Cap-Hölle Offseason 2022?

Moin Moin Packers Germany,
ich will heute mit euch ein kleines Theoriespielchen betreiben und in die nahe Salary-Cap Zukunft schauen. Wer einfach nur die geile Saison genießen will und sich nicht mit Negativem aufhalten möchte, darf dies gerne machen. Ihr könnt den Artikel dann im Februar nach dem Super Bowl lesen.

Alle anderen möchte ich hier auf das vorbereiten, was auf uns alle zu kommt und das ist ein echter Hammer in Form einer Abrissbirne:


Wer sich mit dem Salary Cap und den Packers näher auseinandersetzen will, dem sei an der Stelle Ken Ingalls Twitter Account empfohlen. Er hat wohl die beste Übersicht über den Packers Cap und kann es wirklich gut erklären.

Zu allererst muss ich nochmal klarstelllen, dass es im nächsten Jahr einen TV-Deal gibt. Dieser wird maßgeblich Einfluss auf den Salary Cap NACH 2022 haben, aber mehr als die immer wieder kursierenden ca. 225 Mio werden es wohl nicht werden. Der Sprung von 17 Mio ( 208 Mio in 2022 zu ca. 225 Mio in 2023) wäre der mit Abstand Größte in der Geschichte in der NFL und daher halte ich ihn für sehr optimistisch. Vollkommen egal wie groß der neue TV-Deal ist. Der Sprung zu 2024 dürfte aber auch ähnlich groß sein.

Halten wir also fest:
Für die nächste Saison müssten die Packers zunächst einmal 42,7 Mio Cap Space frei machen, egal wie. Das heißt entlassen oder verlängern. Problem dabei: Bei Verlängerungen müssen Spieler zustimmen. Deswegen rechne ich auch nicht mit Void Years, die sind A) aus Teamsicht absolut dämlich, weil man Spieler bezahlt die nicht für einen spielen und einem langfristig den Cap zubauen. B) müssen die Spieler diesen auch noch zustimmen. Ein Adams zum Beispiel hatte schon keine Lust auf solche Spielchen.

2022
Zu den Spielern die im 22er Cap schon gar nicht eingerechnet sind, weil ihre Verträge ausgelaufen sind: D.Adams, King, Tonyan, Campbell, Bojorquez, EQ, Lazard, MVS, Nijman und noch eine ganze Reihe mehr.

Wie können die Packers also unter den 22er Cap kommen. Einsparpotential bieten die folgenden Spieler, bei Entlassungen oder Trade sind die Zahlen in Klammern die Einsparungen in 2022 bei Verlängerungen:
Rodgers 19,3 Mio ( 26 Mio)
Z. Smith 15,8 Mio ( 13,4 Mio)
P.Smith 12,5 Mio ( 10,7 Mio)
Amos 7,9 Mio ( 5,9 Mio)
Cobb 6,9 Mio ( 6,7 Mio)
Turner 4,1 Mio ( 4,1 Mio)
Lowry 3,9 Mio ( 4,2 Mio)
Crosby 2,4 ( 1,8 Mio)

Diese Summen würden dann in 23/24/x je nach Länge des Vertrages draufgeschlagen werden, plus das Geld, welches im neuen Vertrag dazu kommt.

Alles andere sind kleine Verträge, die im Grunde nichts bringen. Man muss den Kader ja auch bei 53 Spielern halten. Man kann noch Jaires Vertrag verlängern und umstrukturieren, aber viel mehr als 10 Mio wird man da auch nich Einsparen können. Die dann wieder 23/24 zum normalen Vertrag dazukommen.

Simple Entlassungen wird es bei den Top fünf nicht geben. Daher muss man bei den Zahlen oben die entsprechenden Cap Hits des Tradegegenwertes abziehen.
Bei den letzten dreien glaube ich nicht an einen Trade, die Jungs werden entweder entlassen oder verlängert.

