Upside Down – Week 1

Week 1 ist in trockenen Tüchern, allerdings ist die Hose vielleicht noch ein bisschen nass. Die Green Bay Packers verlieren mit 7:23 gegen die Minnesoa Vikings. Hier findet ihr die Review zum Spiel im U.S. Bank Stadium.

Und nach der Review ist vor Upside Down. Wir schauen auf die vergangene Woche und das Spiel zurück. Was war gut? Was war schlecht? Oder war vielleicht nichts gut und alles schlecht? Unsere Tops und Flops aus Woche 1

Die Tops der Woche

Die Running Backs

Schon vor dem Spiel wurde viel spekuliert darüber, wie Headcoach Matt LaFleur die Running Backs einsetzen wird. Einzeln oder beide gleichzeitig? Die Antwort: Die Mischung machts. Aaron Jones und AJ Dillon waren die Garanten auf Seiten der Offense. Zusammen erhielten sie 15 Carries und erzielten 94 Yards, also einen starken Schnitt von 6,5 Yards. Zudem kamen sie auf 8 Catches für 73 Yards. Bemerkenswert hierbei ist, dass nicht etwa Jones vermehrt die erwartete Receiving-Rolle einnahm sondern auch Dillon, der am Ende auch der Leading Receiver insgesamt war und den einzigen Touchdown der Packers erzielte. Eine starke Vorstellung des Tandems im Backfield und das schwieriger Umstände, dazu später mehr.

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Der Pass-Rush

Man hatte teilweise das Gefühl, der Pass-Rush kommt nicht durch und die Secondary wird damit belastet. Aber das Gegenteil war der Fall. Kenny Clark hatte ein dominantes Spiel und sorgte mit 6 Pressures, davon ein Sack, für ordentlich Unruhe in der Pocket. Auch Rashan Gary zeigte wieder seine Skills und hatte 5 Pressures und ebenfalls einen Sack. Ebenfalls 5 Pressures ließ sich Preston Smith auf die Fahne schreiben. Komplettieren tun dies noch Dean Lowry mit 3 Pressures und Jarran Reed mit einem Pressure. 20 Pressures lassen jedenfalls aufhorchen und machen Good Feelings für die nächsten Aufgaben.

Rashan Garys erster Sack der Saison

Pat O´Donnell

Ja, wieder ein Special Teamer auf der Top Seite. Und es ist wieder der gleiche wie vor 2 Wochen und das zurecht! Pat O´Donnell zeigte schon in der Preseason, dass er ein verlässlicher Punter ist. Der einzige Wehrmutstropfen ist allerdings, dass wir ihn zu häufig gesehen haben. Vier Mal musste O´Donnell nach einem three & out ran. Aber seine Zahlen beweisen seine Beständigkeit. Er puntete für insgesamt 179 Yards, dies bedeutet einen Schnitt von 44,8 Yards. 3 mal puntete er den Ball innerhalb der gegnerischen 20 Yard Markierung. Sein längster Punt betrug 53 Yards. Das sind vielleicht keine absoluten Spitzenwerte, dennoch ist es fehlerfrei und konstant. Und das ist doch genau das, was sich alle erhoffen.

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Die Flops der Woche

Joe Barry´s Gameplan

Die Diskussionen liefen heute heiß. Was war in der Defensive los? Justin Jefferson, seines Zeichens Wide Receiver der Minnesota Vikings, ist ein Top Receiver in der NFL. Das ist weitestgehend bekannt. Die Erwartungen an ein Duell mit Star-Cornerback Jaire Alexander waren sehr, sehr hoch. Doch dazu kam es nicht oft. Jefferson bedankte sich mit 184 Yards und 2 Touchdowns. Es bleibt die Frage: Was war Joe Barry´s Plan? Viel ungewöhnliche Zone-Coverage. Jaire Alexander gehört zu den besten, wenn nicht, ist er sogar der beste Man-Coverage Cornerback in der Liga. Warum wird er nicht auf Jefferson angesetzt? Da hilft auch der Hinweis nicht, dass Jefferson auf dem Feld viel herumgeschoben wird. Es spricht nichts dagegen, seinen Shutdown-Cornerback genauso rumzuschieben. Spätestens nach der Halbzeit hätte man darauf reagieren müssen.

