Kaderanalyse – Quarterbacks

Die Offseason ist für die Packers früher gestartet als gehofft. Die ersten Veränderungen im Coaching Staff sind bereits vollzogen. Auch im Roster wird es einige Änderungen geben. Wir starten eine Serie, in welcher wird die einzelnen Positionen im Roster der Packers analysieren. Wir werfen einen Blick auf die abgelaufene Saison, blicken auf die kommende Saison und skizzieren die möglichen Veränderungen im Kader. Wir starten mit der wohl spannendsten und wichtigsten aller Positionen, den Quarterbacks.

Der viel zitierte Last Dance

Die Nachricht in der Draftnacht schlug ein wie eine Bombe. „Aaron Rodgers ist unzufrieden mit dem Packers Front Office und möchte in der kommenden Saison nicht zu den Packers zurückkehren“, war die schlagzeilenbestimmende Nachricht im vergangenen April. Es folgte eine turbulente Zeit mit vielen Spekulationen. Das Packers Front Office hatte einen Kader zusammengestellt, der einen Angriff auf den Super Bowl nehmen konnte. Mit der Aussage von Rodgers stand nun das gesamte Projekt auf der Kippe.

Jordan Love rückte plötzlich und unterwartet in den Fokus. Sollte er plötzlich der Starter der Packers in der Saison 2021 werden? Am Ende kamen Rodgers und das Front Office doch wieder zusammen und man strukturierte den Vertrag um, um etwas Cap Space zu generieren. Rodgers und Adams posteten anschließend zweitgleich ein Bild von Michael Jordan und Ron Harper, der sogenannte „Last Dance“. Ein Indiz dafür, dass es der letzte Anlauf der Beiden auf einen Super Bowl Ring im Jersey der Green Bay Packers werden könnte?

Klar ist, dass Rodgers in der kommenden Saison 2022 mit einem Cap Hit von über 45 Mio. Dollar zu Buche schlagen würde. Angesichts der insgesamt sehr angespannten Cap Situation der Packers also kaum vorstellbar, dass er unter diesen Bedingungen sein letztes Vertragsjahr bei den Packers erfüllen wird. Karriereende, Trade oder Vertragsverlängerung, alles scheint im Bereich des Möglichen und wird die Offseason der Packers und die Ausrichtung auf die kommende Saison maßgeblich bestimmen.

Saison 2021 – Rodgers erneut auf MVP-Niveau

Die Erwartungen waren groß. Endlich sollte der große Wurf gelingen. Rodgers hatte zum „Last Dance“ aufgerufen. Der Kader war möglicherweise so gut wie lange nicht mehr. Matt LaFleur im dritten Jahr bei den Packers. Aaron Rodgers kam aus einer starken zweiten Saison unter Matt LaFleur und hatte den MVP-Award aus der vergangene Saison in der Tasche. Alles war angerichtet für einen tiefen Playoff-Run und einen Angriff auf den Super Bowl.

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Und klammert man das Spiel in Woche 1 gegen die Saints aus, war es wieder eine herausragende Saison von Aaron Rodgers, welche ihn ab Mitte der Saison auch bei den Buchmachern um den diesjährigen MVP-Titel zum Favoriten werden ließ. Am Ende der Saison stehen lediglich vier Interceptions zu Buche. Zwei davon alleine in Woche 1 in besagtem Spiel gegen die Saints.

Sportlich gibt es an der Saison von Aaron Rodgers wenig auszusetzen. Abermals eine MVP-Saison abgeliefert, insgesamt kaum Fehler, 37 Touchdowns und über 4000 Passing Yards. PFF rank Rodgers am Ende der Saison als fünftbesten Quarterback (Platz 3 als Passer). Nach EPA (Expected Point Added) war Rodgers sogar der beste Quarterback der abgelaufenen Saison.

Quelle: /https://rbsdm.com/stats/stats/

Im 17. Jahr für die Packers hat es nicht zum zweiten Ring für Rodgers gelangt. Er kann sich sportlich wenig vorwerfen, denn er hat mit seinen mittlerweile 38 Jahren wieder einmal eine sehr gute Performance abgeliefert. Fraglich ist nun, ob die Story an dieser Stelle zu Ende ist. Die Packers und auch Rodgers müssen sich entscheiden, ob und wie sie gemeinsam weitermachen wollen.

