Review Preseason Week 1: Packers Football is back

Zum ersten gilt es zu sagen, endlich ist es soweit, Packers Football is back. Zum anderen ist wohl das wichtigste Ziel für das erste Preseason Spiel gewesen, dass sich keiner verletzt, auch das wurde zum Glück erfüllt.

Worauf kam es bei diesem ersten Spiel überhaupt an? Das hatte euch Sebi gestern in der Preview genauer erläutert. Preview Preseason: Packers at 49ers .

Bevor wir zum sportlichen kommen gilt es festzuhalten, dass sich 33 Packers Spieler erst gar nicht umgezogen hatten und für dieses Spiel inactive waren.

Wie es bei Preseason Spielen so ist, ist das Endergebnis zweitrangig, sollte aber dennoch erwähnt werden. Die Green Bay Packers verlieren im Levi’s Stadium bei den San Francisco 49ers mit 21 – 28.

Wie zu erwarten war das Spiel auch namentlich und auf Seiten der Qualität in der Halbzeitpause getrennt. Bis zur Halbzeit standen auf Seiten der Packers noch einige potenzielle Starter und Starter-Anwärter auf dem Feld inkl. Jordan Love. Ab der zweiten Hälfte hat dann auf Quarterback Danny Etling übernommen, sowie die weiteren Backups der Backups. Daher ist hier definitiv auch der Halbzeitstand von 14 – 20 aus Sicht der Packers zu erwähnen.

1. Quarter

Das Spiel begann sehr durchwachsen. Bei den Packers merkte man deutlich noch das ein oder andere Sandkorn im Getriebe. Der erste Drive endete daher bereits nach zwei Rushes und einem Pass in einem 3 & Out.
Die 49ers, bei denen der potenzielle Starting Quarterback Trey Lance das erste Viertel spielen durfte, fanden etwas besser ins Spiel. Ein guter Mix aus Pässen, Läufen und QB Runs brachten die Niners relativ zügig an die 33 Yards Linie. Robbie Gould versenkte das 50 Yards Field Goal ohne Probleme zum 3:0 für die Niners.

Der zweite Packers Drive begann direkt mit einem positiven Zeichen von Amari Rodgers, der als Kick Returner aufgestellt war. Anstatt diese dauernde Angst bei seinen Catches, oder das regelmäßige Anzeigen von Fair Catches, fang er, wie in sämtlichen anderen Returns auch, den Ball sehr sicher und legte einen 19 Yards Return hin.
Der Drive lief auch direkt so weiter, nach einigen Läufen von RB Tyler Goodson und QB Jordan Love, sowie einigen Pässen auf WR Juwann Winfree und WR Romeo Doubs. Es war eben jener Doubs, der sich bei 4th & 2 mehr als deutlich von seinem CB absetzen konnte. Love sah in seinem ersten Reed den freien Doubs und so brachte der Rookie mit einem 33 Yard Touchdown die ersten Punkte für die Packers auf das Board.
Zwei Plays zuvor hatte Doubs schon einmal seinen CB relativ alt aussehen lassen, aber Love überwarf den komplett freien Doubs an dieser Stelle deutlich.

Romeo Doubs Touchdown

Die passende Antwort der Niners ließ nicht auf sich warten. Direkt im Anschlussdrive erwischte QB Trey Lance einen ziemlich schwachen Moment von Packers Safety Dallin Leavitt. Er konnte mit dem Speed von 49ers Rookie WR Danny Gray schlicht und ergreifend nicht mithalten. Daher war er auf der Go-Route komplett chancenlos. Das Ergebnis daraus war ein 77 Yard Touchdown und die erneute Führung der San Francisco 49ers.

Der gute Lauf der Packers schien erst einmal weiter zu laufen. Amari Rodgers begann den Drive mit einem 50 Yard Kick-Return. Mit einem guten und abwechslungsreichen Gameplan konnte die Offense um QB Jordan Love den Ball durch Runs von Goodson, eigene QB Scrambles und Pässe auf verschiedenste Receiver den Ball sehr gut bewegen. In der Redzone angekommen war es dann TE Tyler Davis der komplett freistehend einen gut platzierten Ball 10 Yards vor der Endzone nicht fangen, sondern nur hoch in die Luft tippen konnte. Das Resultat daraus war die erste Interception des Abends.

2. Quarter

Das zweite Viertel begann in der schlechtesten Art und Weise wie ein Drive beginnen konnte. Erstes Play, broken Coverage, Touchdown. Rico Gafford ist bei diesem Play gestolpert, sodass Niners Receiver Ray-Ray McCloud Mutterseelenallein auf weiter Flur war. Daher war der 39 Yard Touchdown von QB Nate Sudfeld ein leichtes Spiel.

Für die Packers begann das 2. Quarter so wie das erste aufhörte. Der Ball wurde über 60 Yards über Pässe und Läufe über das Feld bewegt. Das jähe Ende fand der Drive, als WR Doubs einen nicht perfekt platzierten Ball von QB Love nicht festhalten konnte. Niners CB Womack riss Doubs den Ball zur zweiten Interception des Tages wieder aus den Händen.