Zu den Trades: Grob kann man sagen Erstrunden Picks liegen bei 1,5-4 Mio Cap Hit, 2nd bei 900k-1,3 Mio, 3rd-4th bei ca 800k-900k und 5th-7th Picks liegen bei ca. 700K-760k.

Ich würde mal annehmen ARod bringt noch 1x1st Round Pick und 3x2nd Round Pick, die Smiths einen 2nd/3rd Round Pick und der Rest irgendwas an Tag drei.

Egal wie man diese Zahlen dreht und wendet: ich bezweifle, dass alle drei der Großverdiener nach dieser Saison noch in Green Bay Teil des Teams sind. Denn um über die 42,7 Mio einzusparen braucht man entweder alle der unteren + die Smiths oder ARod oder man tastet nur alle drei Großen an.

Ein Szenario welches ich für wahrscheinlich halte ist, dass man AR+Cobb irgendwo hin tradet und spart dadurch 21,3 Mio Cap ( 26,2 Mio – Tradekompensation). Dazu entlässt man Lowry und Turner, um so 8 Mio zu sparen, verlängert mit einem der Smiths und tradet auch den anderen, um so weitere 25 Mio zu sparen.

Damit würde man auf eine Ersparnis von ca. 54 Mio kommen. Mit einer Jaire Alexander-Verlängerung wäre man sogar bei einem mittleren 6x Mio Betrag, wäre so unter dem Cap und könnte sogar ein wenig in der Free Agency mitmischen.

Wie man in dieses wirklich enge Korsett einen Adams reinquetschen will, ist mir schleierhaft. Schließlich will er ja zurecht der teuerste WR der NFL sein und das würde ca. 25 Mio pro Jahr bedeuten. Dazu kommt noch ein Jenkins, der auch zurecht seine 2X Mio fordern wird. Mit den zweien würde auch der 23er Cap schon fast komplett aufgefressen werden. Mit der Verlängerung eines der Smiths von oben wär man schon wieder drüber.

2023

Für die 23er Saison hätte man ohne irgendwelche Aktionen 94 Mio $ Cap minus die 5th Year-Optionen und ca. 15-20 Spieler die sich aus Draft/UDFA und Kaderfüllern zusammensetzen.
Ich würde mal mittlere Werte anlegen und damit hätten die Packers irgendwo bei 50 Mio freiem Cap. ( Gary 14.8 Mio 5th Option mit einem ProBowl, Savage 7.9 Mio einfache 5th Option, 5 Mio für während der Saison und 16 Mio für zwei Draftklassen)

Dazu kommt dann Jaires neuer Vertrag und einer der Smiths. Dann wie oben erwähnt noch Jenkins. Plus Amos, Crosby und alle anderen deren Verträge nach der nächsten Saison auslaufen. Und zu allem Überfluss kommen noch Savage und Gary mit ihren 5th Year Optionen, die zusammen min. 18,5 Mio kosten und max. 31 Mio kosten können.

Auf gut deutsch: Das geht nicht auf, man müsste wieder unheimlich viel Cap hin und herschieben. Ihr habt jetzt einen ungefähren Überblick was in der nächsten Offseason auf unser Front Office zukommt, ich persönlich sehe wenig Optionen wie die Packers mit ARod in die 2022er Saison gehen können. Man müsste dafür praktisch den Rest des Grundgerüst opfern oder auf extrem viel guten Willen seinerseits hoffen. Beides will und sollte eine Organisation wie die Packers nicht machen, zumal man einen Nachfolger bereits im Kader hat.

Natürlich fließt bis dahin noch viel Wasser den Rhein hinunter und wir haben noch eine Galgenfrist bis zum großen Knall. Wenn ihr darüber diskutiert und eure eigenen Szenarios aufstellt, behaltet bitte im Hinterkopf, dass die Packers kein Team sind, dass in einem Jahr All-In geht, um irgendwie den Ring zu bekommen. Die Packers wollen möglichst konstant einen guten Playoff-Kader haben und dann schauen wie es in den Playoffs läuft.

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