Saison 2021 – Das unerwartete Debüt von Jordan Love

Neben Aaron Rodgers stand auch Jordan Love in einem Spiel als Starter auf dem Feld. Mitte der Saison war alles angerichtet für das Duell der Generationen. Das neu eingeführte Spiel 17 in der Saison 2021 sollte die Packers nach Kansas City führen. Endlich sollte es zum Duell Aaron Rodgers gegen Patrick Mahomes kommen. In der Woche vor dem Spiel dann die Hiobsbotschaft für alle Packers Fans. Aaron Rodgers hatte sich mit dem Corona-Virus infiziert und sollte das Spiel verpassen.

Viel größer war die Aufregung dann jedoch, als sich zusätzlich herausstellte, dass er im Vorfeld der Saison Medienvertreter und Fans bezüglich seines Impfstatus mehr oder weniger bewusst angelogen hatte. Er war nicht geimpft und in der Woche nach dem Spiel bei den Chiefs folgte ein mehr als diskussionswürdiger Auftritt in der Pat McAfee Show. Das Sportliche rückte plötzlich in den Hintergrund und das NFL Debüt von Jordan Love wurde zur Nebensache.

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Schade, dass hatte Love nicht verdient. Zwar konnte er die Packers in Kansas City nicht zum Sieg führen, trotzdem lieferte er zumindest eine solide Leistung gegen eines der besten Teams in der abgelaufenen Saison ab. Der Ein oder Andere wird sich mehr erhofft haben, am Ende bleibt aber ein Auftritt stehen mit dem man leben konnte, auf den man aufbauen kann.

Auch Jordan Love wird die Entwicklungen um Aaron Rodgers genau verfolgen. Kehrt Rodgers mit einer Vertragsverlängerung zu den Packers zurück, könnte es das Ende von Jordan Love bei den Packers sein. Möglicherweise werden die Packers versuchen Love zu traden. Die Quarterback-Class im Draft scheint nicht besonders hochklassig und einige Teams sind noch auf der Suche nach einem Quarterback. Gut möglich, dass ein Team bereit wäre, einen Second-Round Pick für Love auf den Tisch zulegen.

Ausblick – Saison 2022

Alles steht und fällt mit Aaron Rodgers. Verlässt er die Packers, steht die Franchise vor einem Umbruch. Alle Augen werden dann auf Jordan Love gerichtet sein und der junge Quarterback kann zeigen, ob er dem Druck gewachsen ist. Die Fußstapfen von Favre und Rodgers sind riesengroß und niemand kann erwarten, dass Love jemals dieses Level erreicht. Doch die Packers haben einen First Round Pick in ihn investiert und in ihm den potenziellen Nachfolger von Rodgers gesehen. Ob er das werden kann, bleibt abzuwarten.

Bleibt Rodgers bei den Packers wird wieder einiges an Cap-Akrobatik nötig werden, um ihm einen konkurrenzfähigen Kader hinzustellen. Rodgers hat angekündigt, dass er nicht Teil eines Rebuild sein möchte. Verständlich in seinem Alter und das macht die Aufgabe für das Front Office um Brian Gutekunst und Russ Ball extrem schwer. Trotzdem gäbe es mit einer Vertragsverlängerung Möglichkeiten, auch andere Leistungsträger in Green Bay zu halten.

Ausblick – Draft und Free Agency

Auf der Quarterback-Position gibt es für die Packers hier keinen Handlungsbedarf. Neben Love und Rodgers steht auch Kurt Benkert in der kommenden Saison noch bei den Packers unter Vertrag. Im Falle eines Abgangs von Rodgers könnte er der Backup von Jordan Love werden. Möglicherweise würde man sich dann in der Free Agency einen weiteren Quarterback ins Roster holen. Jordan Love wäre aber mit großer Wahrscheinlichkeit der Starter in der kommenden Saison. Dass die Packers im Draft an einem der ersten beiden Tage einen Quarterback ziehen, kann man nahezu ausschließen, auch unabhängig von der Entscheidung um Aaron Rodgers.

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