klatsche in Jacksonville gegen die Saints. Weder Defense noch Offense konnte auch nur ansatzweise an die Erwartungen anknüpfen. Die Packers vor der Saison als Titelanwärter gehandelt sind bereits nach Woche 1 auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Nichts zu sehen von einer Verbesserung der Defense unter dem neuen Defensive Coordinator Joe Barry und wo war die Offense? Noch in der Sommerpause?

Rodgers verpasst den Zeitpunkt des Abspiels

Das erste Play stammt aus dem ersten Quarter. Bei 3rd Down packt Matt LaFleur ein schönes und schon bekanntes Play Design raus. Aaron Jones kommt als Receiver zum Einsatz.

Jones kommt von der linken Seite und läuft eine Drag-Route und kreuzt dabei die Route von Adams, der eine etwas tiefere In-Route läuft. Auch von der gegenüberliegenden Seite kommt eine Slant-Route von Amari Rodgers entgegen. Diese Kombinationen an Routen sorgt dafür, dass viel Betrieb in der Mitte entsteht. Der Verteidiger der für Jones eingeteilt ist (Man-Coverage), ist beim Snap (siehe Bild) etwas off und Jones hat so Zeit entscheidend Seperation zu kreieren.

Die Seperation ist dann im zweiten Bild gut ersichtlich. Er hat viel Platz vor sich und sein Verteidiger muss noch an dem entgegenkommenden Rodgers + Defender vorbei navigieren. Der richtige Zeitpunkt zum Abspielen ist genau zum Zeitpunkt des Screenshots. Rodgers zögert hier aber deutlich zu lange und die Chance verstreicht. Jones bekommt den Ball von Rodgers zu spät und schafft es nicht mehr zum First Down Marker.

Rodgers abermals zu spät

Auch im zweiten Beispiel ist Rodgers wieder zu spät mit seinem Wurf. Die Packers in diesem Fall aus einer engen Formation. Lazard kommt von der linken Seiten pre Snap auf die andere Seite der OLine und arbeitet als Vorblocker für Tonyan, der ihm folgt nachdem der Snap erfolgt ist.

Wie im ersten Beispiel gezeigt, verpasst Rodgers schlicht den Zeitpunkt des Abspiels. Tonyan hat durchaus Seperation, bekommt den Ball aber auch zu spät.

Davis der Tonyan hier verteidigt muss sich durch den Traffic arbeiten. Rodgers hat zwar Druck durch den freien Rusher, aber diese Play-Action Pässe hat er in der vergangen Saison im Schlaf zum richtigen Zeitpunkt angebracht. Rodgers zögert und Davis kann die Lücke zu Tonyan schließen. Kein Raumgewinn für die Packers.

Sacks sind Quarterback Stats

Im nächsten Beispiel ein relativ untypisches Beispiel für Rodgers. Abermals kommt das Abspiel (oder das Wegwerfen des Balls) zu spät.

Tonyan und Lewis kommen von der rechten Seite der OLine zwei Routen gelaufen. MVS läuft eine tiefe Wheel-Route und kreuzt den Laufweg von Tonyan. Adams läuft links ein tiefe Comeback-Route.

Auch hier kommt das Play aus einem Play-Action Spielzug. Rodgers hat wieder einen freien Rusher vor sich, was bei diesen Play Design aber nichts Ungewöhnliches ist. Lewis ist hier zum Zeitpunkt des Screenshots frei. Um MVS am unteren Bildrand anzuwerfen, fehlt Rodgers hier vermutlich die Zeit, bzw. er ist zu sehr fixiert auf die linke Seite und hat MVS nicht gesehen. Statt den Ball im Moment des Screenshots zu werfen, zieht Rodgers ihn wieder rein und kassiert dann den Sack.

Ungewöhnlicher Wurf von Rodgers

Wie schwach das Spiel von Rodgers war, zeigt auch das nächste Beispiel.

Hier haben die Packers ein relativ einfach Play Design mit zwei Routen tiefen Routen außen und zwei Out-Routen aus der Mitte des Feldes. Rodgers wirft hier aus einer sauberen Pocket einen Pass auf Lazard.

Lazard hat keine Seperation und auch der Safety kommt zur Passverteidigung nach vorne. Der Pass ist incomplete. Rodgers nimmt hier einen Wurf mit sehr geringen Erfolgsaussichten. Auch die zweite Interception später im Spiel von Rodgers sticht in diese Kerbe. Diese ist fast eine Kopie zu dem hier gezeigtem Play.

Takeaways

Lag es am Spielort in Florida? War es zu warm und war man tatsächlich mit dem Kopf noch in der Sommerpause? Letztendlich war zwar auch die Leistung der Defense nicht gut, aber hier muss man angesichts des neuen Koordiantors noch etwas zurückhaltender mit Kritik sein. Schließlich hat die Offense der eigenen Defense auch kaum Verschnaufpausen gönnen können.

Dass die Offense aber solche Probleme hatte, war nicht wirklich zu erwarten. Die Play Designs waren durchaus da. Auch die OLine hat nicht schlecht gespielt. Auch Rodgers betonte dies nach dem Spiel. Letztendlich war Rodgers einfach nicht auf dem Level wie gewohnt. Woran das liegt, ist schwer zu sagen. Auffällig war, dass die Saints extrem viel Man-Coverage mit zwei tiefen Safeties gespielt haben. Man-Coverage obwohl die Packers-Wide Receiver auf dem Papier den Cornerbacks der Saints überlegen sein sollten. Matt LaFleur ist hier gefordert, denn es ist nicht zum ersten Mal, dass Rodgers damit Probleme hat. Andere Defense werden sich darauf einstellen und LaFleur muss Wege finde diese Coverage zu schlagen und für Rodgers angenehmer zu machen.

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