Auch die Safeties fanden wenig Antworten. Beide Safeties hatten einen gebrauchten Abend, der sich auch in ihren Grades wiederspiegelt. Darnell Savage kam auf einen PFF-Wert von 29,7 und Adrian Amos auf 28,3. Die Antwort auf den Gameplan bleibt leider noch offen! Dann kann man folgendes vielleicht vermeiden…

Justin Jeffersons zweiter Touchdown gegen eine Cover-3 in einer animierten Grafik

Offensive Line

Nachdem weiterhin David Bakhtiari und Elgton Jenkins nicht zur Verfügung standen, setzte man auf folgende Formation – aufgezählt von Left Tackle zu Right Tackle: Yosh Nijman – Jon Runyan – Josh Myers – Jake Hanson – Royce Newman. Eine relativ unerfahrene Line. Dies war leider, wie es sich herausstellte, nicht die optimalste Lösung von Offense Coordinator Adam Stenavich. Bis auf Nijman, der vor allem im Pass-Blocking herrausstach (Grade 87,5), ging das sprichwörtlich in die Hose. Runyan und Myers erwischten keinen so guten Tag, Hanson und Newman waren auf der rechten Seite schlichtweg überfordert. 7 von 11 Pressures der Minnesota Vikings kamen über ihre Seite. Hansons Pass-Blocking Grade von 14,4 spricht da einfach Bände. Auch das Run-Blocking der gesamten Einheit, ließ sehr zu wünschen übrig und lässt die Leistung der Running Backs noch besser erscheinen.

Einige Plays mit Hauptaugenmerk auf Jake Hanson (Nr. 67)

Aaron Rodgers Leadership

Dass Aaron Rodgers dafür bekannt ist auch mal zu zeigen, dass er frustriert ist, ist kein Geheimnis. Schon beim ersten Drive blickte er ein wenig unbedarft hinein, nachdem Christian Watson seinen perfekten Deep Ball fallen ließ. Soweit auch gar nicht so wild. Aber im Laufe des Spiels, zeigte Rodgers immer wieder seinen Unmut. Nach seiner (aus meiner Sicht) unnötigen Interception kurz vor der Halbzeitpause, schimpfte er wie ein Rohrspatz in Richtung seiner Vorderleute. Auch draußen auf der Bank schüttelte er immer wieder mit dem Kopf. Vorbei war es dann, als man sämtliche Spieler einblendete, die mit hängenden Köpfen an der Sideline standen. Soweit man auch Verständnis für den Frust mitbringt, das geht nicht! Als Quarterback musst du dein Team aufbauen, gerade bei dieser unerfahrenen O-Line und diesem jungen Wide Receivern. Da ist Rodgers mit keinem guten Beispiel vorangegangen, vor allem weil er selbst auch nicht das beste Spiel seiner Laufbahn hingelegt hat.

Ein aufgebrachter Aaron Rodgers

Verletzungen

Ein Thema was man gerade in Woche 1 nicht angehen möchte. Doch leider gehören auch Verletzungen dazu. Ganze vier Spieler mussten das Spiel in Minnesota vorzeitig beenden. Jon Runyan musste ins berüchtige blaue Zelt an der Sideline und beende den Abend mit der Befürchtung einer Gehirnerschütterung. Rookie-Linebacker Quay Walker musste mit einer Schulterverletzung die Segel streichen, das Gleiche galt für Cornerback Keisean Nixon. Nixon spielte seinen ersten Snap in der Defense, setzte einen Tackle und verließ direkt mit herunterhängendem Arm das Feld. Krys Barnes, der sogar mit dem Cart abtransportiert werden musste, erlitt eine Knöchelverletzung. Vier verletzte Spieler an einem Abend ist natürlich sehr, sehr bitter. Neue Erkenntnisse sind in den nächsten Tagen zu erwarten.

Gewinner und Verlierer der Woche

Der Gewinner der Woche heißt Robert Tonyan. “Big Bob” hatte jetzt kein übermäßiges Spiel, aber er war spürbar wieder präsent. Nach seinem Kreuzbandriss im letzten Jahr, kämpfte er sich wieder zurück und das bedeutet eine Anspielstation mehr für Aaron Rodgers. Tonyan hatte 3 Catches für 36 Yards. Bei seinem größten Play im Spiel für 23 Yards, war er wieder dort anzutreffen, wo er schmerzlich vermisst wurde. Im sogenannten Open Space.

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Der Verlierer der Woche heißt Matt LaFleur. Dem Head Coach ist es nicht gelungen, das Team so einzustellen, dass es alles raushaut im ersten Spiel der Saison. Viele Parallelen zur Vorsaison, denn auch dort gabs einen holprigen Aufgalopp. Damals sprach LaFleur von der bekannten “lack of energy”, der Energielosigkeit, die er auch direkt auf seine Kappe nahm. Auch am Sonntag hatte man oft den Eindruck, dass die Galligkeit, die Gier, die Energie fehlt. Da muss man dann hinterfragen, warum man die Fehler aus der Vergangeheit wiederholt und anscheinend nicht daraus gelernt hat!

Das war Upside Down für Week 1. Wenn ihr uns eure Tops und Flops der Woche mitteilen wollt, kommt auf unseren Discord oder besucht uns auf Facebook, Twitter oder Instagram und schreibt uns!

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