Nach einem, von der Packers Defense erzwungenen 3& Out war die Offense schnell wieder auf dem Feld. Ein verunsicherter Love versuchte vielleicht zu viel und warf einen leichtsinnigen Ball zu seiner dritten Interception.

Love Interception #3, gedacht für WR Amari Rodgers – Quelle NFL Gamepass

Head Coach Matt LaFleur hat in der Pressekonferenz versucht etwas die Schuld von QB Jordan Love zu nehmen. Er argumentierte, dass die Receiver falsche Routen liefen. Love aber kannte die Route von Amari Rodgers und hat blind in die Coverage geworfen. Niners CB Womack unterlief die Route, und bedankte sich für seine zweite Interception des Tages.

Durch die gute Feldposition konnten die Niners nur ein Field Goal für sich verbuchen. CB Nixon, ILB McDuffie und DT Heflin haben kein neues 1st Down für die San Francisco 49ers zugelassen.

Im letzten kompletten Drive des Tages konnte Jordan Love erneut den Ball über das ganze Feld bewegen. Über 11 Plays über die RBs Taylor und Goodson, sowie WR Toure fand Love Danny Davis in der Endzone.

In dieser Hälfte konnte sich S Dallin Leavitt mit einem Forced Fumble noch in Szene setzen. Dieser blieb aber, da nur noch 6 Sekunden auf der Uhr waren, ohne Punkte.

2. Halbzeit

Wie zu Beginn schon erwähnt haben in der zweiten Hälfte zum Großteil nur noch die Backups der Backups gespielt. Für die Packers lief daher QB Danny Etling auf, für die 49ers im letzten Viertel Rookie QB Brock Purdy. Durch fehlende Abstimmung und die vielen Wechseln litt die Qualität des Spieles. Das Resultat waren viele Runs und viele Punts.
Der erste Packers-Drive endete allerdings an der 15 Yard-Linie in einem 4th Down. Eigentlich ein sicheres Field Goal, aber Backup Kicker Brkic verpasst aus 32 Yards nicht nur die Uprights, er verpasst sogar das Auffangnetz des Balles.

Nach weiteren Punts war es dann ein 7-Play Drive der Packers der die nächsten Punkte auf das Board brachte. QB Etling hat hier RB Williams, WR Amari Rodgers und WR Toure in Szene gesetzt. Zum Abschluss fand Etling für 22 Yards Amari Rodgers in der Endzone zum Touchdown.

Daraufhin nahmen die 49ers nicht nur circa 5 Minuten von der Uhr, sondern QB Broch Purdy baute mit einem Touchdown samt anschließender 2-Point-Conversion die Führung weiter aus.

Der letzte Packers Drive endete in einem Turnover on Downs. Ehe die Niners das Spiel mit drei Kneel-Downs zum 28 – 21 Sieg beendeten.

Fazit

Viel wichtiger als das eigentliche Spiel ist aber die Erkenntnis über die individuelle Leistung einzelner Spieler. Hat man Fortschritte gesehen? Waren die Erwartungen vielleicht höher?

Wer ist positiv aufgefallen?

  • WR Romeo Doubs: Doubs fing direkt den ersten Touchdown und konnte sich mehrfach gegen seinen CB durchsetzen. Er konnte in engen Fenstern sogar in Doppel-Coverage durchsetzen, aber die zweite Interception, auch wenn der Ball nicht perfekt geworfen war, ging zum Teil auch auf ihn. Weiterhin hatte Doubs auch zwei Drops in seinem Play. Dies ist aber eher noch unter der Rubrik Rookie-Fehler zu verbuchen. Im gesamten ein gelungenes Debut
  • RB Tyler Goodson: Mit einem sehr hohen Workload (5 Targets und 12 Carries) konnte sich Goodson beweisen. Zwar hat er keine Highlight-Läufe allerdings hat er einige wichtige neue 1st Downs erzielen können
  • RB BJ Baylor: Die Highlights hatte dafür BJ Baylor, zwar “nur” im dritten und vierten Viertel, aber dennoch 75 Yards bei 2 Catches müssen auch unter solchen Umständen erstmal auf das Scoreboard gebracht werden
  • WR / KR / PR Amari Rodgers: Zu Beginn ist er durch zwei gute Returns über zusammen 69 Yards aufgefallen, aber auch durch seine Sicherheit beim Catch. Es ging zu keiner Zeit die “Gefahr” eines Muffed Punts oder eines Drops aus, wie noch zu letzter Saison. Zum Ende des konnte er seinen Namen noch mal durch einen Touchdown auf das Scoreboard bringen.
    Auch wenn HC Matt LaFleur sagte, er sei bei der dritten Interception die falsche Route gelaufen, seine Schuld war der Turnover keineswegs. Denn so wie Love den Ball warf, war er für Amari Rodgers nicht fangbar, siehe Bild oben.
  • DT Chris Slayton: Der Fels in der Brandung, nach Abwesenheit von Clark, Reed und Wyatt. Mit 6 Tackles und einem Tackle for Loss hat Slayton gute Argumente, warum die Coaches auch in den nächsten Wochen auf ihn bauen sollten.
  • OLB Kingsley Enagbare: Unauffällig gut könnte ein Fazit zu Enagbare aussehen. Bei 3 Tackles, 1 Sack, 1 Tackle for Loss und 2 QB Hits kann man seinen Auftritt schon als positives Zeichen bewerten. Es gilt abzuwarten, wie er sich in den nächsten Wochen entwickelt, ob er den Platz in der Edge-Rotation als Pass-Rusher #3 verdient oder nicht.

