Kaderanalyse Edge Rusher

In der heutigen Edge Rusher Analyse widme ich mich einer auf dem Papier qualitativ guten Positionsgruppe. Doch was zeigten die Smith-Brothers und Rashan Gary tatsächlich in der Saison und welche Veränderungen stehen an? Auf diese Fragen versucht der folgenden Artikel Antworten zu geben.

Der Blick zurück

Vor der Saison waren wir uns auf Packersseite vermutlich einig, dass wir uns um die Edge Rusher keine Sorgen machen müssen. Gerade Zadarius Smith stimmte uns in der vergangenen Saison hoffnungsfroh. Seine Stats waren mehr als ordentlich und sein Leadership oder vielmehr das, was man davon mitbekam, erschienen sehr positiv. Schnell avancierte er zu einem Favoriten des Publikums. Unvergessen für mich ist dabei sein “snubbed” Shirt, das mich ordentlich schmunzeln ließ. Sein “Bruder” Preston Smith galt lange Zeit als sicherer Cut, doch stimmte er einem Paycut zu und blieb in Grün und Gold. Die Hoffnung war da, dass der Pass Rush fürchterlich werden könnte.

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Der dritte namenhafte Rusher ist Rashan Gary. Trotz seiner eigentlich guten Statistik in der letzten Saison, wird ihm in der Diskussion immer wieder seine Draftposition zum Verhängnis. Dieser 12.Pick führt immer wieder zu einer verzerrten Wahrnehmung seiner Leistung. Sieht man mal von dieser wiederkehrenden Diskussion ab, so lässt sich konstatieren, dass Gary bisherige Saisons ganz dem Motto “draft and develop” folgen. Jedes Jahr konnte man einen deutlichen Fortschritt erkennen. Dieser Progress von Gary und die Smiths dazu, reichen für einen wohlwollenden Blick auf diese Gruppe.

In der Saison

Bevor der unser Pass Rush überhaupt auf Jagd gehen konnte, ging er im wahrsten Sinne “am Stock”. Direkt im ersten Game der Saison erlitt Zadarius Smith eine folgenschwere Rückenverletzung. Zunächst bestand die Hoffnung, dass er in der regulären Saison eingreifen könne. Heute wissen wir, dass bis auf ein wenig erfolgreiches Comeback gegen die 49ers nicht viel geschehen sollte.

Next Man up

Der Ausfall von “Z” schien im ersten Moment katastrophal zu sein. Einer der Leader und Pro Bowler fiel aus, dazu noch ein neuer DC. Wie sollte das gut gehen? Durchaus berechtigte Zweifel. Jetzt, mit der Saison in den Büchern, lässt sich eine einfach Antwort geben. Drei Faktoren hatten maßgeblich Einfluss auf die positive Entwicklung.

Preston Smith hatte nach seinem Downyear ein sehr gutes Jahr für seine Verhältnisse. Sah er im Vorjahr immer wieder schlecht aus wenn er in Coverage droppen musste, so konnte er sich, auch dank Campbell, mehr dem Verteidigen nach Vorn widmen. Nicht nur dass seine Sackzahl von 4 auf 9 stieg, sondern auch die QB-Hits gingen von 11 hoch auf 17. Auch in den übrigen Werten hielt er mindestens das Vorjahrsniveau oder verbesserte sich.

Faktor Nummer 2 wahr das Breakoutyear von RUSHan Gary. Neben guten 9,5 Sacks stehen sehr gute 28 QB-Hits zu Buch. Das zeigt deutlich, dass Gary es immer wieder schafft seinen Gegner zu schlagen und Pressure auf den QB des Gegners zu erzeugen. Folgt man an dieser Stelle der Angabe von https://packerswire.usatoday.com/2022/01/03/packers-olb-rashan-gary-quietly-producing-an-elite-season-as-pass-rusher/ lag Gary vor Woche 18 bei Total pressurers auf Rang 2 aller OLB mit 76 Stück. Wirklich beeindruckende Werte.

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Der dritte Faktor der den Packers in die Karten gespielt hat besteht aus mindestens zwei Teilen. Sicher hat Joe Barry seinen Anteil daran, aber vorallem die Verpflichtung von Campbell als ILB und weitere Signings wie Whitney Mercilus, als guter Rotationsspieler, führten zur Entlastung der Position.

Der Blick nach vorn

Hmm… dieses Geräusche habe ich tatsächlich gemacht als ich über diesen Abschnitt nachgedacht habe. Der Cap bzw. der Cap den wir nicht haben führt unweigerlich zu Veränderung und diese Veränderung macht auch vor den Edge Rushern nicht halt. Wer sich intensiv mit den Packers auf Twitter auseinandesetzt kommt derzeit nicht an Ken Ingalls vorbei. In seinem Tweet vom 27.02.22 zeigt er mit dem Bild anschaulich, dass der Cut von mindestens einem Smith zu erwarten ist https://twitter.com/KenIngalls/status/1497956681128493056/photo/1 Hier fällt eine sachliche Bewertung schwer. Sind beide gesund und in sehr guter Form, fällt die Wahl darauf “Z” zu halten. Bleibt der Status von Zadarius Smith aber weiterhin ungewiss, dann würden die Packers mit Preston Smith im Kader vermutlich besser fahren.

Die Konstante im Passrush wird nächstes Jahr Rashan Gary sein. Er spielt immer noch auf seinem Rookievertrag und ist dann immer noch erst 24 Jahre alt. Wenn er er sich, wie in den Vorjahren auch, weiter entwickelt, haben wir mit ihm und Kenny Clark im Zentrum einen gewaltigen Anker in der Defense.

Die übrigen Edge Rusher im Kader geben wenig Grund zu der Annahme, dass sie das Level unsere Pass Rushs anheben können. Vermutlich sind es mittelfristig alles Rotationsspieler. Hoffnung birgt in dieser Hinsicht die gute und tiefe Klasse der Prospects im Draft. Die unterschiedlichsten Quellen berichten von einer breiten und starken Edge-Klasse. Da die Packers Bedarf haben und die Qualität da ist, werden die Packers wohl an den ersten 2 Tagen des Drafts einen Pick in dieser Richtung investierten. Wer am Ende bei den Packers landet ist aber absolutungwiss. Nur ein Edge Rusher (bzw. DE) wird ganz sicher nicht bei den Packers landen, Aidan Hutchinson. Er ist ein Wolverine aus Michigan, wo auch Gary spielte und gilt als einer der besten Spieler des diesjährigen Drafts. Dass ein Spieler wie er bis in unsere Reichweite fällt, ist leider sehr unwahrscheinlich. Aber wer weiß, der Draft ist eine verrückte und spannende Veranstaltung.

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