Matt LaFleur is cooking

Es war eine bittere Niederlage gegen die Vikings. Am Ende fehlt das nötige Glück und die Vikings können mit ablaufender Uhr das Winning Field Goal kicken. Aber es war nicht alles schlecht am Sonntag. Die Packers Offense hat in der zweiten Halbzeit mächtig zugelegt. Die Packers hatten nach der Halbzeit dreimal den Ball und dreimal fanden sie den Weg in die Endzone der Vikings. Matt LaFleur löste offensichtlich die Handbremse in der Halbzeit und auch Aaron Rodgers spielte eine sehr gute zweite Halbzeit. Das macht Mut für die kommenden Aufgaben. In der heutigen Ausgabe von Green18 schauen wir auf die Performance in der zweiten Halbzeit!

Speed kills

Ich habe es in der Einleitung schon angesprochen. Gefühlt war das Playcalling in der zweiten Halbzeit auf einem deutlich besseren Niveau als noch in der ersten Halbzeit. Abwechslungsreich und super kreativ. Erste Ballbesitz für die Packers in der zweiten Halbzeit. Die Vikings sind zuvor mit einem Touchdown auf 13 Punkte weggezogen und die Packers Offense ist hier schon zum scoren verdammt, um das Spiel nicht früh in der zweiten Halbzeit schon zu verlieren.

LaFleur bringt Admas hier in eine sehr gute Position! Aus einer engen Formation heraus attackieren die Packers die Vikings mit einem Levels-Concept. Drei unterschiedlich tiefe Routen zu einer Seite des Feldes. Zusätzlich wird der Lauf über Dillon angetäuscht. Die OLine blockt nach links und Adams läuft hinter der Line in die Flat auf der anderen Seite des Feldes. Dafney läuft eine tiefe Route nach links und MVS eine mitteltiefe. Die Vikings beißen auf die Playaction an. Insbesondere der rot eingekreiste Defender macht das Play aus Packers Sicht möglich. Er spielt zu sehr auf den Run und hat keine Chance Adams zu covern, der mit Speed in seine entgegengesetzte Richtung läuft.

Viel Platz für Adams in der Flat der hier insgesamt 12 Yards Raumgewinn erzielen kann. Sehr einfaches Play Design! Wenig Risiko und dennoch effizient mit viel Raumgewinn.

Eye Candy für die Defense

Auch das nächste Play ist ein exzellentes Beispiel für einfaches aber effizientes Playcalling. Die Defense hat hier einfach verdammt viel zu verarbeiten!

Alleine der Blick auf den Screenshot, mit all den eingezeichneten Motions, ist verwirrend. Zunächst kommt Cobb (linker Receiver am oberen Bildrand) in Motion und läuft ins Backfield und täuscht einen möglichen Wide Receiver Screen an. Dafney kommt von der Tight End Position rechts der OLine hinter dieser entlang gelaufen, auf die linke Seite. Er hat für den Erfolg des Plays eine entscheidende Rolle. Zuletzt läuft EQ einen Endaround um Rodgers herum. Der Ball ist zu diesem Zeitpunkt schon gesnapt und Rodges hat die Ballübergabe an Taylor angetäuscht. Mit dem Rücken zur OLine übergibt Rodgers den Ball an EQ, der mit viel Speed auf die linke Seite rüber zieht.

Die OLine hat sich perfekt in Stellung gebracht. EQ kann in deren Rücken die Freiräume perfekt ausnutzen. Dafney blockt den einzigen freien Verteidiger und der Safety (rot eingekreist) ist der einzige Verteidiger, der das Play stoppen kann. Dies tut er auch aber erst nach 11 Yards Raumgewinn.

Keep it simple

Das nächste Play welches wir uns anschauen, ist das erste Play nach der Verletzung von Elgton Jenkins. Es verdeutlich und ist bezeichnend dafür, dass auch durch den Ausfall des besten OLiner der Packers kein Einbruch der Offense zu verzeichnen war. Gleich im ersten Play wird Backup Yosh Nijman einem eins gegen eins ausgesetzt ohne Hilfe durch einen Tight End. Das zeugt von Vertrauen in Nijman!

Die Vikings stehen hier mit vielen Spielern an der Line und versuchen ihre Zone Coverage lange zu verstecken. Dillion ist zunächst im Backfield aufgestellt und wartet ab, ob er in Pass Protection gegen mögliche Blitzer aushelfen muss. Letztendlich rushen die Vikings aber nur mit vier Spielern und haben entsprechend viele Spieler in der Passverteidigung. Dillon muss nicht in der Pass Protection aushelfen und bietet sich spät im Down als Checkdown Option an.

Dillon hatten die Vikings hier offensichtlich gar nicht auf dem Schirm. Keiner ist so richtig für ihn zuständig und Dillon hat verdammt viel Platz zur linken Seite. Zu erkennen ist auch ein Coverage Bust der Vikings. MVS ist in der unteren Bildmitte völlig blank. Rodgers nimmt hier aber den einfachen und risikoarmen Pass auf Dillon. Kein Grund hier einen Pass zu forcieren, denn Dillon kann hier ebenfalls ganz locker neun Yards Raumgewinn erzielen.

Takeaway

So einfache Playcalls und doch so erfolgreich. Die Packers haben erst in der zweiten Hälfte zu ihrem Spiel gefunden und die Art und Weise erinnerte stark an die letzten Saison, wo solche Sequenzen von Spiel zu Spiel sichtbar waren. Diese Saison klappt das noch nicht in diesem Ausmaß. Häufig forciert Rodgers zu sehr die Big Plays, oder die Playcalls von LaFleur passen nicht. In der zweiten Halbzeit gegen die Vikings war das ein super ausgewogenes Playcalling. „Matt LaFleur is cooking“, twitterte auch Adrian Franke in der zweiten Halbzeit.

Die Folge daraus? Plötzlich sitzen auch die Deep Shots. Der letzte Drive der Packers benötigte nur ein einziges Play (75-Yard Touchdown auf MVS). In beiden Drives zuvor verließ sich Rodgers auf seine kurzen Routen und die einfachen Reads. Darauf reagiert die Defense und dann ergeben sich auch häufiger Möglichkeiten tief zu gehen. Das sollte Mut machen für die kommenden schweren Aufgaben. Über das Kurzpassspiel und sichere Yards, Ball und Gegner kontrollieren. Die Deep Shots kommen dann von ganz alleine. Vielleicht hat diese zweite Halbzeit den Knoten gelöst!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.