Wer ist negativ aufgefallen?

  • S Dellin Leavitt: Der eigentlich von Rich Bisaccia als Special Teamer geholte Leavitt bekam in der Preseason auch Snaps als Safety. Hier fiel er leider eher negativ auf. Vor allem seine physischen Nachteile gegenüber schnelle Wide Receiver wurden deutlich. Das Paradebeispiel war hier der erste Niners Touchdown von WR Danny Grey gegen ihn in Coverage
  • CB Rico Gafford: Auch Rico Gafford hatte einige Plays in denen er negativ aufgefallen war. Diese überwiegen leider, sodass er in dieser Kategorie auftaucht. In der NFL geht es hauptsächlich um Fehlervermeidung. Konzentrations- und oder Koordinationsschwächen sind auch Fehler und diesen hat Gafford beim zweiten 49ers Touchdown begangen als er sich in der Coverage auf den Hosenboden gesetzt hatte und WR Ray-Ray McCloud passieren lies.
  • K Gabe Brkic: Wer einen Kampf um einen Roster Platz gegen die Packers Legende Mason Crosby führt sollte tunlichst sämtliche Fehler in der Preseason und im Camp vermeiden. Wer bei einem 32 Yard Field Goal Versuch so weit links schießt, dass er nicht mal mehr das Auffangnetz trifft, hat definitiv mehr als einen gebrauchten Tag erwischt

Worauf sollte noch genauer geachtet werden?

  • QB Jordan Love: Ein Spiel mit Licht und Schatten für Jordan Love: 13/24 bei 176 Yards mit 2 TDs und 3 INTs liest sich erstmal alles andere als gut. Allerdings gehen zwei von den drei Interceptions nicht auf seine Kappe. Bei der dritten trägt er aber ganz allein die Schuld. Weiterhin hatte Love einige wenige eklatante Würfe drin. Zum Beispiel im 1. Quarter als er einen komplett freien Romeo Doubs um fast 10 Yards überwarf. Auf der anderen Seite wirkte Love aber schon viel sicherer in der Pocket, sein Spielfluss in deine Reeds wirkten viel fluider im Vergleich zu letzter Saison. Er hat von Rodgers gelernt auch mehr in Screens und in Dump-Off Pässe zu gehen. Aber er konnte auch seine Stärke im College in Szene setzten und ist 4 Mal für 24 Yards selber gelaufen.
  • CB Kabion Ento: Ento steht stellvertretend für fast das gesamte Defensive Backfield hier. Ento sah auch, ähnlich wie Gafford oder Leavitt, in einigen Plays nicht gut aus, aber konnte in seinen Tackles zeigen, dass es Sinn macht, noch Hoffnung in ihn zu stecken. Hätte Ento im letzten Quarter den Pass von Purdy nicht nur deflected, sondern zur Interception gefangen, hätte vielleicht auch noch ein Sieg für die Packers herausspringen können.

Weiters Erwähnenswertes

Zu erwähnen gibt es noch die Offensive Line der Packers in Abwesenheit sämtlicher oben aufgeführten Spieler. Im Großen und Ganzen hat die Offensive Line eine solide und unauffällige Leistung ohne große nennenswerte Fehler aufs Turf gebracht. Man hat insgesamt nur einen einzigen Sack, keine weiteren QB Hits und nur drei Tackle for Loss zugelassen.

Die Starting O-Line sah wie folgt aus von links nach rechts: Yosh Nijman, Jon Runyan, Josh Myers, Jake Hanson, Royce Newman

Die Starting Line der zweiten Hälfte sah wie folgt aus von links nach rechts: Caleb Jones, Cole van Lanen, Jake Hanson, Sean Rhyan, Zach Tom

Mein Offensive Spieler des Spiels: WR Romeo Doubs: 3 Catches für 45 Yards und 1 TD
Mein Defensive Spieler des Spiels: OLB Kingsley Enagbare: 3 Tackles, 1 Sack, 1 Tackle for Loss, 2 OB Hits

Dieser Wahl der Spieler der Units stellt die Meinung des Verfassers und nicht die Meinung des Packers Germany e.V. oder seiner Mitglieder dar.

Im Laufe der Woche wird in dieses Spiel in unserer Podcast-Folge noch einmal intensiv besprochen. Weiterhin müssen die Packers bis Dienstag ihren Roster um 5 Spieler verkleinern. Ansonsten beginnt ab Dienstag das gemeinsame Training mit den New Orleans Saints auf dem Tagesprogramm.

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